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Börse am 5. FebruarAcht Dinge, die für Anleger heute wichtig sind

US-Präsident Trumps „Rede zur Lage der Nation“, Coronavirus und gleich mehrere Quartalsbilanzen: Die Märkte erhalten an diesem Mittwoch viele Impulse.Lisa Oenning 05.02.2020 - 06:08 Uhr

Blick auf die Anzeige an der Frankfurter Börse.

Foto: dpa

Düsseldorf. Im Fokus der Anleger stehen an diesem Mittwoch mehrere Ereignisse. So hat Donald Trump in der Nacht zu Mittwoch seine „Rede zur Lage der Nation“ gehalten. Die US-Wirtschaft sieht der US-Präsident in einem Aufschwung, der seinesgleichen sucht. Die Zeit des amerikanischen Abstiegs sei vorbei, der Wohlstand wachse und die Arbeitslosigkeit sinke, sagte er im US-Kongress.

Zudem dürfte das Coronavirus die Anleger weiter beschäftigen. Zwar eroberte der Dax nach dem Kurssturz der vergangenen Woche am Dienstag die Marke von 13.200 Punkten zurück und schloss damit mehr als 200 Zähler höher. Doch solange sich nicht abzeichnet, dass die bisher ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung der Virusinfektion greifen, indem beispielsweise die Fallzahlen konstant bleiben, dürften die Kursanstiege an den Aktienmärkten begrenzt bleiben, meinen Experten.

Neue Impulse erhalten die Märkte außerdem von einer ganzen Reihe an Unternehmenszahlen: Siemens hält nicht nur seine Hauptversammlung ab, sondern präsentiert auch die Bilanz seines ersten Quartals – und gibt damit einen Hinweis darauf, wie der Münchner Konzern in die im Frühjahr geplante Aufspaltung gehen wird. Zudem geben Infineon, General Motors und Spotify Einblick in ihre Bücher.

Vor dem Handelsstart notiert der deutsche Leitindex auf außerbörslichen Handelsplattformen leicht im Minus.

1 – Vorgabe aus den USA

Die jüngsten Geldspritzen der chinesischen Notenbank haben die Wall Street am Dienstag beflügelt. Börsianer äußerten die Hoffnung, dass sich die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus-Ausbruchs in Grenzen halten. „Wenn China alles Erforderliche tut, um das Schlimmste zu verhindern, was die finanzielle Seite angeht, dann war die Marktschwäche vergangene Woche vielleicht etwas übertrieben“, sagte Anlagestratege Willie Delwiche vom Finanzhaus Baird. Die chinesische Zentralbank pumpte nach eigener Auskunft am Montag und Dienstag umgerechnet etwa 220 Milliarden Euro zur Stabilisierung in das heimische Finanzsystem.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 1,4 Prozent höher aus dem Handel bei knapp 28.808 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 1,5 Prozent auf nahezu 3298 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg sogar 2,1 Prozent auf rund 9468 Stellen und erreichte damit ein neues Rekordhoch.

2 – Handel in Asien

Die asiatischen Aktienmärkte haben sich am Mittwoch stabil gezeigt. Die Hoffnung auf zusätzliche Impulse zur Abmilderung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs hob trotz des Risikos einer weiteren Ausbreitung der Epidemie die Stimmung der Anleger. China und andere Länder haben in dem Versuch das Virus einzudämmen Reisebeschränkungen verhängt, Unternehmen Produktionsstätten und Filialen geschlossen, Flugverbindungen nach China sind ausgesetzt.

Viele Investoren argumentieren, dass jede Verlangsamung des chinesischen Wirtschaftswachstums vorübergehend wäre und dass die politischen Schritte Chinas Grund genug seien, optimistisch in Bezug auf die Wachstumsaussichten zu bleiben. Aber bisher hat China keinen Weg gefunden, die Ausbreitung des Virus zu stoppen. „Wir werden einen starken Tag in Asien haben, aber ob dies die Umkehrung eines Abwärtstrends ist, bleibt abzuwarten“, sagte Michael McCarthy, Chefmarktstratege bei CMC Markets in Sydney.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,2 Prozent höher bei 23.349 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1 Prozent und lag bei 1702 Punkten. Die Börse in Schanghai lag 1,6 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Schanghai und Shenzen gewann 1,6 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 2,1 Prozent.

