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AutoMercedes will weiteres Modell in USA bauen – Weißes Haus spricht von „Trump-Effekt“

Angesichts des Zollstreits will der Dax-Konzern sein Bekenntnis zum US-Markt unterstreichen. Künftig könnte ein SUV-Bestseller von Mercedes im Werk Alabama vom Band rollen. 01.05.2025 - 19:57 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Produktion des Mercedes GLC in Sindelfingen: Der SUV-Bestseller könnte künftig auch in den USA produziert werden. Foto: Mercedes-Benz AG

Tuscaloosa, Stuttgart. Der Autobauer Mercedes-Benz will angesichts der US-Importzölle ein weiteres Modell in seinem US-Werk bauen. Ab 2027 solle in Tuscaloosa (Alabama) ein neues auf US-Kunden angepasstes Fahrzeug des Mittelklasse-Segments Core produziert werden, teilte Mercedes am Donnerstag mit. Die Stuttgarter wollen damit nach eigenem Bekunden auch ihr Bekenntnis zum US-Markt unterstreichen.

Nach Handelsblatt-Informationen erwägt der Konzern, seinen SUV-Bestseller GLC künftig auch in den Vereinigten Staaten zu bauen. Das Core-Segment mit Modellen wie der E-Klasse und dem GLC ist bei Mercedes das mengenmäßig größte Segment. Welches Modell konkret in Tuscaloosa neu hergestellt werden soll, teilte Mercedes nicht mit.

Konzernchef Ola Källenius hatte am Vortag zur Zahlenvorlage bereits in Aussicht gestellt, in den USA expandieren zu wollen – und dies auch bei Gesprächen mit der US-Regierung, um deren Zollpolitik in die Waagschale zu werfen.

Weißes Haus sieht „Trump-Effekt“

„Es ist ein natürlicher Schritt, ein weiteres Modell nach Alabama zu bringen“, sagte Källenius laut Mitteilung. „Dies ist Teil unserer Strategie, unser Engagement in den Vereinigten Staaten zu vertiefen.“

Auch das Weiße Haus kommentierte die Entscheidung des Autobauers am Donnerstag und spricht von einen „Trump-Effekt“. Die Produktionsverlagerung sei das jüngste Ergebnis von Präsident Trumps „unnachgiebigem Bestreben, die Dominanz der amerikanischen Produktion zu stärken“, heißt es in einer Mitteilung. Auch lobte das Weiße Haus, dass Mercedes bereits zu Jahresbeginn angedeutet hat, zusätzliche Investitionen in seine US-Werke tätigen zu wollen.

Der Stuttgarter Konzern sei nicht der einzige Autohersteller, der seine Produktion ins Ausland verlagere, heißt es weiter. Auch BMW erwäge Produktionsschichten in seinem Werk in South Carolina zu steigern. Das Weiße Haus spricht von Anreizen durch Trumps Politik, wieder in Amerika zu produzieren.

Ökonomen bezweifeln diesen Effekt jedoch. Viele Autobauer hätten auch vorher schon geplant, den amerikanischen Standort zu stärken. „Sie haben bereits vor vielen Jahren damit begonnen, deutsche Zulieferer nach South Carolina zu holen“, sagte Robert Handfield, Lieferkettenexperte und Professor am Poole College of Management, dem Handelsblatt. Es gebe eine Reihe von Gründen, warum sie das tun, abgesehen von den Zöllen der US-Regierung.

Viele der Autos werden exportiert

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Mercedes beschäftigt in Tuscaloosa mehr als 6000 Menschen und stellt dort vor allem die großen SUV-Modelle GLS und GLE sowie deren Elektrovarianten her. Viele dieser Autos werden auch exportiert. Vergangenes Jahr liefen in dem Werk rund 260.000 Autos vom Band.

Mercedes hat auf dem wichtigen US-Markt insgesamt knapp 325.000 Pkw verkauft. Wegen der zurzeit geltenden Importzölle von US-Präsident Donald Trump steht bei Mercedes in der Pkw-Sparte in diesem Jahr nahezu die Hälfte des eingeplanten operativen Gewinns im Feuer, wie die Schwaben am Vortag mitteilten.

lm, rtr
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