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Autobauer Daimler fährt hohen Gewinn ein – Chipmangel trübt den Ausblick auf das zweite Halbjahr

Der weltweite Chipmangel setzt den Autobauern zu. Doch Daimler übertrifft die Prognosen der Analysten deutlich und legt in allen Bereichen zu.
15.07.2021 Update: 15.07.2021 - 11:33 Uhr 2 Kommentare
Der Autobauer überrascht die Analysten. Quelle: dpa
Daimler

Der Autobauer überrascht die Analysten.

(Foto: dpa)

Stuttgart, Düsseldorf Erst Volkswagen, jetzt Daimler: Die deutschen Autobauer haben trotz Chipmangels ein starkes zweites Quartal hingelegt. In der Nacht zum Donnerstag gab Daimler per Pflichtmitteilung die ersten Eckdaten bekannt. Steigende Verkaufszahlen und höhere Preise sorgten für einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von knapp 5,2 Milliarden Euro.

Damit übertrifft Daimler die Erwartungen der Analysten. Sie erwarteten im Schnitt nur 4,1 Milliarden Euro, nachdem der Konzern im Vorjahreszeitraum wegen der Coronakrise einen Verlust von knapp 1,7 Milliarden ausgewiesen hatte. Bereinigt um Rechts- und Umbaukosten lag das Ebit nun bei 5,4 Milliarden.

„Wir erzielen in allen Divisionen weiterhin eine starke finanzielle Performance, trotz der anhaltend geringen Verfügbarkeit von Halbleitern, die sich im zweiten Quartal belastend auf unsere Produktion und unseren Absatz ausgewirkt hat“, bilanzierte Vorstandschef Ola Källenius.

Am Freitag hatte VW bereits seine vorläufigen Zahlen veröffentlicht. Europas größter Autobauer erwirtschaftete in den ersten sechs Monaten ein Ergebnis von rund elf Milliarden Euro. Das Autogeschäft sorgte bei VW im ersten Halbjahr für einen Netto-Cashflow von etwa zehn Milliarden Euro. Damit hat VW bereits mehr verdient als im gesamten vorherigen Geschäftsjahr. 2020 litten die Autobauer allerdings spürbarer unter den Folgen der Corona-Pandemie.

Auch Daimler-Konkurrent BMW verzeichnete im ersten Halbjahr starke Zuwächse bei den Absatzzahlen. Mit fast 1,4 Millionen Fahrzeugen hat BMW so viele Autos wie nie zuvor in einem Halbjahr verkauft. Der Absatz stieg um über 39 Prozent. Besonders gut haben sich elektrifizierte Fahrzeuge verkauft. Hier hat sich der Absatz mehr als verdoppelt. Der Münchener Autobauer gibt seine Halbjahresgeschäftszahlen am 3. August bekannt.

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Daimler verkaufte trotz Produktionspausen wegen des Chipmangels ebenfalls mehr Autos. Von April bis Juni lieferte die Pkw-Tochter Mercedes-Benz weltweit zwar mit 581.201 Fahrzeugen 27 Prozent mehr aus als im Vorjahresquartal.

Die überraschend starken Zahlen der Autobauer sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. „Es erstaunt, dass nach Jahren des Klagens über hohe Transformationskosten plötzlich fast Traumrenditen erzielt werden. Wir gehen allerdings nicht davon aus, dass die Gewinne im zweiten Halbjahr einfach so fortgeschrieben werden können“, sagt NordLB-Analyst Frank Schwope.

Im ersten Halbjahr haben die Hersteller wegen des Chipmangels bei der Produktion vor allem auf teure und margenstarke Premiumfahrzeuge gesetzt. Dadurch sind die Zahlen verzerrt. VW rechnet damit, dass sich die Halbleiterkrise im zweiten Halbjahr auch in den Geschäftszahlen bemerkbar machen wird. Derzeit blickt die Autobranche mit Sorge auf Malaysia, wo Corona-Ausbrüche die Halbleiterproduktion unterbrechen. In Malaysia befinden sich wichtige Standorte für die Endproduktion der Chips.

Viele Sparten erzielen ein Ergebnis über den Erwartungen

Die Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars & Vans übertraf mit einem bereinigten Ebit von gut 3,4 Milliarden Euro im zweiten Quartal die Analystenschätzungen von gut drei Milliarden. Die Umsatzrendite war mit 12,8 Prozent bereits das dritte Quartal in Folge zweistellig. Für das Gesamtjahr hatte Daimler hier ein Ziel von zehn bis zwölf Prozent ausgegeben.

Auch in den anderen Sparten sowie bei dem von Investoren beachteten freien Mittelzufluss im Industriegeschäft konnte der Dax-Konzern die Erwartungen der Analysten übertreffen. So fuhr die Lkw-Sparte Daimler Trucks & Buses ein bereinigtes Ebit von 831 Millionen Euro ein, sodass sich eine Umsatzrendite von 8,3 Prozent ergab.

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Trotz der Gewinne zieht das Daimler-Management seit einiger Zeit die Kostenschrauben an und baut Personal ab. Damit wollen die Schwaben für Anleger attraktiv bleiben und den teuren Umschwung zu Elektroautos stemmen. „Der Schlüssel zu unserem Erfolg ist unser starkes Angebot an hochattraktiven Fahrzeugen, die zunehmend elektrisch werden, kombiniert mit unserem unermüdlichen Fokus auf profitablen Wachstum und strenge Kostenkontrolle“, sagte Källenius.

Angaben zum Umsatz und Überschuss machte Daimler nicht. Die vollständigen Zahlen für das zweite Quartal will der Konzern am kommenden Mittwoch (21. Juli) veröffentlichen.

Mit Material von Reuters

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2 Kommentare zu "Autobauer: Daimler fährt hohen Gewinn ein – Chipmangel trübt den Ausblick auf das zweite Halbjahr"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Daimler steht mit 160 Milliarden Schulden super da und alle demokratischen Parteien wollen Steuersenkungen für Unternehmen, aber nicht für die Arbeiter

  • Was zählt das schon, Tesla hat eine viel bessere Performance, weshalb die sich besser mit (Fremd) Kapital versorgen können. Das ist wichtig, nicht so profane Dinge wie Umsatz, Rendite, Freier Cash-Flow etc. .

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