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ETF-SparplanSo bauen Sie mit ETFs ein Vermögen auf

Einen ETF-Sparplan gibt es bereits ab einem Euro. Unser ETF-Rechner zeigt Ihnen, was Ihnen das Sparen mit ETFs bringt. Zudem erfahren Sie, welche Fonds sich für Anfänger eignen.Kai Thomas 12.12.2024 - 14:23 Uhr Artikel anhören

Einen ETF-Sparplan können Sie schon mit kleinen Beträgen im Monat besparen.

Foto: dpa

Düsseldorf. Wer langfristig Vermögen aufbauen will, kann regelmäßig Geld am Aktienmarkt investieren – zum Beispiel über börsengehandelte Fonds auf weltweite Aktienindizes, sogenannte ETFs. Weil sie oft Tausende von Wertpapieren abbilden, sind sie weniger riskant als Einzelaktien. Privatanleger können sie über einen Sparplan bereits monatlich mit kleinen Beträgen von einem Euro oder mehr besparen.

Dazu benötigen sie ein Wertpapierdepot, das es kostenlos bei vielen Banken und Brokern gibt. Auch der Sparplan auf einen ETF ist meist gratis.

Doch was bringt ein ETF-Sparplan? Wie lange sollte man einen ETF-Fonds besparen? Welche Kosten fallen an? Und welche ETFs eignen sich für Anfänger? Das Handelsblatt beantwortet die wichtigsten Fragen zum ETF-Sparplan.

Was ist ein ETF-Sparplan?

Mit einem ETF-Sparplan kaufen Sie in regelmäßigen Abständen Anteile von Exchange Traded Funds (ETFs) bei einer Bank oder einem Broker. Über ihn können Sie mit kleinen Beträgen pro Monat oder Quartal von der Börsenentwicklung profitieren.

Ein ETF bildet die Wertentwicklung eines Aktienindexes ab. Deshalb werden sie auch „börsengehandelte Indexfonds“ genannt. Steigt beispielsweise der jeweilige Index um zwei Prozent, steigt auch der Kurs des ETFs, der den Index nachbildet, um etwa zwei Prozent.

ETFs sind passiv. Das heißt, ein ETF wird nicht aktiv durch ein Fondsmanagement verwaltet. Die Zusammensetzung oder Gewichtung der Aktien ändert sich nur, wenn sich die Zusammensetzung des Referenzindexes verändert.

ETF-Fonds: Wie sinnvoll ist ein ETF-Sparplan?

Ein ETF-Sparplan eignet sich für den langfristigen Vermögensaufbau, etwa zur Altersvorsorge. Wenn die Kurse sinken, kaufen Sie weiterhin Anteile – und sitzen so die schwierigen Phasen aus.

Als besonders sinnvoll gilt ein ETF-Sparplan auf einen weltweiten Aktienindex, da Sie darüber mit stark gestreutem Risiko investieren. Als Basisinvestment eignen sich für Anfänger der MSCI World oder der FTSE All World.

Grundsätzlich lassen sich auch ETFs auf Aktien einzelner Branchen, aus bestimmten Weltregionen oder andere Anlageklassen wie Anleihen und Rohstoffe besparen.

Für wen lohnt sich ein ETF-Sparplan?

Ein ETF-Sparplan hat einige Vorteile. An diesen Punkten erkennen Sie, ob er für Sie als Geldanlage infrage kommt:

  • Sie wollen mehr Rendite erzielen als mit Sparbüchern und Festgeldkonten.
  • Sie können monatlich einen kleineren oder größeren festen Betrag Ihres Einkommens sparen.
  • Sie wollen nicht jedes Mal neu Aktien auswählen, beobachten und verkaufen.
  • Sie wollen langfristig Vermögen aufbauen und können zehn Jahre oder länger auf das Geld verzichten.
  • Sie wollen dennoch jederzeit flexibel in einer Notlage auf das Geld zugreifen können.

Ist ein ETF-Sparplan eine sichere Geldanlage?

Ein Sparplan auf einen Aktien-ETF besitzt, wie grundsätzlich alle Börsengeschäfte, ein höheres Risiko als beispielsweise Festgeld. Es ist aber im Vergleich zum Kauf von Einzelaktien deutlich reduziert. Dafür wichtig ist, das Geld langfristig über viele Jahre in einem ETF anzulegen und zu halten.

