„Ever Given“-Unfall: Erste Schiffe kapitulieren vor Suez-Blockade – Deutsche Importeure erwarten leere Regale ab Mitte April
Die Blockade der wichtigen Schifffahrtsstraße bringt den weltweiten Warenverkehr durcheinander.
Foto: ReutersDüsseldorf. Nachdem bislang alle Versuche scheiterten, den im Suezkanal quer zur Fahrtrichtung festliegenden Containerfrachter „Ever Given“ aus seiner Zwangslage zu befreien, verlieren nun erste Reedereien die Geduld.
Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd hat sechs ihrer Schiffe zur Fahrt ums Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas umgeleitet, um den Kanal zu umfahren. Vier weitere Schiffe warteten bei Port Said am nördlichen Ende des Kanals auf die Weiterfahrt, erklärte das Unternehmen am Freitag in einer Mitteilung an seine Kunden. Marktführer Maersk hatte zuvor angekündigt, ebenfalls eine Umleitung zu prüfen.
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Auch andere Reedereien haben sich bereits zu der zehntägigen Umfahrung des afrikanischen Kontinents entschlossen. Schiffsbeobachtungsdienste berichten, die „Ever Greet“, ein Schwesterschiff der liegen gebliebenen „Ever Given“, habe ihren Kurs geändert und sei unterwegs zur Südspitze Afrikas, ebenso die „Hyundai Prestige“ des Hapag-Lloyd-Allianzpartners HMM.
Mindestens 237 Schiffe warteten an den Kanalzufahrten bei Port Said im Mittelmeer und Suez im Roten Meer auf die Weiterfahrt, teilte der Kanaldienstleister Leth Agencies mit. Nach einer Analyse von Schiffsdaten durch den Datendienstleister Refinitiv waren es sogar mehr als 300.