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KommentarKryptowährungen sind auch von Rückschlägen nicht aufzuhalten

Die nächste Phase der digitalen Währungen hat weniger mit Finanzen zu tun und mehr mit Kultur und Mode. So wird der Durchbruch in den Massenmarkt gelingen.Astrid Dörner 06.12.2021 - 04:00 Uhr Artikel anhören

Jüngst kam es zu starken Kursschwankungen.

Foto: AP

Es war ein bewegtes Jahr für die Welt der digitalen Währungen. Im Mai sorgte Tesla-Chef Elon Musk für einen Eklat, als er die größte Kryptowährung Bitcoin für ihren massiven Energieverbrauch kritisierte. Zugleich wollten Regulierungsbehörden in den USA, genauso wie in China und nun in Indien, mit neuen Vorschriften die schnell wachsende Branche bändigen. China, einst ein wichtiges Zentrum für digitale Währungen, hat den Handel und den Betrieb der Blockchains, das sogenannte Mining, komplett verboten.

Das hat für Kursschwankungen gesorgt, wie man auch am Wochenende zuletzt wieder erleben konnte, als der Bitcoin-Kurs nach Gewinnmitnahmen um rund 20 Prozent fiel, sich danach aber wieder erholte. Trotz solcher Rückschläge erlebt die Branche einen Boom und wird sich in den kommenden Monaten immer weiter ihren Weg in den Mainstream bahnen.

Drei Entwicklungen werden maßgeblich dazu beitragen:

Punkt eins: Traditionelle Finanzunternehmen bauen ihr Geschäft mit Kryptowährungen aus. Goldman Sachs hat in diesem Jahr seinen Krypto-Trading-Desk wieder ausgemottet, weil immer mehr Kunden nach Wegen fragen, um von den hochvolatilen Produkten zu profitieren. Banken dürfen zwar keine Kryptowährungen in ihren Büchern halten. Doch das hält sie nicht davon ab, komplexe Derivate auf den Markt zu bringen und daran zu verdienen.

Banken und Krypto gehen Hand in Hand

Die neuste Idee, die an der Wall Street diskutiert wird: Bitcoin von Unternehmenskunden zu akzeptieren, um ihnen mit Kryptowährungen besicherte Kredite zu vergeben. Amerikas größte Bank, JP Morgan Chase, lud Ende November zum „Crypto Economy Forum“ ein und gab den Teilnehmern zum ersten Mal auch ein NFT. Das steht für Non-Fungible-Token und meint digitale Echtheitszertifikate, die auf der Blockchain abgebildet werden. Der Bereich erlebt gerade einen beispiellosen Boom. Dass auch JP Morgan damit experimentiert, hat Signalfunktion: Wer als Bank erfolgreich sein will, muss Unternehmens- und Privatkunden signalisieren, dass sie neue Trends verstanden hat.

Das wäre auch eine Abkehr vom ursprünglichen Szenario, wonach Kryptowährungen und das sogenannte dezentrale Finanzsystem die Banken ersetzen könnten. Der Kreditkartenkonzern Visa etwa hat es sich zum Ziel gemacht, ein Brückenbauer zwischen der alten und der neuen Finanzwelt zu werden und selbst davon zu profitieren.

Eine wichtige Entwicklung für Punkt zwei: Kryptowährungen finden sich längst nicht mehr nur in der Finanzwelt. Dank dem NFT-Boom sind sie in Kunst, Kultur und Mode vorgedrungen. Selbst Sportartikelhersteller Adidas kleidet nun avatarähnliche „Bored Apes“ aus dem NFT-Projekt „Bored Ape Yacht Club“ in digitale Drei-Streifen-Jacken und Sneakers ein. Auch wenn Sie sich noch nie in einem Metaversum aufgehalten haben: Große Marken bringen sich längst in Stellung. Sie wollen uns nicht in die neue Internetwelt entfliehen lassen, ohne dass wir für digitale Versionen ihrer Produkte zahlen.

Metaversum wird zum Treffpunkt von alter und neuer Finanzwelt

Das bringt uns zu Punkt drei:

Es wird ein Tauziehen geben. Auf der einen Seite stehen die Verfechter des ursprünglichen Konzepts der Kryptowelt, die für eine dezentrale Struktur plädieren, in der es keine Banken, Börsen, Musikkonzerne oder Kunsthändler als Vermittler gibt. Sie werden weiter an Konzepten arbeiten, um diese neue Welt Realität werden zu lassen.

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Auf der anderen Seite stehen Unternehmen wie Adidas, Visa, aber auch Facebooks Mutterkonzern Meta, der ein eigenes Metaversum schaffen will. Hier werden alte Konzepte in die neuen digitalen Welten mitgenommen, was der Kryptobranche den Einstieg in den Massenmarkt erleichtert.

Bei diesem Tauziehen wird es keinen Gewinner geben, sondern verschiedene Ausprägungen und Interpretationen von Dezentralisierung und Krypto-Ökonomien. Das ist kein Problem, sondern der größte Erfolg für die junge Branche. Sie ist vielschichtig geworden und dringt in so viele Bereiche vor, dass sie nicht mehr wegzudenken ist.

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