Stefan Dräger im Interview: Drägerwerk-Chef kritisiert: „Die Wirtschaft hätte 3G schon vor Monaten gebraucht“
Der Chef von Drägerwerk hofft, dass die neue Bundesregierung Hightech auch in der Medizintechnik vorantreibt.
Foto: DrägerwerkFrankfurt. Die hohe Nachfrage nach Beatmungsgeräten und Schutzkleidung in der Coronapandemie hat die Belegschaft im Medizin- und Sicherheitstechnikunternehmen Drägerwerk monatelang bis an die Grenzen gefordert – insbesondere als Beschäftigte wegen einer Corona-Erkrankung ausfielen.
Diese Situation vor Augen, fordert der Vorstandvorsitzende und Gesellschafter des börsennotierten Familienunternehmens Drägerwerk mehr Freiheiten für Unternehmen, die für sie notwendigen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen selbst bestimmen zu können.
„Die Wirtschaft hätte die 3G-Regel schon vor Monaten gebraucht“, sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Viele Unternehmen hätten sie vermutlich auch eingeführt, wenn man sie gelassen hätte, ist der Firmenchef überzeugt. „Dann wären weniger Beschäftigte erkrankt, und man hätte insgesamt einen besseren Schutz der Bevölkerung erreicht“, sagt Dräger, der das Unternehmen in fünfter Familiengeneration führt. Bei Drägerwerk sind 90 Prozent der Beschäftigten geimpft.
Auch beim Thema Homeoffice wünscht er sich mehr Flexibilität: Die Verlagerung ins Homeoffice habe in einigen Abteilungen die Kreativität und Produktivität gebremst, sagt der 58-Jährige insbesondere mit Blick auf die Produktentwicklung. „Deshalb würden wir uns freuen, wenn wir als Unternehmen selbst über die notwendigen Maßnahmen, die für den Gesundheitsschutz notwendig sind, entscheiden könnten“, so Dräger.