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Serie Anlegen 2021 – Teil 8: Emerging MarketsDas sind die besten Aktienfonds für Schwellenländer

In China investierende Aktienfonds sind die Gewinner des Jahres. Doch auch Anlagen in Emerging Markets profitieren von besserer Konjunktur und günstigen Bewertungen.Ingo Narat 30.12.2020 - 15:06 Uhr Artikel anhören

Die Gruppe der in hier anlegenden Fonds ist bisher klein.

Foto: AFP

Frankfurt. An hochfliegende Aktienkurse der Technologiekonzerne an der Wall Street haben sich die Anleger gewöhnt. Die Gewinnbringer von morgen könnten trotzdem anderswo zu finden sein. Dort, wo derzeit nur wenige Investoren hinschauen: in den Schwellenländern, insbesondere in Asien.

Die vorläufige Börsenbilanz des fast abgelaufenen Jahres weist bereits darauf hin, dass die Zukunft weniger in Regionen westlich als vielmehr östlich von Europa liegen könnte.

Nach dem Corona-Einbruch im März und einer rasanten Erholung endet das Jahr überraschend erfreulich: Die Welt-Aktienmärkte liegen Ende November mit rund fünf Prozent im Plus. In den Schwellenländern fielen knapp vier Prozent Ertrag an, allerdings bei extrem unterschiedlichen Entwicklungen in einzelnen Ländern und Regionen.

Die lateinamerikanischen Handelsplätze haben, gemessen am MSCI-Regionenindex, 22 Prozent verloren. Vorne liegen die asiatischen Märkte mit zehn Prozent Gewinn. Am besten schnitten die chinesischen Aktien mit einem Plus von über 18 Prozent ab.

„China ist der globale Lichtblick“, meint Sébastien Galy von Nordea Asset Management. Die asiatischen Länder und die Volksrepublik bekamen das Virus als Erste unter Kontrolle. Der Internationale Währungsfonds sieht deshalb Wachstumsvorteile.

Danach dürfte im kommenden Jahr die asiatische Wirtschaftsleistung um knapp sieben Prozent zulegen, während die USA nicht einmal vier, Europa keine fünf Prozent erreichen dürften.

Neues Handelsabkommen beflügelt asiatisch-pazifischen Raum

Ein wichtiger Push für die Region könnte das neue Handelsabkommen RCEP von 15 Ländern aus dem asiatisch-pazifischen Raum sein. Unter Führung Chinas sind jetzt über zwei Milliarden Menschen versammelt, die für fast ein Drittel der Weltwirtschaftsleistung stehen.

Für Philippe Waechter von Ostrum Asset Management ist klar: „China ist dabei, die bisherige Dominanz der Amerikaner in der Weltwirtschaft zu brechen.“ Die ökonomischen Kraftzentren dürften sich daher verschieben.

So sehen es auch die Experten von Quilin Capital. „International wird China die führende Wirtschaftsnation und ebnet den Weg für den freien Kapitalmarkt und den Renminbi als frei konvertierbare Weltwährung“, heißt es von den Experten.

Ziele seien etwa technologische Unabhängigkeit, Urbanisierung, Stärkung des Binnenkonsums und der Aufbau einer grünen Wirtschaft. Investoren müssten China stärker in ihren Depots berücksichtigen.

Diese Hoffnungen spiegeln sich bereits in den Fondsergebnissen wider. Strategien mit Fokus auf an chinesischen Inlandsbörsen und in Hongkong notierten Aktien erwirtschafteten in diesem Jahr deutlich zweistellige Renditen. Sechs der Fonds mit einem Mindestkapital von 100 Millionen Euro haben ein gutes Rating von Scope Analysis, bekommen also eine gute Note für attraktiven Ertrag und akzeptable Wertschwankungen.

Gruppe der in China anlegenden Fonds ist klein

An der Spitze liegt „JPM China“ von JP Morgan Asset Management. Der Fonds gewann in diesem Jahr fast 43 Prozent. Zu den größten Positionen zählen der Facebook-Konkurrent Tencent, der Website-Betreiber Meituan Dianping, die Versicherung Ping An Insurance und der Online-Händler Alibaba.

Gut steht auch der „Robeco Chinese Equities“ mit über 40 Prozent plus da. Die größten vier Positionen sind fast identisch mit denen aus dem Fonds von JP Morgan Asset Management. Statt Ping An Insurance ist hier jedoch das Internetunternehmen JD.com im Portfolio.

Die Gruppe der in China anlegenden Fonds ist bisher klein. Es gibt 65 Produkte mit einem Gesamtkapital von lediglich 36 Milliarden Euro.

Wer sein Geld und damit das Risiko über viele Schwellenländer verteilen will, der hat mehr Auswahl. In 300 solcher in Deutschland kaufbaren Produkte stecken immerhin 210 Milliarden Euro.

Eine breitere Ausrichtung kann für Investoren ein wichtiges Argument sein. Denn fast regelmäßig sorgen einzelne Schwellenländer mit Währungs- und Börsenstürzen für negative Schlagzeilen – und damit für Verluste bei Anlegern.

Ein Merkposten bleibt der anhaltende Konkurrenzkampf zwischen den USA und China. Er könnte weiterhin für Börsen-Irritationen sorgen, obwohl unter dem neuen US-Präsidenten die Außenpolitik verlässlicher werden könnte.

Unter den breit anlegenden Emerging-Markets-Produkten mit gutem Rating und einem Kapital von mindestens einer halben Milliarde Euro liegt der „MS Inv Emerging Leaders Equity“ von Morgan Stanley Investment Management vorne. Den Jahresgewinn von über 36 Prozent schaffte er auch dank starken Engagements in chinesischen Werten.

Zu den größten Positionen zählen aber auch das argentinische E-Commerce-Unternehmen Mercadolibre und der taiwanesische Halbleiterhersteller Taiwan Semiconductor Manufacturing.

Zeichen für eine Belebung

Gute Chancen für Anlagen in den Schwellenländern sieht beispielsweise Olivier Marciot, Fondsmanager bei Unigestion. Bisher sei China der Hauptprofiteur der Konjunkturerholung gewesen, doch auch Länder wie Mexiko, Russland, Indien zeigten Anzeichen einer Wiederbelebung. Der Weg zur Erholung hänge wahrscheinlich stark mit dem Zugang zum Corona-Impfstoff und seiner Verteilung zusammen.

Insgesamt seien die Aussichten für die Emerging Markets gut, auch dank der steigenden Rohstoffpreise, weil viele Unternehmen in den Ländern auf diesen Feldern aktiv sind, und dank des Favoritenwechsels hin zu konjunktursensiblen Aktien.

Ähnlich sieht es Karen Watkin, Fondsmanagerin beim Verwalter AB. Anleger dürften im kommenden Jahr wieder mehr Aktien aus Schwellenländern kaufen. „Ihre fundamentalen Aussichten verbessern sich, bei Bewertungen, die im Vergleich zu Papieren aus Industrieländern günstig sind“, glaubt sie.

Die AB-Expertin stützt sich auf das Verhältnis von Aktienkursen zum Gewinnwachstum. Diese Relation sei in den Schwellenländern nur rund halb so hoch wie an der Wall Street.

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In den Langfristprognosen mancher Asset-Manager schlagen sich diese Bewertungsunterschiede und die Erwartung höheren Wachstums deutlich nieder.

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