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MaschinenbauRoboter - China könnte Deutschland überholen

Die Anbieter von Robotik und Automation rechnen in diesem Jahr mit Rekordumsätzen. Doch China könnte in Sachen Roboterdichte bald an Deutschland vorbeiziehen.Axel Höpner 20.06.2023 - 10:15 Uhr Artikel anhören

Die Automobilbranche war einer der Vorreiter in Sachen Robotereinsatz. Inzwischen ziehen viele andere Branchen nach.

Foto: dpa

München. China könnte in diesem Jahr in Sachen Roboterdichte erstmals an Deutschland vorbeiziehen. Das sei bedenklich, sagte Frank Konrad, CEO von Hahn Automation und Vorsitzender von VDMA Robotik + Automation, am Freitag in München. „Ohne Robotik und Automation werden wir unseren Wohlstandsstandard nicht aufrechterhalten.“ Die Technologie könne auch helfen, Fertigung von Batterien, Elektroautos und Brennstoffzellen wieder verstärkt nach Deutschland zu bringen.

Im vergangenen Jahr überrundete China mit einer Roboterdichte in der Industrie von 322 Maschinen je 10.000 Beschäftigten laut Zahlen des Weltbranchenverbands IFR bereits die USA mit 274 Maschinen je 10.000 Beschäftigten. In China wird inzwischen jeder zweite neue Roboter aufgestellt.

2023 könnte das Land nach Schätzung des VDMA auch erstmals einen höheren Automatisierungsgrad als Deutschland ausweisen, das im vergangenen Jahr bei 397 Maschinen lag. Chinesische Unternehmen seien gut darin, zu skalieren – also große Stückzahlen zu fertigen, sagte Konrad. Zudem treibe der Staat das Thema mit einem Fünf-Jahres-Plan konsequent voran.

Maschinenbau: Fachkräftemangel erhöht Nachfrage nach Robotern und Automation

Die deutschen Anbieter von Automationstechnologie und Robotern profitieren von der weltweit steigenden Nachfrage. Die weltweiten Umsätze der Unternehmen könnten laut VDMA in diesem Jahr um 13 Prozent auf erstmals 16,2 Milliarden Euro steigen.

„In der Pandemie haben die Anbieter große Orderbestände aufgebaut, die mit den nachlassenden Engpässen in den Lieferketten nun schrittweise abgebaut werden“, sagte Konrad vor der Branchenmesse Automatica. Im vergangenen Jahr hatten sie um fünf Prozent zugelegt. Dabei wurde das Wachstum noch durch den Chipmangel gebremst.

Für die weiter steigende Nachfrage nach Robotik und Automation gibt es derzeit vor allem zwei Treiber: Der Fachkräftemängel zwingt auch kleinere Unternehmen zur Automatisierung, die bislang dem Einsatz von Robotern eher skeptisch gegenüber standen.

Firmen holen Fertigung näher an die Heimat zurück – mithilfe von Robotern

Laut einer Studie der Stiftung Familienunternehmen zum Beispiel klagen gut 44 Prozent der Industrieunternehmen über fehlendes Fachpersonal. Die Fachkräftelücke erreichte in Deutschland laut Institut der deutschen Wirtschaft mit 630.000 offenen Stellen im vergangenen Jahr einen neuen Höchstwert.

Zudem holen viele Unternehmen angesichts der Erfahrungen aus Coronapandemie und dem Ukrainekrieg die Produktion wieder näher an die Heimat zurück und diversifizieren die Fertigung. Das ist aber nur bei besonders effizienter Produktion möglich.

Größter deutscher Roboterbauer ist Kuka, der seit einigen Jahren zum chinesischen Midea-Konzern gehört. Die Augsburger steckten zwischenzeitlich in einer Krise, konnten die Umsätze einschließlich Anlagenbau im vergangenen Jahr aber wieder um 18,6 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro steigern.

Roboter-Hersteller Kuka steigert Umsätze

Der Kuka-Auftragseingang legte sogar um ein Viertel auf 4,5 Milliarden Euro zu. Automatisierung sei derzeit quer durch alle Branchen und Länder gefragter denn je, sagte Kuka-CEO Peter Mohnen, „erst recht durch die Coronakrise und den allgegenwärtigen Personalmangel“.

Daneben gibt es in Deutschland auch viele mittelständische Anbieter und Start-ups, gerade im wachsenden Bereich der kollaborierenden Roboter. So hat zum Beispiel die RAG-Stiftung die Robotergruppe United Robotics geformt, Unternehmen wie Franka Emika und Fruitcore entwickeln Cobots und Betriebssysteme.

Weltweit wurden im vergangenen Jahr nach vorläufigen Zahlen des Branchenverbands IFR erstmals 531.000 Roboter neu installiert, ein Zuwachs von zwei Prozent. Das sind doppelt so viele wie vor sieben Jahren.

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Erstpublikation: 16.06.2023, 15:50 Uhr.

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