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KonjunkturUS-Arbeitsmarkt wächst langsamer – Nur 139.000 neue Stellen im Mai

Im US-Arbeitsmarkt entstanden im Mai weniger neue Jobs als im April. Gleichzeitig hat sich die Arbeitslosenquote auf niedrigem Niveau stabilisiert. Das spiegelt die Unsicherheit der Firmen.Anna Kipnis, Laurin Meyer 06.06.2025 - 14:47 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Baustelle in Miami: Im April wurden 177.000 neue Jobs geschaffen. Foto: dpa

Düsseldorf. Der US-Arbeitsmarkt hat sich im Mai weiter abgeschwächt. Laut einem am Freitag veröffentlichten Bericht der US-Regierung wurden im Mai außerhalb der Landwirtschaft 139.000 neue Stellen geschaffen – deutlich weniger als im April, als noch 177.000 neue Jobs entstanden waren. Analysten hatten mit 130.000 neu geschaffenen Stellen gerechnet. Somit konnte der Zuwachs leicht positiv überraschen.

Die Arbeitslosenquote hat sich bei 4,2 Prozent stabilisiert. Damit besteht weiterhin Vollbeschäftigung, die Grenze dafür liegt in den USA bei unter fünf Prozent. Dieses Niveau strebt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) an, die auch für stabile Preise sorgen soll.

Am 18. Juni entscheidet sie erneut über den Leitzins und wird ihn voraussichtlich unverändert lassen, auch weil die Folgen der Zollpolitik auf Arbeitsmarkt und Inflation noch nicht absehbar sind. Entwickelt sich der US-Arbeitsmarkt schwach, erhöht das die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen, die an den Aktienmärkten typischerweise für positive Stimmung sorgen.

Unternehmen sind verunsichert

Die Daten vom Arbeitsmarkt zeigen, wie sehr die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump die US-Unternehmen schwächt oder verunsichert. Die hohen und mehrfach wechselnden Zölle auf Waren aus internationalen Lieferländern sorgen für Kostensteigerung bei Firmen; die Abschiebung von Migranten entreißt dem Arbeitsmarkt Beschäftigte.

Menschen vor dem Arbeitsamt: Die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenhilfe ist so hoch wie seit drei Jahren nicht. Foto: dpa

„Über den Sommer dürfte Trumps Zoll- und Abschiebepolitik langsam mehr Bremsspuren zeigen“, prognostiziert daher Ökonom Bastian Hepperle von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank. Noch müsse die Fed sich aber um den Arbeitsmarkt nicht sorgen. „Sie kann auf mehr Klarheit warten und auf ihrer Juni-Sitzung weiter pausieren.“

Auch an den Aktienmärkten herrscht aktuell ruhige Stimmung. An der Wall Street habe sich ein hohes Maß an Selbstzufriedenheit der Anleger eingestellt, beobachtet Jochen Stanzl, Analyst bei CMC Markets.

Auch Zahl der Kündigungen ist hoch

Doch das könnte sich bald ändern. Denn die Unternehmen stellen nicht nur weniger Leute ein, sie bauen auch viele Stellen ab. US-Arbeitgeber haben im Mai geplant, fast 94.000 Jobs zu kürzen, wie aus dem monatlichen Bericht der Unternehmensberatung Challenger, Gray & Christmas hervorgeht, der am gestrigen Donnerstag bereits veröffentlicht wurde.

Dies entspricht zwar einem leichten Rückgang gegenüber April, aber einem Anstieg von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Insgesamt wurden in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 damit rund 696.000 Entlassungen angekündigt – ein Anstieg von 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

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Der geringe Stellenzuwachs bei einer gleichzeitig hohen Zahl an Kündigungen unterstreicht die Unsicherheit im US-Arbeitsmarkt. „Die Unternehmen geben weniger aus, stellen langsamer ein und verschicken Kündigungsschreiben“, fasst es Andrew Challenger zusammen, stellvertretender Geschäftsführer von Challenger, Gray & Christmas.

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Besonders drastisch fiel der Abbau im Dienstleistungssektor aus. Hier wurden so viele Stellenstreichungen angekündigt wie zuletzt im Mai 2020 während der Corona-Pandemie. Zudem ist der Einzelhandel stark betroffen, gefolgt von der Technologie-Branche.

Zuvor hatte schon die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die letzte Maiwoche negativ überrascht. Die Zahl der laufenden Anträge steuert sogar auf ein Dreijahreshoch zu.

Mit Material der Nachrichtenagentur Reuters

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