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Rath checkt ein: Puradies Hotel & Chalets Leogang Naturresort mit Fokus auf Wellnessliebhaber und Familien

Der Name ist mutig, aber wohlverdient: Das in vierter Generation geführte Puradies punktet mit erfrischenden Naturmomenten und authentischer Gastfreundschaft.
11.07.2021 - 09:02 Uhr Kommentieren
Die Region Leogang, früher älteste Bergbaustätte des Salzburger Landes, ist zu einem Vorzeige-Areal für Erholungssuchende geworden. (Foto: Peter Kühnl)
Badeteich im Puradies Hotel & Chalets Leogang

Die Region Leogang, früher älteste Bergbaustätte des Salzburger Landes, ist zu einem Vorzeige-Areal für Erholungssuchende geworden.

(Foto: Peter Kühnl)

Farbenfrohe und sattgrüne Almwiesen. Blau leuchtende Bergseen, schneebedeckte, schroffe Gipfel. Einsamkeit und Freiheit in Alleinlage des Leoganger Tals. Genau das erwartet mich, als ich ins Puradies anreise. Der Name ist mutig, jedoch wohlverdient. Puradies ist die Liebe zum Leben. Naturerfahrungen, die mich genau dorthin bringen, wo ich gerade sein möchte.

Die Szenerie wirkt fast ein bisschen kitschig. Die Stein- und Grasberge schirmen das Leoganger Tal vom Rest des Alltags ab und erschaffen eine alpine Oase der Ruhe. Das Resort liegt wohl am energiereichsten Kraftplatz im Leoganger Tal. Was auch immer das bedeutet: Der Wohlfühlfaktor stellt sich augenblicklich nach meiner Ankunft ein.

Die Region Leogang blickt auf eine erstaunliche Entwicklung zurück: Früher war sie als älteste Bergbaustätte des Salzburger Landes das hässliche Entlein. Heute ist sie das zu einem schönen Schwan gewachsene Vorzeige-Areal für Erholungssuchende.

Die Hotellerie und Gastronomie Leogangs konzentriert sich konsequent auf Familienurlauber und Wellness. Ganz im Gegensatz beispielsweise zu Davos, das noch seinem unerreichbaren Ziel – Everybody’s Darling zu sein – hinterherjagt. Der Erfolg gibt ihnen recht. Neben dem Puradies haben auch weitere Vier-Sterne-Hotels wie das Hotel Krallerhof eine langjährige Familientradition.

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    Die Region um Leogang ist Ihnen vielleicht eher aus dem Wintersport und als Wander- und Mountainbike-Paradies bekannt. Saalbach-Hinterglemm, Leogang und Fieberbrunn bilden mit ihren mehr als 270 Pistenkilometern eines der größten zusammenhängenden Skigebiete Österreichs. Doch ich sammle in meiner heutigen Kolumne keine Pistenkilometer, sondern tauche mit Ihnen in erfrischende Naturmomente und authentische Gastfreundschaft des Puradies ein.

    Naturerlebnis mit alpinem Chic und Familientradition

    Außen das alpine Paradies. Innen das charmante Puradies. Alles ist sehr großzügig angelegt, das Resort umfasst 300.000 Quadratmeter, ein eigenes Chalet-Dorf gehört dazu. Ein wunderschöner Naturteich lädt zum Schwimmen ein. Meine Suite ist urig und gleichzeitig sehr chic und komfortabel. Ich kann es wahrlich spüren, wie der Architekt jeden Blick auf die Berge einfangen wollte.

    Das Resort umfasst 300.000 Quadratmeter, ein eigenes Chalet-Dorf gehört dazu. (Foto: Peter Kühnl)
    Alleinlage vor den Bergen

    Das Resort umfasst 300.000 Quadratmeter, ein eigenes Chalet-Dorf gehört dazu.

    (Foto: Peter Kühnl)

    In meiner Unterkunft ist ihm das gelungen. Alles ist aus echtem Holz hergestellt, der Boden knarzt sanft. Knorrige Altholzbalken lassen ein bisschen Hütten-Feeling aufkommen. Die erdigen Naturfarben und die großen Fensterfronten bringen das unschuldige Flair eines Sonnenaufgangs direkt in mein Zimmer. Das verarbeitete Holz aus dem regionalen Wald unterstreicht das alpin-moderne Naturambiente.

