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HDE-KonsumbarometerSteigende Preise und schlechte Konjunkturdaten drücken die Stimmung der Verbraucher

Das HDE-Konsumbarometer gibt auch für September weiter nach. Die Konsumenten stellen sich auf ein schwieriges zweites Halbjahr ein – und halten ihr Geld beisammen.Axel Schrinner 06.09.2021 - 04:10 Uhr Artikel anhören

Die Stimmung der Konsumenten ist gedämpft.

Foto: dpa

Düsseldorf. Die Hoffnung auf einen nachhaltigen Aufschwung in Deutschland schwindet. Nach dem Ende der für viele weitgehend unbeschwerten Sommerferien knickt die Stimmung der Verbraucher förmlich ein. Das signalisiert das HDE-Konsumbarometer, das das Handelsblatt Research Institute monatlich für den Handelsverband HDE berechnet.

Das Barometer für September brach um zwei Punkte auf nunmehr 98,39 Zähler ein. Das war nicht nur der zweite Rücksetzer in Folge, sondern auch der stärkste Monatsrückgang seit vergangenem Dezember, als sich Deutschland in der zweiten Corona-Welle befand. Das Barometer basiert auf einer repräsentativen Verbraucherbefragung.

Der Stimmungsumschwung der Verbraucher deckt sich mit den Einschätzungen vieler Konjunkturauguren, die gerade dabei sind, ihre bisherigen konjunkturellen Erwartungen von bis zu vier Prozent für das laufende Jahr möglichst gesichtswahrend nach unten zu revidieren. Denn nach dem schwachen ersten Halbjahr droht auch das zweite Halbjahr gesamtwirtschaftlich zu enttäuschen.

Weite Teile der Wirtschaft leiden unter Materialmangel, das Ifo-Geschäftsklima zeigt nach unten, und der Frühindikator des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle signalisiert für das dritte Quartal lediglich rund ein Prozent Wachstum – und für das Schlussquartal dieses Jahres sogar ein leichtes Schrumpfen der Wirtschaftsleistung.

Infolge der sich eintrübenden Konjunkturerwartungen planen die Verbraucher, ihr Geld erst einmal beisammenzuhalten. Ihre Anschaffungsneigung fiel im September auf den tiefsten Wert seit März. Womöglich fürchten die Konsumenten auch, nach der Bundestagswahl entgegen allen Bekenntnissen der Parteien von Steuererhöhungen überrascht zu werden.

Nächste Regierung braucht hohe Einnahmen

Eine neue Ifo-Studie zeigt, dass Steuererhöhungen in Industrieländern häufig direkt nach Wahlen vorgenommen werden. Dabei werden meist die Umsatz- und Einkommensteuersätze nach Wahlen angehoben, also jene Steuern, die der Großteil der Wähler unmittelbar im eigenen Geldbeutel spürt.

„Unangenehme Politiken bieten sich für die Zeit nach Wahlen an. Wenn die nächste Wahl ansteht, werden sich viele Bürger kaum an die Steuererhöhung nach der letzten Wahl erinnern“, sagte Ifo-Experte Niklas Potrafke. Man dürfe gespannt sein, welche Änderungen in der Steuerpolitik nach der Bundestagswahl auf die Bevölkerung zukommen.

Klar ist jedenfalls: Die nächste Bundesregierung – egal in welcher Zusammensetzung – wird hohe zusätzliche Einnahmen brauchen, um wenigstens einen Teil der ambitionierten Wahlversprechen realisieren zu können.

Immer größere Sorgen bereiten den Konsumenten zudem die rasant steigenden Preise; die Inflationsangst der Verbraucher kletterte auf den höchsten Wert seit Beginn der Datenreihen des Konsumbarometers im Herbst 2016 – und das keineswegs zu Unrecht.

Am Montag meldete das Statistische Bundesamt für August 3,9 Prozent Teuerung – und damit scheint der Höchststand noch keineswegs erreicht zu sein. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann rechnet bis zum Jahresende gar mit einem Anstieg der Inflation „in Richtung fünf Prozent“.

Schwaches zweites Halbjahr im Einzelhandel

Zwar dürfte die Inflation im kommenden Jahr wieder etwas sinken. Doch ob angesichts der Preiseffekte infolge der Energiewende und der Alterung der Gesellschaft die Zeiten stabiler Preise bald zurückkehren werden, zweifeln immer mehr Volkswirte an.

Für den deutschen Einzelhandel sind die Aussichten damit alles andere als rosig. Einen Vorgeschmack auf ein womöglich schwaches zweites Halbjahr erlebten die Händler im Juli, als ihr Umsatz um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat sank.

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Besonders von dem Einbruch betroffen waren einmal mehr der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf sowie die Warenhäuser. Gegen den Trend weiter wuchs dagegen der Internet- und Versandhandel.

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