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Brexit-Verhandlungen Briten warnen EU vor nächster Brexit-Runde: Keine Angst vor No-Deal

Die EU und Großbritannien treffen sich am Dienstag zu Verhandlungen. Großbritanniens Chefunterhändler David Frost erwägt einen Austritt ohne Einigung.
06.09.2020 - 14:35 Uhr Kommentieren
Großbritanniens Chefunterhändler David Frost gibt sich wenig kompromissbereit für die nächste Verhandlungsrunde. Quelle: AP
David Frost

Großbritanniens Chefunterhändler David Frost gibt sich wenig kompromissbereit für die nächste Verhandlungsrunde.

(Foto: AP)

London Kurz vor der nächsten Brexit-Gesprächsrunde signalisiert Großbritannien eine harte Verhandlungshaltung. Anders als die Vorgängerregierung werde London diesmal nicht blinzeln, sagte der britische Chef-Unterhändler David Frost der „Mail on Sunday“.

Die EU sollte verstehen, „dass wir meinen, was wir sagen, und sie sollten unsere Position ernst nehmen.“ Frost unterstrich, dass sein Land auf keinen Fall Kompromisse machen werde, wenn es um Unabhängigkeit gehe und darum, „Kontrolle über unsere eigenen Gesetze zu haben“. Dafür hätten die Briten gestimmt. „Und das wird am Ende des Jahres passieren, komme was wolle.“

Es seien viele Vorbereitungen getroffen worden für den Fall eines EU-Abschieds ohne Abkommen mit der EU. „Ich glaube nicht, dass wir davor auch nur irgendwie Angst haben.“ Die britische Regierung hat laut Chef-Unterhändler Frost keine Angst vor einem möglichen Scheitern der Verhandlungen mit der EU über ein Anschlussabkommen nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs.

Er sei sich völlig einig mit Premierminister Boris Johnson, dass Großbritannien von einem sogenannten No-Deal-Brexit nichts zu befürchten habe, sagte er kurz vor einer neuen Gesprächsrunde in dieser Woche.

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    Austritt ohne Vertrag könnte schwere wirtschaftliche Folgen haben

    Am Dienstag sollen die seit Monaten auf der Stelle tretenden Brexit-Gespräche in London wieder aufgenommen werden. Für die EU verhandelt Unterhändler Michel Barnier in London. Er forderte zuletzt ein Veto-Recht. Knackpunkte sind unter anderem das Beharren Großbritanniens auf eine vollständige Autonomie bei Staatshilfen sowie die Forderungen im Bereich der Fischerei.

    Großbritannien ist im Januar aus der EU ausgetreten. In einer Übergangsfrist bis zum Jahresende gehört das Land aber noch zum EU-Binnenmarkt und zur Zollunion, so dass sich im Alltag fast noch nichts geändert hat. Bis dahin sollen die künftigen Beziehungen etwa im Bereich Handel geklärt werden.

    Gelingt kein Vertrag über die künftigen Beziehungen, könnte es Anfang 2021 zum harten wirtschaftlichen Bruch mit Zöllen und anderen Handelshemmnissen kommen. Experten warnen in einem solchen Fall vor potenziell schweren wirtschaftlichen Folgen für beide Seiten.

    Mehr: Neue Citigroup-Europachefin rechnet mit hartem Brexit – „Wir sollten uns auf jedes Ergebnis vorbereiten“

    • dpa
    • rtr
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