    Die insgesamt 14 Premium-Chalets des Resorts sichern ihren Besuchern noch mehr Freiraum, sofern dies überhaupt noch möglich ist. Ich nächtige im Haupthaus und genieße eine weitere Art des Freiraums – genau so heißt nämlich die zweistöckige Lounge und Bar. 500 Quadratmeter umfasst sie und ist aus 16.000 Eichenholzwürfeln gebaut. Mit dem Design hat Architekt Christoph Piffer wirklich etwas Außergewöhnliches geschaffen und zieht seit jeher die Aufmerksamkeit internationaler Medien auf sich, mehrere Design Awards inklusive.

    An diesem Ort treffe ich mich gern mit anderen Gästen und den Eigentümern. Selbst die Barkeeper haben sich hinter der Bar zu neuen, lukrativen Ideen inspirieren lassen – zu ihrer eigenen Bio-Gin-Sorte mit dem wohlklingendem Namen „Mattari“. Das ist japanisch und bedeutet so viel wie „be relaxed“.

    Diesen selbst gebrauten Tropfen nehme ich gern mit nach Hause, an diesem Abend trinke ich lieber ein Glas Wein und lasse mir die beeindruckende Entstehungsgeschichte des bilderbuchreifen Kleinods erklären: Alles begann mit einem Biobauernhof der Gastgeberfamilie Madreiter.

    Sissi und Sebastian Madreiter luden bereits in den 1950er-Jahren Touristen in ihren Embachhof ein. 1970 war Sebastian Mitbegründer der Leoganger Bergbahnen und zehn Jahre Bürgermeister von Leogang. Der Name Madreiter und Leogang gehören also schon sehr lange fest zusammen. Nachhaltigkeit und Regionalität sind bis heute ein wichtiger Bestandteil der Philosophie.

    Die zweistöckige Lounge und Bar, 500 Quadratmeter groß, ist aus 16.000 Eichenholzwürfeln gebaut. Für das Design bekam Architekt Christoph Piffer mehrere Awards. (Foto: Peter Kühnl)
    Freiraum

    Die zweistöckige Lounge und Bar, 500 Quadratmeter groß, ist aus 16.000 Eichenholzwürfeln gebaut. Für das Design bekam Architekt Christoph Piffer mehrere Awards.

    (Foto: Peter Kühnl)

    Nach einem sportlichen Tag oder auch einer etwas zu kurzen Nacht ist das Badhaus die Rettung für Erholungssuchende: Im Spa genieße ich einen 360-Grad-Blick auf den blauen Himmel. Der Duft von Zirbenholz beruhigt sofort. Eine traditionelle Kräutersauna und eine Aromamassage tun ihr Übriges.

    Die Spa-Anwendungen helfen übrigens auch, wenn Sie wie ich Probleme mit den Matratzen haben. Mein Rücken und ich sind es nicht gewohnt, komplett in die Matratze einzusinken, da die Befestigung an der Seite fehlt. Ich scheine allerdings der Einzige zu sein, den das stört. Die anderen Gäste haben allesamt einen sehr erholsamen Schlaf.

    Service mit Charme und Herzlichkeit

    Jeden Morgen überrascht Gisela, die Frühstücks-Chefin, mit einer persönlichen Anekdote, einer Empfehlung und etwas Besonderem. An jenem Morgen erklärt sie ihren Gästen, dass es Ziegenmilch am Buffet gibt. „Wissen Sie eigentlich, dass die Ziege das einzige Lebewesen ist, das keinen Krebs entwickeln kann? Die Ziege ist auch gut für Sie und übrigens den Milchreis, den habe ich selbst gemacht.“

    Das lasse ich mir nicht zweimal sagen und koste die interessant schmeckende Ziegenmilch-Speise. Gisela hat jeden Tag einen anderen Vorschlag. Sie weiß, wann der beste Tag ist, um Salzburg zu besuchen oder in die Berge zu gehen.

    Eine ähnliche Service-Erfahrung erlebe ich am Abend. Wenn der Service zu eng wird, da Personal fehlt, legt der Seniorchef selbst Hand an. Sebastian ist eigentlich im Ruhestand, serviert aber um Punkt 19 Uhr das Fondue im Chalet. Um 20 Uhr bringt er mir persönlich meine Drucksachen vorbei. Hands-on und Herzlichkeit de luxe.