3 – Trump hat „Rede zur Lage der Nation“ gehalten

US-Präsident Donald Trump hat in der Nacht seine „Rede zur Lage der Nation“ gehalten. Darin hat er die Wirtschaftspolitik seiner Regierung über die Maßen gelobt. Seine Regierung werde Amerika zur „wohlhabendsten Gesellschaft“ der Welt machen, versprach er. Der US-Wirtschaft gehe es „so gut wie nie zuvor“, sagte er.

Dabei war US-Wirtschaft 2019 nur um 2,3 Prozent und damit so schwach gewachsen wie seit 2016 nicht mehr. Die US-Arbeitslosenquote ist mit 3,5 Prozent so niedrig wie seit rund 50 Jahren nicht mehr. Der beispiellose Wirtschaftsboom, den Trump beschwor, hebt sich zahlenmäßig allerdings nicht nennenswert von der robusten Wirtschaftslage ab, die er von seinem Vorgänger Barack Obama erbte. Dennoch dürften die Märkte auf Trumps Rede reagieren.

4 – Siemens hält Hauptversammlung ab und gibt Einblick in die Bücher

Der Münchener Konzern präsentiert am Mittwochmorgen seine Zahlen fürs erste Quartal. Sie gelten als richtungsweisend, zumal das Unternehmen im Frühjahr in die Aufspaltung geht. Anschließend hält Siemens seine Hauptversammlung ab, die mehrere Kritiker begleiten.

Zum Aktionärstreffen in München haben verschiedene Gruppen wie Fridays for Future, Extinction Rebellion, Campact und Greenpeace Proteste gegen den Dax-Konzern angekündigt. Im Zentrum steht dabei die Kritik von Klimaaktivisten an der Siemens-Beteiligung an einem riesigen Kohlebergbauprojekt in Australien.

Doch auch von Investoren wird sich Vorstandschef Joe Kaeser Einiges anhören dürfen. Zuletzt hatte Vera Diehl vom Fondsanbieter Union Investment den Auftrag für das Kohlebergwerk als „kommunikatives Desaster für Siemens“ bezeichnet.

Siemens befindet sich im Umbruch. Der Konzern will im Laufe des Jahres sein Energiegeschäft als „Siemens Energy“ an die Börse bringen. Zudem läuft Kaesers Vertrag als Vorstandschef zum Jahresende aus. Als wahrscheinlichster Nachfolger gilt sein Vize Roland Busch.

5 – Infineon legt Quartalszahlen vor

Vorstandschef Reinhard Ploss präsentiert an diesem Mittwoch die Ergebnisse des ersten Quartals des neuen Geschäftsjahrs. Er hat im Herbst einen Umsatzrückgang von rund sieben Prozent gegenüber dem Vorquartal angekündigt. Außerdem prognostizierte er eine operative Marge von 13 Prozent. Das ist für Deutschlands größten Chipkonzern ein schwacher Wert.

Die Münchener leiden jedoch unter hohen Leerstandskosten, weil die Fabriken momentan nicht ausgelastet sind. Die Analysten warten zudem auf Aussagen von Ploss zu China. Mehr als ein Viertel vom Umsatz erzielt Infineon in der Volksrepublik. Sollte die Wirtschaft in dem Land wegen des Coronavirus schwächeln, könnte dies den Halbleiterhersteller empfindlich treffen.

6 – BNP Paribas stellt Jahresbilanz vor

Frankreichs größte Bank wird nach dem Konsens der Analysten am Mittwoch ein verbessertes Ergebnis vorlegen. Erwartet wird der Anstieg des operativen Gewinns um vier Prozent auf 15,3 Milliarden Euro, der Gewinn je Aktie soll um denselben Wert auf 6,57 Euro klettern. Am Ende werde auch eine höhere Dividende von 3,25 Euro für die Aktionäre herausspringen.

Bei den französischen Großbanken läuft das Investmentbanking gut, während das Kreditgeschäft nicht nur unter den Negativzinsen der EZB leidet: Die Banque de France hat die Banken kürzlich ultimativ aufgefordert, vor allem bei den Immobilienkrediten auf die Bremse zu treten, weniger aufs Volumen zu setzen und wählerischer zu werden. Es ist nicht auszuschließen, dass auch BNP erneut auf der Kostenseite nach Entlastung sucht.

7 – General Motors präsentiert Quartalsbilanz

Der US-Autoriese öffnet am Mittwoch vor Handelsstart an der Wall Street seine Bücher. An der Börse werden stagnierende Gewinne und ein Umsatzrückgang erwartet. Der Konzern befindet sich derzeit im Umbruch.

