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KonzernumbauCommerzbank will im Firmenkundengeschäft 1000 Stellen streichen – Weitere Einschnitte bei Filialen

Beim Umbau des Geldhauses muss auch die Firmenkundensparte von Roland Boekhout Federn lassen. Noch größere Einschnitte gibt es bei den Filialen.Andreas Kröner 09.07.2020 - 17:06 Uhr

Zahlreiche Mitarbeiter und Manager finden, dass sich viele Vorschläge von BCG auf dem Papier vielleicht gut anhören, sich aber nicht umsetzen lassen.

Foto: Bloomberg

Frankfurt. Die Commerzbank will im Zuge ihrer Neuausrichtung harte Einschnitte im Geschäft mit Unternehmen vornehmen. Im Firmenkundensegment sei der Abbau von 1000 Stellen geplant, sagten mehrere mit dem Thema vertraute Personen dem Handelsblatt. Das Institut legt damit in einer seiner wichtigsten Sparten eine Kehrtwende hin.

Ende vergangenen Jahres hatte die Commerzbank nämlich noch einen Ausbau des Bereichs in Aussicht gestellt. „In Deutschland wollen wir im Firmenkundengeschäft 150 neue Vertriebler einstellen, sowohl Generalisten als auch Produktspezialisten“, sagte der mittlerweile ausgeschiedene Firmenkundenchef Michael Reuther in einem Interview.

Zudem wolle die Bank das Geschäft mit Mittelständlern in Frankreich, Italien, Österreich, Belgien, den Niederlanden und Spanien ausbauen, erklärte Reuther. „Bis 2023 wollen wir in diesen Ländern rund 1000 Neukunden gewinnen.“

Doch im Zuge der Neuausrichtung der Commerzbank ist nun auch im Firmenkundensegment Sparen angesagt. Konzernzweit will das Institut Finanzkreisen zufolge rund 10.000 Stellen streichen, was in etwa jeder vierten Stelle entspricht. Der Großteil des Arbeitsplatzabbaus soll dabei auf das Filialgeschäft und das Back-Office entfallen.

Die Planungen der Bank sehen vor, 800 der aktuell 1000 Filialen zu schließen, wie mehrere mit dem Thema vertraute Personen sagten. Parallel wolle das Institut jedoch 300 bis 400 sogenannte Service Points betreiben, in denen nur wenige Mitarbeiter arbeiten. Unter dem Strich blieben somit 500 bis 600 Niederlassungen.

Die Commerzbank äußerte sich zu den Plänen nicht. Sie wurden am Mittwoch ausführlich bei einer Aufsichtsratssitzung vorgestellt. Dort wurde auch darüber gesprochen, wie es bei dem Institut nach dem Doppelrücktritt von Vorstandschef Martin Zielke und Chefkontrolleur Stefan Schmittmann weitergeht.

Abschließend festgelegt und beschlossen werden soll eine neue Strategie erst, wenn die künftige Führung der Commerzbank geklärt ist. Falls wie erwartet ein interner Kandidat zum Zug kommt, dürfte ein Großteil der Pläne allerdings Bestand haben. Mögliche CEO-Kandidaten wie Finanzchefin Bettina Orlopp und Firmenkundenvorstand Roland Boekhout haben an den Plänen schließlich maßgeblich mitgearbeitet.

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Der für das Privatkundengeschäft zuständige Vorstand Michael Mandel wurde bei der Aufsichtsratssitzung Insidern zufolge heftig kritisiert – sowohl von Vertretern der Kapital- als auch von der Arbeitnehmerseite. Auch Firmenkundenchef Boekhout, der erst Anfang des Jahres vom niederländischen Konkurrenten ING nach Frankfurt gewechselt war, bekam viele kritische Fragen.

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