    Dieses Haus hat mit seiner Architektur und dem Angebot viele USPs. Der wohl wichtigste ist die Klarheit und Herzlichkeit, die mir hier begegnen. Der besondere familiäre Umgang miteinander fällt mir sofort auf. Dieser wird hier gelebt, ohne die Professionalität zu vernachlässigen. Die Menschen sind mit der Natur und ihrer Umgebung verbunden und stolz auf das, was sie erreicht haben.

    Das verarbeitete Holz aus dem regionalen Wald unterstreicht das alpinmoderne Naturambiente. (Foto: Peter Kühnl)
    Suite im Puradies

    Das verarbeitete Holz aus dem regionalen Wald unterstreicht das alpinmoderne Naturambiente.

    (Foto: Peter Kühnl)

    Familie ist Programm, auch im Team. Die zwei Brüder könnten unterschiedlicher nicht sein und ergänzen sich daher perfekt. Michael, ehemaliger Senior Consultant in einer der besten Unternehmensberatungen, ist nach zehnjähriger Karriere wieder nach Hause gekommen. Philipp ist ehemaliger Leistungssportler. Der talentierte Skispringer hatte einen Unfall und kümmert sich nun um die operativen Belange.

    Nachhaltiges Fine Dining

    Das kulinarische Angebot unterstreicht die Philosophie des Hauses abermals. Alles ist auch in diesem Bereich ganz entspannt, ganz natürlich, dabei aber auf gewohnt hohem Niveau. Im Erlebnisrestaurant Essenz schaue ich den Köchen beim Ablöschen, Abflämmen und Abschmecken der Speisen zu. Die Zutaten stammen selbstverständlich aus dem eigenen Biobauernhof und werden hier zu Haute Cuisine verarbeitet.

    Das Restaurant befindet sich im Chalet Embachalm in unmittelbarer Nähe zum Hotel. Stefan Krieghofer, einer der 50 besten Köche Österreichs, präsentiert freitags bis samstags Fine-Dining-Menüs. Mittwochs und donnerstags genieße ich hier mein Bio-Steak.

    Zwei Hauben verlieh Gault Millau für diese Kulinarik am Fuße der Alpen. Das Menü für zwischendurch serviert Familie Madreiter in der Freiraum-Bar. An den Kaiserschmarrn am Nachmittag könnte ich mich gewöhnen. Das Hotelrestaurant befördert mich mit seiner dritten Geschmackslinie über die Alpen in mediterrane Gefilde.

    Im Puradies begann alles mit einem Biobauernhof der Gastgeberfamilie Madreiter. (Foto: Peter Kühnl)
    Frühstück mit Aussicht

    Im Puradies begann alles mit einem Biobauernhof der Gastgeberfamilie Madreiter.

    (Foto: Peter Kühnl)

    Fazit: Alpine Ruhe-Oase

    Pur. Natürlich. Echt. Der Familie Madreiter ist es mit dem Puradies Hotel & Chalets eindrucksvoll gelungen, im wunderschönen Leoganger Tal Naturerleben, Design und Lifestyle zu kombinieren. Tradition trifft auf lebendig-ruhige Gegenwart und erfrischende Herzlichkeit inmitten der kontrastreichen Leoganger Landschaftsidylle. Ich kann einen Aufenthalt für die Frühjahr- und Sommersaison wärmstens empfehlen. Die 101 besten Hotels Deutschlands haben das Puradies als Top-Empfehlung in der Rubrik luxuriöse Nachbarn aufgenommen. Ich werde sicherlich im Winter wiederkommen, um die Ski-Annehmlichkeiten ausgiebig zu testen.

    Über den Autor: Als früherer Grandhotelier und Betreiber einer Reiseplattform ist Carsten K. Rath Globetrotter von Berufs wegen. Sämtliche Hotels, über die er für das Handelsblatt schreibt, bereist er auf eigene Rechnung. Rath ist Ideengeber des neuen Rankings „Die 101 besten Hotels Deutschlands“, zu dessen Partnern auch das Handelsblatt gehört.

    Mehr: Konzepte von stilvoll bis lässig: Diese Gourmet-Hotels wissen kulinarisch zu begeistern

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