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Nord StreamMutmaßlicher Koordinator der Nord-Stream-Sprengung festgenommen

Die italienische Polizei hat in der Nacht zum Donnerstag einen Ukrainer festgenommen. Der Bundesanwaltschaft zufolge soll er zu den Koordinatoren des Pipeline-Anschlags gehört haben.Felix Stippler 21.08.2025 - 13:28 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Das Nord Stream 1-Gasleck: In Italien soll ein Beteiligter festgenommen worden sein. Foto: dpa

Düsseldorf. Italienische Polizisten haben einen Ukrainer gefasst, der an der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines mitgewirkt haben soll. Die Bundesanwaltschaft teilte am Donnerstag mit, dass der ukrainische Staatsangehörige Serhii K. in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag nahe Rimini an der italienischen Adriaküste aufgrund eines Europäischen Haftbefehls festgenommen wurde.

Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge hielt sich der 49 Jahre alte Mann seit einigen Tagen mit seiner Familie an der Adria-Küste auf. Nach der Festnahme sei er ins Gefängnis gebracht worden. Die Entscheidung über die Vollstreckung des vorliegenden europäischen Haftbefehls liege nun beim Berufungsgericht der norditalienischen Stadt Bologna.

Dem Bericht zufolge wurde der Ukrainer in der Gemeinde San Clemente im Hinterland Riminis festgenommen. Offensichtlich sei bei einer Kontrolle festgestellt worden, dass es sich um den europaweit gesuchten Mann handele, hieß es.

Wegen der internationalen Bedeutung des Falles ist auch die italienische Regierung damit befasst.

Als Nächstes soll der Beschuldigte aus Italien überstellt und dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Zum genauen Zeitpunkt machte die Bundesanwaltschaft in ihrer Mitteilung keine Angaben.

„Bei dem Beschuldigten handelte es sich mutmaßlich um einen der Koordinatoren der Operation“, schreibt die Bundesanwaltschaft. Laut der Mitteilung soll K. zu jener Gruppe gehört haben, die am 26. September 2022 Sprengsätze an den beiden Gaspipelines Nord Stream und Nord Stream 2 nahe der dänischen Ostseeinsel Bornholm anbrachte.

Seither ermittelt auch die Bundesanwaltschaft, die den Ukrainer des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und der verfassungsfeindlichen Sabotage verdächtigt.

Damals waren die beiden Pipelines durch mehrere Sprengungen beschädigt worden. Insgesamt wurden vier Lecks an drei der insgesamt vier Leitungen der Pipelines entdeckt. Dabei wurden ein Strang der nicht in Betrieb genommenen Pipeline Nord Stream 2 und beide Stränge der ersten Pipeline zerrissen – riesige Mengen Gas traten aus.

Nur wenige Monate nach dem Anschlag hatte sich der Verdacht erhärtet, dass ukrainische Saboteure für die Explosionen verantwortlich sein könnten. Unklar ist nach wie vor, welche Motivation die Gruppe hatte und ob sie auf eigene Faust oder im Auftrag der ukrainischen Regierung handelte.

Fest steht zumindest, dass die Gruppe auf der „Andromeda“ zum Tatort fuhr. „Für den Transport nutzten er und seine Mittäter eine Segeljacht, die von Rostock aus startete“, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Die Andromeda wurde damals von einer Firma angemietet, die Verbindungen in die Ukraine hatte.

Verdächtiger setzte sich aus Polen ab

An Bord waren offenbar gut trainierte Taucher, die die Sprengladungen an den zwischen 70 und 80 Meter tief liegenden Pipelines anbringen konnten. An Bord der „Andromeda“ sollen Spuren von Sprengstoff gefunden worden sein.

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hat eigenen Angaben nach im vergangenen Jahr mit Personen gesprochen, die Kenntnis der Ereignisse haben wollen. Ihnen zufolge sollen die Saboteure zumindest geglaubt haben, ein militärisch legitimes Ziel anzugreifen.

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Nach den Explosionen hatte die Nato die Sabotage als „vorsätzlich, rücksichtslos und unverantwortlich“ kritisiert. Damals gingen viele Akteure noch davon aus, dass Russland die Pipelines selbst gesprengt hatte, um die Energiekrise in Europa zu verschärfen.

Durch Nord Stream floss bis Anfang September russisches Erdgas nach Deutschland. Nord Stream 2 war wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der folgenden politischen Streitigkeiten nicht in Betrieb genommen worden.

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