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Geschäftsklima Deutsche Firmen setzen wieder verstärkt auf Russland

Die Investitionen steigen, obwohl die russische Wirtschaft nur unterdurchschnittlich wächst. Aber ausgerechnet im Energiebereich sinkt der Optimismus.
23.06.2021 - 12:41 Uhr Kommentieren
Die russische Wirtschaft wächst schwächer als der weltweite Durchschnitt – dennoch wollen deutsche Firmen dort wieder mehr investieren. Quelle: Bloomberg
Aluminium-Produktion in Russland

Die russische Wirtschaft wächst schwächer als der weltweite Durchschnitt – dennoch wollen deutsche Firmen dort wieder mehr investieren.

(Foto: Bloomberg)

Berlin Die in Russland tätigen deutschen Unternehmen sind inzwischen wieder voll des Lobs für ihr Gastland: Ihre Lage sei gut oder sehr gut, sagten insgesamt 64 Prozent der befragten Mitgliedsunternehmen der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) in der Geschäftsklimaumfrage der Kammer.

Von einem „Boom in der Krise“ und „grandios guten Zahlen“ sprach AHK-Chef Matthias Schepp am Mittwoch. Die deutschen Firmen legten in Russland „gegen den Markt“ zu. Denn Russlands Ökonomie insgesamt wächst zwar, aber im weltweiten Vergleich nur unterdurchschnittlich. Dennoch wollten 46,9 Prozent der dort vertretenen deutschen Firmen weiter investieren.

Für 44 Prozent der 175 deutschen Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, steige Russland in der Bedeutung für ihr Geschäft weiter, für weitere 8,6 Prozent sogar stark. Nur bei 9,7 Prozent der Befragten sei die Bedeutung Russlands rückläufig.

Überraschend ist, dass 48 Prozent der Meinung sind, Russlands Bedeutung für die Energieversorgung der Europäischen Union (EU) werde vor dem Hintergrund des „Green Deals“ der EU abnehmen. Dies ist angesichts des großen Engagements und der Wortführerschaft gerade der Unternehmen aus der Energiewirtschaft unter den deutschen Firmen in Russland bemerkenswert. 6,9 Prozent der befragten Unternehmen halten sogar die neue Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 für „überflüssig“.

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    Deutlich fiel auch die Kritik an den Maßnahmen der russischen Regierung aus: 45,7 Prozent der Firmen hielten die Stützungsmaßnahmen für die Wirtschaft in der Pandemie für unzureichend, weitere 10,3 Prozent sogar für völlig unzureichend.

    Dies dürfte daran liegen, dass die Schäden durch die Covid-19-Krise für deutsche Unternehmen in Russland erheblich waren: 1,1 Prozent der teilnehmenden Firmen erlitten Schäden von über 100 Millionen Euro, weitere 1,7 Prozent von zwischen zehn und 100 Millionen Euro, 10,3 Prozent von bis zu zehn Millionen Euro und weitere 23,4 Prozent von fast einer Million Euro.

    Milliardeninvestitionen in Russland geplant

    Sorgen machen sich die Befragten wegen der sich deutlich verschlechternden bilateralen politischen Beziehungen (61,1 Prozent) und der stark wachsenden Bedeutung Chinas für die russische Wirtschaft. Die deutschen Firmen in Russland lassen sich davon aber offenbar nicht abhalten: Denn AHK-Chef Schepp rechnet auf der Grundlage der Umfrageergebnisse und der Daten des Statistischen Bundesamts mit „nachholenden Investitionen in großem Umfang“, die wegen der Coronakrise zunächst zurückgestellt worden waren.

    Allein die 175 Firmen, die an der Konjunkturumfrage teilgenommen haben, wollten eine Milliarde Euro in Russland investieren. Im ersten Quartal waren die deutschen Nettoinvestitionen auf gut 1,1 Milliarden Euro gestiegen.

    Allerdings nahmen an der Umfrage nur 175 der 1000 Mitgliedsfirmen der AHK teil. Und die Zahl der in Russland tätigen deutschen Unternehmen ist seit 2013 erheblich gesunken.

    Mehr: Verheerendes Zeugnis für Putin – Russland muss sich neu erfinden

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