Immobilien: So könnten Logistikgebäude die Energiewende voranbringen
- Logistikimmobilien sind riesig. Deshalb haben sie das Potenzial, viel grüne Energie bereitzustellen.
- Doch in die kommunale Wärmeplanung sind sie meist nicht eingebunden.
- Um aus Logistikzentren Energiezentralen zu machen, müssen noch einige Hindernisse aus dem Weg geräumt werden.
Düsseldorf. Finnland gilt als Vorreiter bei der Energiewende. Dort soll bald die Abwärme eines Google-Rechenzentrums bis zu 80 Prozent des Fernwärmebedarfs der 20.000 Einwohner zählenden Stadt Hamina decken. Microsoft baut einen Komplex aus Rechenzentren, der bis zu 40 Prozent der Fernwärme für drei Orte liefern soll, darunter die zweitgrößte Stadt des Landes, Espoo. Zwei Beispiele von vielen – 2035 will das Land als erstes der Welt klimaneutral sein.
In Deutschland kommt die Wärmewende langsamer voran. Doch auch hier werden mehr und mehr Optionen diskutiert und geplant, um die Strom- und Wärmeversorgung zu dekarbonisieren, darunter tiefe Geothermie, Abwärme aus Rechenzentren sowie aus Flüssen. Auch Logistikimmobilien könnten dabei eine Rolle spielen, ihr Potenzial wird aber bislang wenig beachtet.
Photovoltaik, Geothermie, Abwärme: Lagerhallen können viel grüne Energie liefern
Aus Sicht von Malte-Maria Münchow, Head of Logistics Strategy bei Deka Immobilien Investment und Sprecher der Initiative Logistikimmobilien (Logix), bieten sie sogar „ein signifikantes Potenzial, um die Energie- und Wärmewende voranzutreiben.“
Mit dieser Einschätzung bezieht er sich auf die Studie „Logistikimmobilien als Pfeiler der Kommunalen Wärmeplanung“, die von Logix beauftragt wurde und Handelsblatt Inside Energie & Immobilien vorab vorliegt. Die Autoren stammen von den Unternehmen List Eco, Fiege Logistics und Siemens Energy.