Handelskrieg: Donald Trump will China schwächen und erreicht das Gegenteil
- Donald Trumps aggressive Zollpolitik zwingt die Europäer über die Positionierung ihres Kontinents nachzudenken: Wie viel Nähe zu Washington und Peking ist jetzt sinnvoll?
- Auf der Automesse in Shanghai ist zu beobachten: Die Auto-Großmacht China sieht die US-Zölle als strategischen Vorteil, weil sie vor allem Wettbewerber schwächen.
- Emily Haber erlebte Trump in dessen erster Amtszeit als deutsche Botschafterin in den USA. Wie sie die aggressive Handelspolitik des US-Präsidenten einschätzt, lesen Sie im Interview mit dem Handelsblatt.
Halle 8 des National Convention and Exhibition Center im Westen Shanghais. Am Stand von BYD, Chinas größtem Hersteller von Elektroautos, warten am Mittwoch Hunderte Besucher auf die Präsentation der neuen Modelle.
Noch sind die Karossen unter Tüchern versteckt, aber Verkaufsleiter Lu Tian macht schon mächtig Stimmung. BYD schlage „Wellen in der Welt“, sagt der Manager in einem Ton, den man sonst eher von politischen Veranstaltungen der Kommunistischen Partei kennt.
BYD strotzt vor Kraft und Selbstbewusstsein. Ein Grund: die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Offiziell begrüßt in China niemand dessen Zölle von bis zu 145 Prozent auf Einfuhren aus der Volksrepublik. Doch in Hintergrundgesprächen auf der Automesse ist immer wieder stille Genugtuung zu hören.
BYD zum Beispiel verkauft keine Autos in Nordamerika, die erratische Zollpolitik des US-Präsidenten trifft das Unternehmen nicht. Zugleich schwächen die Autozölle, die Trump zum Beispiel gegen die Europäische Union (EU) verhängt hat, weltweite Wettbewerber wie Volkswagen. Für BYD ist das eine große Chance.