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Gojek und Tokopedia In Indonesien entsteht mit Go-To ein neuer Internetgigant

Die erfolgreichsten Start-ups des Landes, Gojek und Tokopedia, gehen eine Milliardenfusion ein. Auch Google und Facebook sind daran beteiligt.
17.05.2021 - 16:57 Uhr Kommentieren
Die Fusion schafft mit Go-To eines der größten Internetunternehmen in Südostasien. Quelle: GOJEK VIA REUTERS
Gojek-Fahrer in Jakarta

Die Fusion schafft mit Go-To eines der größten Internetunternehmen in Südostasien.

(Foto: GOJEK VIA REUTERS)

Bangkok Wenn auf den verstopften Straßen von Jakarta gar nichts mehr geht, sind die Motorradtaxi-Fahrer die letzte Rettung. In der indonesischen Hauptstadt schlängeln sie sich mit ihren Passagieren auch durch den dichtesten Verkehr ans Ziel. Die Services der sogenannten Ojeks sind in der Megacity seit Jahrzehnten unverzichtbar.

Nun schreiben die Mopedfahrer der Metropole auch Technologiegeschichte: Ohne sie wäre eine am Montag verkündete Rekordfusion zwischen zwei indonesischen Internetkonzernen niemals möglich gewesen.

Es geht dabei um den Zusammenschluss der zwei erfolgreichsten Start-ups des Landes: Der Mobilitäts- und Finanzdienstleister Gojek, der mit der Digitalisierung des Motorradtaxi-Geschäfts den Durchbruch schaffte, und die E-Commerce-Plattform Tokopedia wollen künftig unter dem gemeinsamen Namen Go-To eine dominante Rolle in Südostasiens Internetwirtschaft einnehmen.

Hinter Gojek und Tokopedia stehen prominente Investoren wie Google, Facebook, Softbank und Alibaba, die die Start-ups bei den jüngsten Finanzierungsrunden mit insgesamt 18 Milliarden Dollar bewertet hatten. Unter einem gemeinsamen Dach soll der Firmenwert noch weiter steigen: Für Ende kommenden Jahres ist nun ein Börsengang in den USA und an dem indonesischen Aktienmarkt geplant.

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    Dabei zielt der fusionierte Konzern laut Berichten mehrerer Medien auf eine Bewertung von rund 40 Milliarden Dollar. Damit könnte Go-To mit dem ebenfalls aus Südostasien stammenden Internetkonzern Grab gleichziehen, der nach der Fusion mit einem Börsenmantel in den kommenden Monaten an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq gelistet wird und dort ebenfalls eine 40-Milliarden-Dollar-Bewertung vor Augen hat.

    Go-To hat in Südostasien wachsenden technikaffinen Markt

    An der Wall Street kann sich Südostasiens schnell wachsende Internetwirtschaft damit als Alternative zu Technologieinvestitionen in China positionieren, die wegen der politischen Spannungen zwischen dem Westen und der Regierung in Peking zunehmend unter Druck stehen. Ähnlich wie China bietet auch Südostasien – eine Region, die von Myanmar bis zu den Philippinen reicht und rund 650 Millionen Einwohner umfasst – einen großen, technikaffinen Markt und eine immer zahlungskräftigere Mittelschicht.

    Mit Go-To verfügt Indonesien nun auf diesem Markt über ein Schwergewicht: Zusammen kommen Gojek und Tokopedia auf 100 Millionen aktive Nutzer und ein Transaktionsvolumen von 22 Milliarden Dollar im Jahr. Rund elf Millionen Händler und Gastronomiebetriebe haben Partnerschaften mit dem neuen Internetkonzern. Ihr gemeinsames Ökosystem sei so groß wie zwei Prozent der Wirtschaftsleistung Indonesiens, betonten die Manager der beiden Start-ups bei der Verkündung ihres Zusammenschlusses.

    Geführt wird die neue Go-To-Gruppe von dem bisherigen Gojek-Chef Andre Soelistyo. „Es wird ein Zusammenschluss gleichwertiger Partner“, sagte er. Ein leichtes Ungleichgewicht zeigt aber nicht nur seine Berufung zum künftigen Konzernleiter: 58 Prozent der neuen Holding-Gesellschaft gehen an die bisherigen Gojek-Eigentümer.

    In der Anteilsverteilung schlägt sich die große Bedeutung nieder, die sich Gojek im vergangenen Jahrzehnt erarbeiten konnte. Angefangen hat das 2010 von dem Unternehmer Nadiem Makarim gegründete Start-up als Kurierdienst, das für die Lieferung ein Netzwerk aus Ojek-Fahrern nutzte.

    Starke Konkurrenz mit Grab und Sea

    Mithilfe einer App wurde das Unternehmen von Makarim, der inzwischen Bildungsminister in Indonesiens Regierung ist, zur Multifunktionsplattform: Gojek ist gleichzeitig Taxidienst mit inzwischen rund zwei Millionen Fahrern, Essenslieferant und Online-Bezahldienst – ähnlich wie der Konkurrent Grab aus Singapur.

    Besonders den Finanzdienstleistungen werden große Wachstumschancen zugeschrieben. Denn: Weniger als die Hälfte der rund 270 Millionen Indonesier verfügt über ein Bankkonto.

    Der Gojek-Gründer profitiert unter anderem davon, dass ein großer Teil der Indonesier kein eigenes Bankkonto hat. Quelle: Reuters
    Nadiem Makarim

    Der Gojek-Gründer profitiert unter anderem davon, dass ein großer Teil der Indonesier kein eigenes Bankkonto hat.

    (Foto: Reuters)

    Neben Grab muss Go-To dabei aber auch noch mit einem weiteren südostasiatischen Internetkonzern konkurrieren: Das Unternehmen Sea aus Singapur, das bereits seit 2017 an der New Yorker Börse gelistet ist und dort derzeit rund 110 Milliarden Dollar wert ist, verfügt mit seiner Tochter Shopee über einen der größten Onlinehändler der Region und seit Ende vergangenen Jahres auch über eine digitale Banklizenz in Singapur.

    „Go-To wird sich einem harten Wettbewerb mit den regionalen Rivalen stellen müssen“, kommentierte Jianggan Li, Chef des Beratungsunternehmens Momentum Works. Während Shopee E-Commerce-Marktführer sei, dominiere Grab den Markt für Essenslieferungen in mehreren Ländern Südostasiens.

    Während sich Tokopedia bisher auf Indonesien konzentrierte, ist Gojek bereits in mehreren Ländern vertreten – außerhalb Indonesiens aber mit geringen Marktanteilen. Go-To-Chef Soelistyo glaubt aber, dass sein Unternehmen in der neuen Konstellation einen Vorteil hat: „Wir schaffen die wohl erste Plattform, die E-Commerce, On-Demand-Dienste und Finanzservices in einem Ökosystem verbindet“, sagte er. „Das ist der nächste Schritt in einer aufregenden Reise.“

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