Jochen Zeitz: Chef von Harley-Davidson kündigt Rücktritt an
Düsseldorf. Harley-Davidson-Chef Jochen Zeitz will seinen Posten in diesem Jahr aufgeben. Damit wird die fünfjährige Amtszeit des deutschen Managers bei dem legendären US-Motorradhersteller vorerst enden.
Der Verwaltungsrat des Unternehmens teilte am Dienstag mit, man suche bereits seit Ende vergangenen Jahres nach einem Nachfolger für Zeitz. Bis der Prozess abgeschlossen sei, werde der 62-Jährige im Amt bleiben.
Das Unternehmen habe ihm viel zu verdanken, erklärte der Verwaltungsrat: unter anderem die „Hardwire“-Strategie, mit der er die Marke neu erfunden und Harley-Davidson aus der Krise geholt habe – „in einer der schwierigsten Phasen für das Unternehmen“.
Zeitz versuchte die Motorrad-Ikone mit seinem Fünf-Jahres-Plan für jüngere Kunden attraktiver zu machen und konzentrierte sie auf hochmargige Produkte. Im vergangenen Jahr bröckelte der Umsatz allerdings um rund 15 Prozent, und auch für das laufende Jahr erwartet Harley bestenfalls ein stagnierendes Geschäft.
Er setzte sich für Initiativen zur Förderung von Diversität, Gleichstellung und Inklusion (Diversity, Equity und Inclusion; kurz DEI) ein. Harley hat im vergangenen Jahr einige seiner DEI-Programme eingestellt, nachdem es von einem rechten Aktivisten unter Beschuss geraten war, der das Unternehmen auf Elon Musks Plattform X öffentlich für die Programme angegriffen hatte.
Die Harley-Aktie stieg nach der Mitteilung über Zeitz' Abgang in New York vorbörslich um 3,3 Prozent. Seit Zeitz das Amt des Vorstandschefs angetreten hatte, ist die Aktie um rund elf Prozent gestiegen.
Der in Mannheim geborene Zeitz war 1993 bekannt geworden, als er mit 30 Jahren bei Puma der jüngste Vorstandschef eines börsennotierten Unternehmens Deutschlands geworden war. Er machte die kriselnde Firma zum drittgrößten Sportartikelhersteller weltweit, ehe er 2011 abtrat. Schon 2007 war Zeitz in den Verwaltungsrat von Harley-Davidson eingezogen, 2020 rückte er in die operative Verantwortung.