GM hat kürzlich eine Milliardeninvestition angekündigt, um ein Werk für die Produktion künftiger Elektroautos und Roboter-Taxis umzurüsten. Die Fabrik Detroit-Hamtramck soll zunächst Ende 2021 mit der Produktion des geplanten Elektro-Pick-ups beginnen.

8 – Spotify veröffentlicht Geschäftszahlen

Der Streamingpionier aus Schweden legt ebenfalls vor Eröffnung der US-Börsen seine Bilanz des abgelaufenen Quartals vor. Analysten rechnen dank kräftiger Zuwächse bei Nutzern und zahlenden Abonnenten mit einem Umsatzsprung von 22,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 2,09 Milliarden Dollar. Unter dem Strich dürfte nach Erwartung der Experten dagegen ein Verlust stehen: Ergebnis des harten Wettbewerbs beim Musikstreaming.

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Termine Unternehmen am 5. Februar

Verwandte Themen
USA
Donald Trump
Deutschland
Siemens
Infineon
General Motors
  • 06:50 Uhr, Schweiz: ABB, Jahreszahlen
  • 07:00 Uhr, Deutschland: Siemens, Q1-Zahlen (7.30 Uhr Pressekonferenz und 10.00 Uhr Hauptversammlung)
  • 07:00 Uhr, Frankreich: BNP Paribas, Jahreszahlen
  • 07:00 Uhr, Niederlande: TomTom, Jahreszahlen
  • 07:00 Uhr, Schweden: Svenska Handelsbanken, Jahreszahlen
  • 07:15 Uhr, Deutschland: Dic Asset, Jahreszahlen (endgültig)
  • 07:30 Uhr, Deutschland: Infineon, Q1-Zahlen (11.00 Uhr Pressekonferenz)
  • 07:30 Uhr, Deutschland: Hannover Rück, Ergebnisse der Vertragserneuerungsrunde zum 1.1.20 (9.00 Uhr Call)
  • 07:30 Uhr, Frankreich: Vinci, Jahreszahlen
  • 08:00 Uhr, Deutschland: Compugroup Medical, Jahreszahlen
  • 08:00 Uhr, Großbritannien: Vodafone, Trading Update Q3
  • 08:00 Uhr, Schweden: Vattenfall, Jahreszahlen
  • 10:00 Uhr, Deutschland: GLS Bank, Bilanz-Pk, Frankfurt
  • 12:00 Uhr, USA: Spotify, Q4-Zahlen
  • 12:45 Uhr, USA: Merck & Co, Q4-Zahlen
  • 13:00 Uhr, Großbritannien: GlaxoSmithKline, Q4-Zahlen
  • 14:00 Uhr, USA: General Motors, Q4-Zahlen
  • 22:02 Uhr, USA: Qualcomm, Q1-Zahlen
  • Deutschland: Software AG, Kapitalmarkttag, London
  • Dänemark: Novo Nordisk, Jahreszahlen
  • Dänemark: Vestas, Jahreszahlen
  • USA: Sonos, Q1-Zahlen
  • USA: Boston Scientific, Q4-Zahlen
  • USA: GoPro, Q4-Zahlen
  • USA: Zynga, Q4-Zahlen
  • USA: Fox, Q2-Zahlen
  • USA: Coty, Q2-Zahlen

Termine Konjunktur am 5. Februar

  • 07:45 Uhr, Schweiz: Seco Konsumentenstimmungsindex 01/20
  • 09:00 Uhr, Schweiz: KOF Konjunkturumfragen 01/20
  • 09:15 Uhr, Spanien: Markit PMI Dienste 01/20
  • 09:45 Uhr, Italien: Markit PMI Dienste 01/20
  • 09:50 Uhr, Frankreich: Markit PMI Dienste 01/20 (endgültig)
  • 09:55 Uhr, Deutschland: Markit PMI Dienste 01/20 (endgültig)
  • 10:00 Uhr, EU: Markit PMI Dienste 01/20 (endgültig)
  • 10:30 Uhr, Großbritannien: Markit PMI Dienste 01/20 (endgültig)
  • 11:00 Uhr, EU: Einzelhandelsumsatz 12/19
  • 14:15 Uhr, USA: ADP-Beschäftigung 01/20
  • 14:30 Uhr, USA: Handelsbilanz 12/19
  • 15:45 Uhr, USA: Markit PMI Dienste 01/20 (endgültig)
  • 16:00 Uhr, USA: ISM-Index Dienste 01/20
  • 16:30 Uhr, USA: Energieministerium EIA, Ölbericht (Woche)

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax. Aktuelle Leerverkäufe von Investoren finden Sie in unserer Datenbank zu Leerverkäufen.

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