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iPhone-HerstellerZoll-Angst kostet Apple den Börsenthron

Trumps Zölle setzen den Tech-Giganten Apple unter Druck: Die Aktie fällt. Das Weiße Haus fordert eine Produktion in den USA – mit hohen Kosten für den Konzern. 09.04.2025 - 03:13 Uhr Artikel anhören
Apple unter Druck: Die neuen Zölle und die Forderung nach Produktion in den USA könnten die Zukunft des Unternehmens verändern. Foto: dpa

New York. Apple hat den Titel des wertvollsten Unternehmens an der Börse verloren, weil Anleger die Folgen der von Präsident Donald Trump verhängten China-Zölle für den iPhone-Konzern fürchten. Die Apple-Aktie büßte in den vergangenen Tagen mehr als ein Fünftel ihres Werts ein. Zur Nummer eins auf dem Börsenolymp wurde am Dienstag Microsoft mit einem Marktwert von rund 2,64 Billionen Dollar (2,4 Billionen Euro). Apple folgte mit knapp 2,6 Billionen Dollar.

Die meisten iPhones werden in China hergestellt. Rechnet man alle Zollmaßnahmen der Trump-Administration zusammen, werden ab Mittwoch auf Importe aus der Volksrepublik in die USA Zölle von 104 Prozent fällig. Apple wolle nun zunächst iPhones aus Indien in die USA liefern, während sich Konzernchef Tim Cook um eine Ausnahme von den Zöllen bemühe, schrieb das „Wall Street Journal“. Um langfristige Investitionen in den Lieferketten umzukrempeln, sei die Lage noch zu unklar, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Für Waren aus Indien hat Trump einen Zoll von 27 Prozent verhängt.

Die Botschaft aus dem Weißen Haus ist derweil unmissverständlich: Apple könne die iPhones für den amerikanischen Markt doch einfach in den USA produzieren. „Warum bauen sie das alles in China? Warum tun sie es nicht hier?“, fragte Trumps Handelsminister Howard Lutnick schon vor Wochen.

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Auf den Einwand, dass in China unter anderem die Arbeitskräfte billiger seien, entgegnete Lutnick damals: „Jetzt gibt es Roboter, die das machen können.“ Das werde in den USA „Millionen und Abermillionen“ von Jobs schaffen – etwa für Bauarbeiter und Mechaniker, die die Roboter warten. Zuletzt schwärmte Lutnick: „Die Armee von zig Millionen Menschen, die winzige Schrauben drehen, um iPhones herzustellen – so etwas wird nach Amerika kommen.“

Branchenexperten, die sich mit Apples Lieferketten auskennen, zerpflücken solche Gedankenspiele schnell. Würde Apple seine iPhones beispielsweise in einer Fabrik in West Virginia oder New Jersey bauen, läge der Preis pro Gerät bei 3500 Dollar, warnt Analyst Dan Ives von der Investmentfirma Wedbush. Würde der Konzern nur zehn Prozent der Lieferkette in die USA verlagern, würde ihn das drei Jahre und 30 Milliarden Dollar kosten, schätzte Ives im Nachrichtensender CNN.

Kein anderes Unternehmen sei so stark von Trumps Zöllen betroffen, betonte der Marktexperte. „Das kann die Zukunft von Apple verändern.“ Needham-Analystin Laura Martin gab bei CNBC zu bedenken, dass Apple rund drei Jahre gebraucht habe, um 14 Prozent der iPhone-Produktion nach Indien zu verlagern. Martin geht auch davon aus, dass der Konzern versuchen werde, die Preise für Endkunden in den USA unverändert zu lassen.

Aus Sicht des Marktexperten Craig Moffett von Moffett Nathanson gibt es „keine gute Antwort“ von Apple auf die Zölle. Der Konzern habe 15 bis 20 Jahre lang in den Aufbau seiner aktuellen Lieferketten investiert – „und das ist woanders schlicht nicht nachzubauen“. Es gehe nicht darum, in den USA Zement in den Boden für eine Fabrik zu gießen und Roboter zu bestellen – denn der US-Arbeitsmarkt biete nicht die erforderlichen Qualifikationen und Zahlen, argumentierte Moffett gegenüber dem TV-Sender CNBC.

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Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sagte am Dienstag, der Präsident seit „absolut“ der Ansicht, dass Apple iPhones in den USA produzieren könne. Trump glaube, dass die USA durchaus die Ressourcen und Arbeitskraft dafür hätten.

rtr
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