Digitalstrategie: Herausforderungen beim Forschungsdatenzentrum
Das Vorhaben des Bundesgesundheitsministers steht beim Forschungsdatenzentrum vor Herausforderungen.
Foto: IMAGO/Chris Emil JanayenDüsseldorf. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) plant ein Forschungsdatenzentrum für das Gesundheitswesen. Bis Ende 2026 sollen dort mindestens 300 Forschungsvorhaben gestartet oder bereits umgesetzt worden sein. So steht es in der Digitalstrategie, die Gesundheitsminister Karl Lauterbach im März vorgestellt hat.
Die Idee ist nicht neu. Ein Forschungsdatenzentrum gibt es hierzulande bereits: Die erste Aufbereitungsstelle für Analysen mit Daten von Krankenkassen wurde 2013 eröffnet. Seit 2020 dockt die Einrichtung an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) an. Das Antragsverfahren für den Zugriff auf Daten wurde wegen der Eingliederung allerdings gestoppt. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) mahnte in einem Schreiben vom November 2019 an, dass das BfArM durch die Übernahme in einen Rollenkonflikt geraten würde.
Angefangen hat alles mit dem Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), einer dem BMG unterstellten Behörde. Das Analysematerial waren Abrechnungsdaten von Krankenkassen – allerdings mit einer Verzögerung von mehreren Jahren, wie im Bericht „Data-Mining – gesellschaftspolitische und rechtliche Herausforderungen“ der Technikfolgeabschätzung des Deutschen Bundestags (TAB) von 2022 steht.