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Dr. Moeller & Cie Ein Händler öffnet die Augen für gezeichnete Porträts

Der Hamburger Kunsthändler Martin Moeller-Pisani publiziert kurzweilige Kataloge und begeistert damit auch angehende Sammler für Meisterzeichnungen.
05.11.2020 - 16:47 Uhr Kommentieren
Martha Liebermann wird diese Zeichnung ihres Mannes gefallen haben, mutmaßt Martin Moeller-Pisani. Denn ihre größte Sorge sei es gewesen, dass man sie als reizlose und hinfällige Person halten müsse, da ihr Mann sie so oft liegend und schlafend gemalt hätte. Das mit schwarzer Kreide gezeichnete Blatt entstand 1898 (Ausschnitt). Quelle: Dr. Moeller & Cie
Max Liebermann

Martha Liebermann wird diese Zeichnung ihres Mannes gefallen haben, mutmaßt Martin Moeller-Pisani. Denn ihre größte Sorge sei es gewesen, dass man sie als reizlose und hinfällige Person halten müsse, da ihr Mann sie so oft liegend und schlafend gemalt hätte. Das mit schwarzer Kreide gezeichnete Blatt entstand 1898 (Ausschnitt).

(Foto: Dr. Moeller & Cie)

Düsseldorf Sich online in „Viewing Rooms“ durch das aktuelle Angebot des Kunsthandels zu klicken, ist in Zeiten der Pandemie Standard geworden; nützlich zwar, aber Kunst auf Papier kommt — dargeboten auf Papier — einfach überzeugender rüber. Deshalb lernt dieser Tage der Sammler einen mit Herzblut gemachten Katalog erst richtig zu schätzen, in dem sich mit Muße blättern lässt.

Der Hamburger Kunsthändler Martin Moeller-Pisani nutzte den ersten Lockdown, um aus seinem Bestand an Meisterzeichnungen eine Auswahl von Porträts für eine Publikation zusammenzustellen. Die Wahl des auf Zeichnungen spezialisierten Händlers fiel auf Bildnisse aus dem fortgeschrittenen 18. bis späten 20. Jahrhundert mit einem Schwerpunkt auf dem Porträtverliebten 19. Jahrhundert.

51 Blätter umfasst die Offerte, die damit zugleich auch ein Spiegelbild des heutigen Geschmacks liefert. Denn Moellers inzwischen jüngere Klientel, die sich Cross-over sammelnd mit Vorliebe auf Messen wie beispielsweise der „Highlights - Internationale Kunstmesse München“ umsieht und sich von Kunstgenres aller Epochen anregen lässt, ist nicht unbedingt mehr auf der Suche nach Zeichnungen der teuer und rar gewordenen Alten Meister. Sie lässt sich die Augen inzwischen viel lieber für die Eigenheiten weniger beachteter Künstler öffnen.

Diese Sammler sind auch für einen Katalog empfänglich, in dem kurzweilige Texte anstelle ausufernder Beschreibungen die Bilder begleiten und zugleich anschauliche Kunstgeschichte(n) liefern. So gelingt es Moeller etwa, die malerische Delikatesse nahe zu bringen, mit der der französische Maler Savinien Edmé Dubourjal 1829 einen selbstbewussten jungen Mann ins Bild setzte (8.500 Euro). Oder er umreißt Strich und Technik, mit der Félix Joseph Barrias das ungewöhnliche Motiv eines als Bettler maskierten Herrn mit Bart festhielt (4.800 Euro).

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    Seine expressive Anmutung erhält dieses hochformatige Blatt durch die Weißhöhungen direkt auf der Holzplatte und den energischen, aber auch zarten Strich, mit dem der Bildhauer zu Werke ging. Quelle: Dr. Moeller & Cie
    Gemito Vincenzo

    Seine expressive Anmutung erhält dieses hochformatige Blatt durch die Weißhöhungen direkt auf der Holzplatte und den energischen, aber auch zarten Strich, mit dem der Bildhauer zu Werke ging.

    (Foto: Dr. Moeller & Cie)

    Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg datiert Josef Hegenbarths packende Darstellung einer alten Frau, die ihren Kopf in ihre abgearbeiteten Hände stützt. Kostenpunkt: 7.800 Euro. Bekannte Namen kosten mehr. Die frühe Porträtzeichnung eines „Bärtigen“ von Adolph von Menzel liegt bei 48.000 Euro. August Mackes Kohlezeichnung seiner lesenden Frau Elisabeth ist mit 56.000 Euro das teuerste Blatt des Katalogs. Auch Max Liebermanns Darstellung seiner am Schreibtisch sitzenden Frau Martha gehört zu den mit höheren Preisen bewerteten Blättern des Angebots.

    Mehr: Highlights-Messe in München: Kunsthändler beweisen Mut zum Risiko

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