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Sonderauktion mit Roentgen-Möbeln Mobiliar für die Fürstenhöfe unter dem Hammer

Lempertz versteigert Möbel und Schatullen aus der legendären Werkstatt von Abraham und David Roentgen. Im 18. Jahrhundert belieferte das Unternehmen Könige und die Zarin.
05.11.2020 - 10:53 Uhr Kommentieren
„Arbeitstisch für eine Dame“ mit eichelförmigen Füßen. Quelle: Lempertz
Roentgen-Werkstatt

„Arbeitstisch für eine Dame“ mit eichelförmigen Füßen.

(Foto: Lempertz)

Eines der brillantesten Kapitel in der Geschichte deutscher Möbelkunst des 18. Jahrhunderts reflektiert das Auktionshaus Lempertz am 13. November in seiner Sonderauktion „Fit for a King“. Gerade einmal zehn Möbel und neun Schatullen aus der legendären Werkstatt von Abraham und David Roentgen umfasst die Offerte. Aber hier zählt Klasse und nicht Masse. Abraham Roentgens Möbel mit kunstvollen Einlegearbeiten zählen zum Besten des Rokoko. Sein Sohn David Roentgen entwickelte ab 1775 einen klaren, architektonischen Klassizismus, dessen außergewöhnliche Qualität beim preußischen König ebenso gefragt war wie am Hof von Zarin Katharina der Großen.

Elegante, streng gegliederte Schreibtische mit architektonisch anmutenden Aufsätzen wurden ein Markenzeichen der Neuwieder Werkstatt unter David Roentgen. Eines dieser Modelle von ca. 1785 wird bei Lempertz zur Taxe von 150.000 bis 200.000 Euro aufgerufen. Das dezente Möbel mit dem blonden Thuja-Furnier und einer Jalousie im Aufsatz stammt laut Katalog aus dem Besitz von Kaiser Wilhelm II.

Hoch angesetzt ist die Schätzung für eine Kommode von 1780/85, die aus dem privaten Besitz David Roentgens stammen soll. Sie wurde 2015 im Düsseldorfer Auktionshaus Demessieur von taxierten 60.000 Euro auf brutto 233.000 Euro gehoben. Jetzt liegt die Erwartung bei 200.000 bis 250.000 Euro.

Teuerstes Möbel soll ein an englischen Formen orientierten Rokoko-Sekretär mit bauchigem Schwung werden. Mit seiner üppigen Blumen-Zier ist er auf 300.000 bis 400.000 Euro geschätzt. 1984 tauchte der Schreibschrank bei Phillips in London auf. Für umgerechnet fast eine halbe Million D-Mark erwarb ihn der angesehene Händler Otto von Mitzlaff.

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    Die Margen sind kleiner geworden

    Laut Katalog figurierte das Möbel kurz danach auf einer Messe für 800.000 D-Mark. Neuer Eigentümer wurde ein westfälischer Medienunternehmer. Aus dessen Besitz stammen in der Versteigerung auch ein Frisiertisch des Rokoko von Abraham Roentgen und drei weitere Möbel.

    Im Kunsthandel sind die Stücke bekannt. Der Unternehmer bot schon vor Jahren seine Sammlung in einem üppig fotografierten Katalog, dessen Copyright bei der erloschenen Beteiligungsgesellschaft Pretiosum aus Starnberg lag, potenten Marktteilnehmern an. Dass sich der Handel zurückhielt, hat Gründe. Die Zahl der Möbelsammler ist kleiner geworden, die Preise besitzen nicht mehr die Dynamik, um entsprechende Margen zu erzielen.

    Mehr: Sonderauktion mit Altmeistern: In Köln kommen Werke der Sammlung Bischoff unter den Hammer

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