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AutobrancheNach drei Krisenjahren: Auto-Importeure hoffen auf Trendwende im deutschen Markt

2023 könnte es bei Pkw-Neuzulassungen erstmals wieder Wachstum geben. Die ausländischen Hersteller sehen Nachholbedarf im Markt.Stefan Menzel 02.12.2022 - 17:43 Uhr Artikel anhören

Der japanische Konzern gehört zu den wichtigsten Importeuren in Deutschland.

Foto: ullstein bild - Manfred Segerer

Frankfurt. In der Autobranche gibt es Hoffnung auf eine vorsichtige Aufwärtsbewegung im kommenden Jahr. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) rechnet für 2023 mit einem Zuwachs bei den Neuzulassungen von sechs Prozent auf rund 2,75 Millionen Pkw, wie der Verband am Freitag mitteilte. Das wären ungefähr 150.000 Exemplare mehr als 2022.

Nach drei Jahren in Folge mit anhaltendem Absatzminus würde der Automarkt in Deutschland damit erstmals wieder etwas zulegen. Gleichwohl bleibt die Branche deutlich hinter dem Vorkrisenniveau von 2019 zurück, als in Deutschland noch deutlich mehr als drei Millionen neue Pkw verkauft wurden.

„Wir gehen davon aus, dass die Bedeutung der individuellen Mobilität hoch bleiben wird“, sagte VDIK-Präsident Reinhard Zirpel am Freitag in Frankfurt. In dem Verband haben sich die wichtigsten Hersteller von Importfabrikaten wie Renault (Frankreich), Toyota (Japan) oder Hyundai (Korea) zusammengeschlossen.

Importeure mit hohem Marktanteil

Der gesamte Marktanteil der Importeure liegt in Deutschland bei rund 40 Prozent. Sie werden in diesem Jahr also ungefähr eine Million neue Pkw an deutsche Kunden verkaufen.

Mit drei Krisenjahren im Rücken sei die Lage in der Autobranche alles andere als einfach, erklärte Zirpel. Wegen der zunehmenden konjunkturellen Eintrübung müssten sich alle Autohersteller im kommenden Jahr auch auf einen Rückgang bei den Auftragseingängen vorbereiten. Der aktuelle Auftragsbestand sei aber immer noch stabil, was zumindest in den ersten Monaten des neuen Jahres für eine Auslastung der Autofabriken sorge.

Der VDIK-Präsident sieht inzwischen einen gewissen Nachholbedarf auf dem deutschen Automarkt. Wegen der Coronakrise, fehlender Halbleiter und der Energiekrise seien in den vergangenen drei Jahren etwa 1,5 Millionen Pkw nicht verkauft worden. Das Durchschnittsalter der Gebrauchtwagenflotte sei dadurch weiter gestiegen. Viele Autokäufer könnten im Alltag einfach nicht auf einen Pkw verzichten. „Die Menschen kaufen Autos, weil sie Mobilität brauchen“, sagte Zirpel.

Die besondere Dynamik bei Elektroautos wird aus Sicht der Importeure im neuen Jahr aber deutlich nachlassen. Der VDIK-Präsident machte dafür die geplanten Einschränkungen bei der staatlichen Förderung verantwortlich. „Mit zwei- bis dreistelligen prozentualen Zuwachsraten wie in den vergangenen Jahren ist es vorerst vorbei“, sagte Zirpel. Besonders einschneidend dürften die Veränderungen bei Plug-in-Hybriden sein, die 2023 nicht mehr vom Staat gefördert werden.

2022 werden nach VDIK-Schätzung voraussichtlich rund 740.000 Elektrofahrzeuge neu zugelassen. Das wäre ein Plus von neun Prozent. Der Elektroanteil am gesamten Automarkt steigt dadurch von 26 Prozent im Vorjahr auf nun 28 Prozent.

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Der VDIK erlebt einen starken Mitgliederzuwachs: Chinesische Hersteller entdecken den deutschen Markt und treten in den Verband ein. Fünf neue Unternehmen aus China sind in diesem Jahr dazugekommen.

„Die Aussichten der Neueinsteiger, auf dem deutschen Pkw-Markt Fuß zu fassen, standen wahrscheinlich noch nie so gut wie jetzt“, erklärt Michael Gergen vom Marktforschungsunternehmen Dataforce. Die chinesischen Hersteller, die jetzt vermehrt in Deutschland vertreten sind, bieten auch günstigere Elektromodelle an und könnten damit für zusätzliches Wachstum bei den Pkw-Verkaufszahlen sorgen.

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