Straßentransport: Elektroantrieb macht Wasserstoff-Lkw zum Ladenhüter
Das Interesse der Kundschaft geht gegen null.
Foto: picture alliance / Hauke-Christian DittrichDuisburg. Martin Daum, Vorstandschef des weltgrößten Lkw-Herstellers Daimler Truck, redete sich am Dienstag vergangener Woche in Rage. „Warum bringen Sie nicht serienmäßig Wasserstoff-Lkws auf den Markt“, werde er ständig gefragt, erzählte der Chef des Dax-Konzerns und präsentierte umgehend die Antwort: „Weil es keinen Wasserstoff auf dem Markt gibt.“
Niemand wolle solche Lkw kaufen, berichtete Daum. Viele Firmenkunden seien sogar bereit, mehr für diese Modelle zu zahlen, doch es gebe für den Betrieb keine Infrastruktur. „Die Nachfrage ist deshalb schlicht nicht da“, beklagte der 63-jährige Spitzenmanager auf einem von Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer einberufenen Expertenforum in Duisburg.
Dabei scheint kaum ein zweiter alternativer Treibstoff derart geeignet, den Diesel in Zukunft beim Lkw zu ersetzen wie Wasserstoff. Das per Elektrolyse aus Wasser erzeugte Gas lässt sich innerhalb von 15 Minuten betanken, ist ungiftig und braucht in stark komprimierter Form wenig Platz.
Dennoch gibt es deutschlandweit pro Monat kaum zwei Dutzend Neuzulassungen. Allein Hyundai verkauft ein Serienfahrzeug auf dem deutschen Markt – und das auch erst seit vergangenem November über den Vermieter Hylane. Stattdessen gewinnt der Batterieantrieb bei schweren Lkw immer deutlicher an Vorsprung, obwohl die Technik unter erheblichen Nachteilen leidet.