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Bundestagswahl 2025Union verliert in Umfrage nach Abstimmung mit AfD

Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz könnte sich mit seinem harten Kurs in der Migrationspolitik verkalkuliert haben. Zugleich scheinen die Koalitionsoptionen zu schwinden. 04.02.2025 - 15:37 Uhr Artikel anhören
Kaputtes Wahlplakat von Friedrich Merz: Die Union fällt in einer Umfrage zurück. Foto: Boris Roessler/dpa

Berlin. Die Union hat nach den umstrittenen Abstimmungen mit der AfD im Bundestag an Zustimmung verloren. Sie kommt im aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer noch auf 28 Prozent (minus zwei Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche). Allerdings kann die Kanzlerpartei SPD nicht profitieren, sie bleibt bei 16 Prozent. Die AfD stagniert bei 20 Prozent.

Zugewinne verzeichnen dagegen die Grünen mit 15 Prozent (plus eins), die Linke mit fünf Prozent (plus eins) und das BSW mit vier Prozent (plus eins). Die FDP und das BSW würden nach diesen Zahlen den Einzug in den Bundestag verpassen.

Durchgeführt wird die Umfrage vom Meinungsforschungsinstitut Forsa. Nach dessen Berechnungen wäre eine Koalition von Union mit der SPD oder eine von CDU/CSU mit den Grünen möglich. Für Schwarz-Grün würde es allerdings bereits jetzt knapp. Verliert die Union auch nur leicht weiter, wäre demnach nur noch eine große Koalition möglich.

AfD stimmte für Fünf-Punkte-Plan und „Zustrombegrenzungsgesetz“

Die deutlichste Mehrheit hätte eine Koalition aus Union und AfD, die CDU-Chef und Kanzlerkandidat Friedrich Merz aber ausgeschlossen hat. Schwarz-Grün steht auch unabhängig von der Zahl der Sitze auf der Kippe. Bei den Grünen mehren sich unter anderem in der Grünen Jugend die Stimmen, die eine solche Koalition vehement ablehnen.

Hintergrund sind zwei kontroverse Vorgänge in der vergangenen Woche: Die Union brachte entgegen vorheriger Versprechen Merz' am Mittwoch einen Entschließungsantrag für eine schärfere Migrationspolitik mit Simmen der AfD durch den Bundestag.

Am Freitag stimmte die teils gesichert rechtsextreme Partei dann für das von der Union eingebrachte „Zustrombegrenzungsgesetz“, das letztlich scheiterte. Hunderttausende Menschen gingen gegen einen Rechtruck auf die Straße.

Das Trendbarometer bildet die Reaktion der Bevölkerung auf diese Entwicklungen wohl ab. Befragt wurden 2503 Personen zwischen dem 28. Januar (Dienstag) und dem 3. Februar. Dass die AfD zusammen mit der Union abstimmen wird, zeichnete sich bereits zuvor ab. Umfragen sind allerdings nur Momentaufnahmen und daher mit Unsicherheit behaftet.

Robert Habeck und Friedrich Merz in Umfrage gleich beliebt

In der Forsa-Befragung sind die Werte bei der Frage nach dem bevorzugten Kanzler sind weitgehend unverändert: Unions-Kanzlerkandidat Merz liegt ebenso wie Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck bei 22 Prozent. Kanzler Olaf Scholz (SPD) und AfD-Co-Chefin Alice Weidel kommen auf je 16 Prozent.

In einer weiteren Forsa-Umfrage für den „Stern“ verschlechtern sich die Werte für das Profil von Merz. Im Vergleich zu August 2024 halten ihn jetzt noch 49 Prozent der Bundesbürger für „führungsstark“ (minus zwei) und 43 Prozent für „kompetent“ (minus drei).

Bei den Eigenschaften „vertrauenswürdig“ und „sympathisch“ muss er deutliche Einbußen hinnehmen: Merz landet bei 24 Prozent (minus sechs) beziehungsweise bei 16 Prozent (minus acht). Dafür bescheinigen ihm mehr Befragte, dass er sich verständlich ausdrücken kann und wisse, was Menschen bewegt.

Durchgeführt wurde die Umfrage am 30. und 31. Januar unter 1001 Befragten. Darin zeigte sich auch: Die eigenen Anhängerinnen und Anhänger konnte Merz durch seine Mehrheitsfindung bei dem Entschließungsantrag und Migrationsgesetz nicht abschrecken. Sympathisanten von CDU/CSU bewerteten ihn in fünf von sechs Eigenschaften deutlich besser als im Sommer 2024.

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Das bestätigt auch ein ZDF-Politbarometer vom Anfang vergangener Woche. Darin gaben 66 Prozent der Unions-Anhängerinnen und -Anhänger an, es gut zu finden, dass die Union bei einem Antrag zur Verschärfung der Asylmaßnahmen auch Stimmen der AfD in Kauf nimmt.

rtr, jsb
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