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Morning BriefingTausende Opfer bei Erdbeben in der Türkei und Syrien – Mehr als 45 Länder wollen helfen

Christian Rickens 07.02.2023 - 06:12 Uhr Artikel anhören

Guten Morgen, sehr geehrte Leserinnen und Leser,

nahezu stündlich stieg gestern Abend die Zahl der Todesopfer, die aus der Türkei und in Syrien gemeldet wurde. Bei einer der schwersten Erdbebenkatastrophen der letzten Jahrzehnte sind nach aktuellem Stand mehr als 4200 Menschen gestorben. Hunderte werden unter Trümmern vermisst.

Nach bisherigen Informationen sind zudem mehr als 15.000 Menschen in der Südtürkei und in Nordsyrien verletzt worden. Nach Angaben von Hilfsorganisationen hat das Erdbeben tausende Menschen obdachlos gemacht – und das bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Die Türkei hat Hilfsangebote von mehr als 45 Ländern erhalten. Deutschland werde über Hilfsorganisationen wie Malteser International auch in Nordsyrien helfen, teilte das Auswärtige Amt mit.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck rechnet nicht mehr mit grundlegenden Änderungen am umstrittenen US-Subventionspaket. Es gebe aber bei der Umsetzung noch die Möglichkeit, Nachteile für europäische Firmen abzumildern, sagte Habeck am Montag in Washington.

Habeck wird zu dem Thema am Dienstag gemeinsam mit seinem französischen Amtskollegen Bruno Le Maire in Washington Gespräche mit der US-Regierung führen und dabei unter anderem Finanzministerin Janet Yellen, die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai und Wirtschaftsministerin Gina Raimondo treffen.

Besonders umstritten sind die geplanten Anreize der USA zum Kauf von E-Autos. 7500 Dollar pro Fahrzeug gibt es nur dann, wenn die Modelle und Komponenten überwiegend in den USA gefertigt wurden. Dass es hier keine Kehrtwende geben werde, machte US-Präsident Joe Biden erst vor wenigen Tagen klar. Der Präsident sagte vor Gewerkschaftlern in Virginia: „Ich werde international dafür kritisiert, dass ich mich vielleicht zu sehr auf Amerika konzentriere. Zum Teufel damit!“

Biden ist im Wahlkampfmodus, er bereitet sich auf die Bekanntgabe seiner Kandidatur für eine zweite Amtszeit vor. Heute wird er seine jährliche Rede zur Lage der Nation halten. Alles, was nach Einknicken gegenüber den Europäern aussieht, passt da nicht ins Programm.

Bisweilen funktioniert grüne Technologie auch ohne Subventionen. Seit ein paar Jahren entstehen immer mehr großflächige Solarparks auf deutschen Feldern und Wiesen. Laut Bundesverband der deutschen Solarwirtschaft verzeichneten diese Freiflächenanlagen im vergangenen Jahr ein Wachstum um satte 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bemerkenswert: Immer mehr dieser Projekte entstehen ohne staatliche Förderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Anbieter schließen stattdessen direkte Stromabnahmeverträge mit Unternehmen. Diese Projekte machen aktuell einen Marktanteil von elf Prozent aus.

Zugleich werden die Anlagen immer größer. Beispiel: Das österreichische Energieunternehmen Verbund AG habe allein im Bundesland Brandenburg „bis jetzt Flächen von 900 Hektar für Photovoltaikprojekte gesichert“, sagte Vorstandschef Michael Strugl dem Handelsblatt. „Wir sehen aber Potenziale, die darüber hinausgehen“. Mit einer Zielfläche von rund 1400 Hektar „können wir die Grenze von einem Gigawatt installierter Leistung deutlich überschreiten“.

Ein Gigawatt entspricht in etwa der Leistung eines Atomkraftwerks. Allerdings liegt die Stromausbeute eines Atomkraftwerks, das in der Regel während fast allen 8760 Stunden eines Jahres Strom liefert, um ein Vielfaches über der Leistung einer Photovoltaikanlage. Die kommt hierzulande meist auf nicht mehr als 1000 Volllaststunden.

Google will gleich mehrere Anwendungen im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI) einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Das kündigte der Chef des Google-Mutterkonzerns Alphabet, Sundar Pichai in einem Blogeintrag an. Er reagiert mit seiner KI-Offensive auf den Erfolg des Start-ups OpenAI, das mit seinem Textroboter ChatGPT in den vergangenen Wochen die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte.

Die KI-Initiative von Google umfasst laut Pichai drei Teile: einen Chatbot mit dem Namen Bard, neue KI-Funktionen in der Google-Suche sowie Programmier-Schnittstellen (APIs), mit denen man KI-Anwendungen entwickeln kann.

Die Commerzbank dürfte am 27. Februar für den Industriegasekonzern Linde in den Dax nachrücken. Am Montag bestätigte ein Sprecher der Deutschen Börse dem Handelsblatt, dass die Commerzbank das letzte noch offene Kriterium erfülle – zwei aufeinanderfolgende Jahre mit operativem Gewinn. Das Nachsehen hat der Rüstungskonzern Rheinmetall, der ebenfalls lange als Aufstiegskandidat gehandelt wurde.

Das bedeutet: Linde will künftig nur noch an der Wall Street notieren. Damit verliert der Dax sein wertvollstes Mitglied.

Foto: dpa

Bei den Wahlen am kommenden Sonntag muss Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey nach gerade mal gut einem Jahr im Job um ihren Posten bangen: Die Umfragen stehen nicht gut für die SPD. Einen Amtszeit-Rekord allerdings kann Giffey niemand mehr nehmen: Sie wird als die am längsten amtierende Oldenburger Grünkohlkönigin aller Zeiten in die norddeutschen Annalen eingehen.

Weil die Traditionsveranstaltung wegen der Corona-Pandemie 2021 und 2022 abgesagt werden musste, währt Giffeys Regentschaft bereits fast drei Jahre. Traditionsgemäß wird das Zepter eigentlich bereits nach einem Jahr weitergereicht – gestern war es so weit: Bundesfinanzminister Christian Lindner ist nun neuer Grünkohlkönig. Der Wechsel wurde in der Vertretung des Landes Niedersachsen in Berlin zelebriert, begleitet von 270 Gästen sowie rund 200 Kilogramm Bio-Grünkohl, 240 Kilogramm Pinkel (für Nicht-Niedersachsen: eine norddeutsche Wurstspezialität), dazu Kassler, Kochmettwurst und Speck.

Große Monarchien überleben bekanntlich nur durch behutsame Anpassung an die Zeitläufe: Erstmals gab es zur Krönung in diesem Jahr auch ein veganes und glutenfreies Grünkohlgericht.

Ich wünsche Ihnen einen Tag, der Ihnen nicht zu schwer im Magen liegt.

Herzliche Grüße

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Ihr Christian Rickens

Textchef Handelsblatt

PS: Um den Chatbot ChatGPT ist ein echter Hype entstanden. Haben Sie sich bereits Texte von dem Programm erstellen lassen? Was sind Ihre Erfahrungen? Sehen Sie in künstlich intelligenter Software wie ChatGPT eher eine Chance, ein Risiko oder ist es nur eine Spielerei? In welchen Branchen wird es Ihrer Meinung nach die größten Veränderungen geben? Schreiben Sie uns Ihre Meinung in fünf Sätzen an forum@handelsblatt.com. Ausgewählte Beiträge veröffentlichen wir mit Namensnennung am Donnerstag gedruckt und online.

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