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Kunstwochenende München Kooperationen unter Galeristen gelten als Erfolgsmodell

„Various Others“ heißt das Gastspiel, zu dem Münchener Galeristen ihre Kollegen aus Berlin eingeladen haben. Zugleich eröffnet die „Open Art“, die Urmutter der Galerie-Wochenenden.
10.09.2020 - 08:32 Uhr Kommentieren
Die Berliner Galeristin Esther Schipper mit der Installation „Privacy Standards“ von Gabriel Kuri. Quelle: Esther Schipper/Keith Park
Gast in der Galerie Storms

Die Berliner Galeristin Esther Schipper mit der Installation „Privacy Standards“ von Gabriel Kuri.

(Foto: Esther Schipper/Keith Park)

Die Berliner Galeristin Esther Schipper hielt München schon immer für ein vielversprechendes Pflaster. Aber Messen in Basel, Miami und Madrid waren bislang als Verkaufsplattform interessanter. In diesem Herbst nun, in dem die grenzenlose Mobilität des Kunstbetriebes eingeschränkt ist, testet die Global Playerin das bayerische Terrain vor Ort. Sie ist während der dritten Edition von „Various Others“, die heute in München beginnt, Gast in der Galerie Storms.

Mit den konzeptionellen Installationen des Mexikaners Gabriel Kuri ergänzt Schipper die Präsentation von neuen Arbeiten Gerold Millers und Katha Strunz und bringt zugleich einen Künstler mit, der bestens ins Konzept dieses festivalähnlichen Events passt. Aufstrebende, internationale Positionen in München zu zeigen und zugleich die Strahlkraft der Galerien zu erhöhen – das waren vor drei Jahren die Ambitionen einer Handvoll junger Galeristen um Johannes Sperling und des „Jahn und Jahn“-Mitarbeiters Tim Geissler. Bislang gibt es dafür kein besseres Modell.

Der Titel „Various Others“ klingt kompliziert. Aber in der Kunstwelt hat sich das offene Format herumgesprochen: Münchener Galerien laden Galeristen aus anderen Städten zu Gastspielen und Kooperationen ein. Und Kunstverein, Museen und Off-Spaces docken mit Diskussionen, Workshops und Performances an.

Vom Potential des Formats sind inzwischen viele überzeugt, die Zahl der teilnehmenden Galerien und Institutionen ist dieses Jahr auf 26 gestiegen. Trotz Corona hat die Galerie Jahn und Jahn gemeinsam mit der Thomas Dane Gallery London und der Madrider garcia I galería die Ausstellung „Joker“ zusammengestellt. Zeichenhafte Arbeiten von Marcel Broodthaers, der Belgierin Caragh Thuring, Rasmus Nilausen und Troels Wörsel reflektieren über das Thema Malerei und Sprache.

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    Galerie Klüser arbeitete mit der Christine König Galerie aus Wien an der Themenschau „Il Mondo Umano, in der Zeichnungen von Joseph Beuys, Gemälde von Alex Katz, sowie Skulpturen von Olaf Metzel und Fotografien von Jürgen Teller bis Cindy Sherman das weite Feld der Menschheit ergründen. Gemeinsam ist vieles möglich. Wie etwa die herausfordernde Konfrontation der ästhetischen Formexperimente des Kölner Fotokünstlers Jan Paul Evers mit den textil anmutenden Installationen der Holländerin Anouk Kruithof. Schauplatz ist die Show von Jo van de Loo und dem Gastgaleristen Beat Raeber aus Zürich.

    Aus heutiger Sicht hat „Various Others“ schon 2018 geprobt, worüber im ersten Halbjahr 2020 die Kunstwelt nachdachte. „Es ist der Versuch, neue Strategien zu entwickeln, denn alle in der Kunstszene haben gespürt, dass das dicht getaktete Messekarussell dem eigentlichen Standort der Galerien immer mehr Relevanz entzog“, sagte Tim Geissler im Gespräch mit dem Handelsblatt.

    Auffällig in diesem Jahr ist die starke Präsenz von allein sechs Berliner Galerien. Galerie Christine Mayer lud Contemporary Fine Arts ein. Sie präsentieren Gemälde und Fotografien von Thomas von Poschinger und Henning Strassburger, die in ihren Werken das Verhältnis von Illusion und Wirklichkeit im digitalen Zeitalter thematisieren.

    Absagen aus dem Ausland

    Ein Grund für die Berliner ist unübersehbar. Die Messe Berlin Contemporary fiel dieses Jahr aus. Da bot die Münchener Szene, die aufgrund der Pandemie auch Absagen aus dem Ausland hinnehmen musste, eine Alternative.

    Die Frage für viele ist nun, ob diese Kooperation eine Perspektive hat und ein Gegenspiel an der Spree erfährt. Esther Schipper zum Handelsblatt: „Ich weiß es noch nicht, aber es wird sehr viel über neue Formate nachgedacht. Im Moment sind kollaborative Projekte ein sehr guter Weg, wieder aktiv zu werden.“

    Erfindung des Galerie-Wochenendes

    In München aber konzentrieren sich die Galerien an diesem Wochenende vor allem auf die Eröffnung der Herbstsaison. Zeitgleich mit „Various Others“ startet die “Open Art“, die als die Erfindung aller Galerie-Wochenenden gilt. Fast 50 Galerien haben sich unter diesem Label vereint. Zu den jüngeren zählt Fenna Wehlau, die mit Margit Hartnagel eine Malerin kontrolliert abstrakter Farbräume präsentiert.

    Fast 40 Jahre ist Andreas Binder als Galerist aktiv. Er stellt die neuesten Bilder von Matthias Meyer vor, die mit ihren Schichten und Schlieren den Meisterschüler von Gerhard Richter nicht verhehlen könne. Als Mitglied im Open-Art-Vorstande betonte Binder im Handelsblattgespräch die positive Seite der Vielfalt. „Various Others“ sähen die anderen Galerien als Ergänzung, nicht als eine Sezession.

    Wem die Luft ausgehen sollte während dieses marathonähnlichen Kunst-Wochenendes, hat bis Oktober Gelegenheit zum Besuch der Ausstellungen.

    Mehr: Langes Kunstwochenende: Warum die „DC Open“ in Düsseldorf und Köln so wichtig ist

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