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RüstungDeutschland und Frankreich könnten Kampfjet-Kooperation kippen

Ein milliardenschweres Rüstungsprojekt von Deutschland und Frankreich steht einem Bericht zufolge vor massiven Kürzungen. Der gemeinsame Kampfjet der nächsten Generation steht auf dem Spiel. 17.11.2025 - 07:26 Uhr Artikel anhören
Rafale Kampfjet: Gehen Airbus und Dassault getrennte Wege? Foto: REUTERS

Düsseldorf. Deutschland und Frankreich denken laut einem Bericht der „Financial Times“ darüber nach, ihr milliardenschweres Zukunftsprojekt Future Combat Air System (FCAS) grundlegend neu zuzuschneiden. Beide Regierungen prüfen demnach, ob ein europäischer Kampfjet der kommenden Generation noch zusammen entwickelt werden kann. Stattdessen könnte sich die Kooperation darauf konzentrieren, ein gemeinsames Führungs- und Kontrollsystem – die sogenannte „Combat Cloud“ – aufzubauen.

Zwischen Airbus und Dassault Aviation war es in zentralen Entwicklungsfragen des Jets immer wieder zu Konflikten gekommen – ob beim Design, der Arbeitsteilung oder der Lieferantenauswahl. Nun steht Europas größtes Rüstungsprojekt mit einem geplanten Volumen von über 100 Milliarden Euro womöglich vor massiven Kürzungen. Noch in dieser Woche sollen laut Zeitung hochrangige Treffen zwischen Verteidigungsministerinnen und Regierungschefs beider Länder stattfinden, um die Zukunft des Programms zu klären.

Die Zusammenarbeit könnte sich laut FT-Bericht künftig auf die „Combat Cloud“ reduzieren. Das System soll mithilfe von KI große Datenmengen nahezu in Echtzeit verarbeiten und Kampfflugzeuge, Drohnen, Sensoren und Kommandozentralen in der Luft, zu Land und zur See vernetzen. Daran beteiligt sind Airbus Defence and Space, Thales und der spanische Konzern Indra.

Im Gespräch mit dem Handelsblatt äußerten sich die politischen Verantwortungsträger allerdings optimistisch, dass das Projekt weitergeht. „Die Frage des geistigen Eigentums ist einer der Knackpunkte. Dassault behält sich vor, die Patente zu halten, aber da müssen wir gemeinsam faire Lösungen finden“, sagte Europa-Staatssekretär Gunther Krichbaum.

Sollte der Jet tatsächlich gestrichen werden, könnte dies erhebliche Folgen für die Industrie haben. Die Bundesregierung soll laut Bericht über eine Zusammenarbeit mit Großbritannien oder Schweden nachdenken, falls der französische Rüstungskonzern Dassault bei zentralen Entscheidungen nicht nachgibt.

Dessen Chef Éric Trappier hatte zuletzt erklärt, Frankreich könne den Jet notfalls allein bauen. Insidern zufolge ist das Vertrauen zwischen den beteiligten Industrien stark beschädigt.

bay
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