Sozialstaat: Deshalb stehen Deutschlands Sozialsysteme vor dem Kipppunkt
Berlin. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche legte den Finger in die Wunde, mehrfach sogar. Erst hatte die CDU-Politikerin betont, dass die Lebensarbeitszeit steigen müsse. Und ein paar Tage später legte Reiche nach: Das gesamte deutsche Sozialsystem stehe an einem „Kipppunkt“, mahnte sie.
Fakt ist: Gut 1,3 Billionen Euro wurden im vergangenen Jahr für Soziales ausgegeben. Und mit ihren Plänen für den Ausbau der Mütterrente, für die Stabilisierung des Rentenniveaus oder der Krankenhausreform sattelt die schwarz-rote Koalition noch einmal ordentlich drauf. Der Gesetzentwurf von Sozialministerin Bärbel Bas (SPD) ist an diesem Mittwoch Thema im Bundeskabinett.
Doch mit dem Ausbau des Sozialstaats wächst auch die Sorge, wie lange wir ihn uns noch leisten können. Zwar blitzte Reiche mit ihrem Vorstoß zur Lebensarbeitszeit bei der SPD ab – und auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) war nicht begeistert, er will den Koalitionspartner nicht verärgern. Doch Ökonomen sehen die Belastungsgrenze erreicht – schon jetzt.