
Wochenend-Newsletter: Die Paprika-Ampel ist auch nicht mehr, was sie mal war
Liebe Leserin,
lieber Leser,
wie jede gute Mutter versuche ich, meiner Familie regelmäßig Gemüse unterzujubeln. Das klappt mal besser und mal schlechter. Beim Kleinkind kann man, ähnlich wie bei einem Hund, immerhin noch alles mit Leberwurst tarnen. Der Nachteil: Das Kind riecht die nächsten drei Tage auch selbst wie eine Leberwurst, und zwar nicht wie eine frische.
Was in meiner Familie in den vergangenen Jahren allerdings meistens funktioniert hat, war Paprika. Die kann man fast überall eingeschweißt im Dreierpack kaufen in den Farben der Ampel, Rot, Gelb und Grün. Natürlich ist dabei nicht jede Paprikasorte gleich beliebt. Mein Eindruck ist, dass grüne Paprika am meisten polarisiert. Sie wird entweder exzessiv geliebt oder gehasst, dazwischen geht nichts. Gelbe Paprika hingegen befindet sich so ein wenig in der Egal-Zone. Die Gruppe, die für gelbe Paprika brennt, ist meinem Empfinden nach sehr klein. Auf rote Paprika konnten sich wiederum lange viele einigen.
Seit einigen Monaten beobachte ich allerdings einen Wandel bei der Nachfrage nach Paprika. Mein einer Sohn lehnt alles außer Gurke ab, der andere sieht Dosenmais als einzig wählbare Option, und mein Mann sinniert neuerdings darüber, ob Aubergine nicht auch mal eine Alternative wäre. Die Paprika verschimmelt währenddessen ungeliebt im Gemüsefach.
Mich macht das unglücklich. Ich bin kein Fan davon, dass jetzt alle ihre Sonderwünsche durchsetzen. Vielleicht würde ich persönlich eher noch ein Jahr so weitermachen wie bisher, mit der rot-gelb-grünen Paprikakombi. Nicht mit großer Begeisterung, aber wir könnten das Jahr nutzen, um neue Kombinationen zu finden, die uns alle etwas zufriedener und trotzdem satt machen. Meines Wissens nach kann man Rot, Grün oder Gelb auch mit Schwarz kombinieren. Nur nicht mit Blau. Da fällt mir beim besten Wissen kein gutes Gemüserezept ein.
Viel Spaß mit unseren garantiert Paprika- und Leberwurst-freien Leseempfehlungen,
Ihre
Charlotte Haunhorst

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