Zudem sinkt das Risiko durch den Kauf von ETFs auf Weltindizes, die Tausende Aktien verschiedenster Branchen beinhalten. Fallen die Kurse einzelner Aktien in einem weltweiten Aktien-ETF, können die steigenden Kurse anderer Aktien darin die Verluste im besten Fall ausgleichen. Dennoch kann auch der Kurs solcher Welt-ETFs durch Krisen über Monate stark schwanken und auch ins Minus rutschen. In der Vergangenheit haben aber etwa der MSCI World und der FTSE All Word Verluste durch Krisen nach einigen Jahren immer wieder aufgeholt.

Was bringt mir ein ETF-Sparplan?

Wer Krisen am Aktienmarkt aussitzt und einen ETF auf einen Weltindex über Jahre bespart, wurde rückblickend mit Rendite und steigendem Vermögen belohnt. Der durchschnittliche Gewinn pro Jahr lag beim MSCI World seit 1987 laut gleichnamigem Indexanbieter bei 8,5 Prozent. Die tatsächliche Rendite von MSCI-World-ETFs ist vergleichbar hoch, unterscheidet sich jedoch nach Anbieter und Betrachtungszeitraum. Zudem profitieren Anleger bei einem ETF-Sparplan über lange Zeiträume vom Zinseszinseffekt: Der Zinsgewinn generiert nach Wiederanlage selbst Zinsen.

ETF Sparplan Rechner

Dies verdeutlicht ein beispielhafter Sparplan auf einen MSCI-World-ETF. Die monatliche Sparrate beträgt 100 Euro, der Anlagezeitraum 20 Jahre. Die angenommene jährliche Rendite beträgt 8,65 Prozent, basierend auf historischen Daten in unserem ETF-Sparplan-Rechner. Dann wird von 2024 bis zum Jahr 2044 aus 24.000 Euro Einzahlungen ein Vermögen von rund 61.798 Euro.

Renditen der Vergangenheit garantieren Ihnen keine zukünftigen Gewinne. Sie bieten daher lediglich eine Orientierung. Als alleiniges Entscheidungskriterium für einen bestimmten ETF eignen sie sich nicht.

MSCI World ETF: Welcher ETF-Sparplan ist für Anfänger geeignet?

Für die langfristige Geldanlage reicht bereits ein einziger ETF-Sparplan auf einen breit gestreuten weltweiten Aktienindex aus. Anfänger können zum Beispiel einen ETF auf den Klassiker MSCI World besparen. Dieser bildet die Kursentwicklung von rund 1500 Unternehmen aus Industrienationen ab (Stand: 2024).

Wer noch weiter streuen und auch Schwellenländer mit einschließen möchte, kann auch einen ETF auf den MSCI All Country World (MSCI ACWI) oder den FTSE All World kaufen. Die größte Streuung besitzt der MSCI ACWI IMI. In seinen rund 9000 Aktien befinden sich zusätzlich auch Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung (Small Caps).

ETFs für Sparpläne können zudem in zwei Grundtypen unterteilt werden – ausschüttend und thesaurierend. Während ein ausschüttender ETF die Erträge aus Dividenden oder Zinsen auf das Verrechnungskonto auszahlt, reinvestiert ein thesaurierender ETF die Gewinne.

Anfänger profitieren bei thesaurierenden ETFs automatisch vom Zinseszinseffekt und müssen sich nicht selbst um die Wiederanlage kümmern.

Was kostet ein ETF-Sparplan?

Für die Depotführung und die Ausführung eines ETF-Sparplans können Gebühren anfallen. Es empfiehlt sich deshalb, von Beginn an eine Bank oder Broker zu wählen, bei denen beides kostenlos ist. Die FMH-Finanzberatung bewertete die Broker Finanzen.net Zero, Scalable Capital, Traders Place, Trade Republic und XTB in ihrem Ranking der besten ETF-Sparplan-Anbieter im Jahr 2024 mit der Note „sehr gut“. Die günstigste Bank für ETF-Sparpläne ist demnach die ING mit der Note „gut“.

ETF-Anbieter erheben zudem Verwaltungskosten, die Anleger automatisch ab Erwerb der Indexfonds jährlich zahlen. Sie sind für jeden ETF unter der sogenannten Gesamtkostenquote TER (Total Expense Ratio) zusammengefasst.
Liegt die TER zum Beispiel bei 0,25 Prozent und das Depot umfasst einen Anteil von 1000 Euro dieses ETF, zahlt der Anleger 0,25 Prozent seines Anteils – also zwei Euro pro Jahr.

Bei den meisten ETFs liegt die Total Expense Ratio zwischen 0,1 und 0,5 Prozent. Zum Vergleich: Aktiv gemanagte Fonds haben meist eine TER von weit über einem Prozent.

ETF-Vergleich: Welcher ETF ist der beste?

Die fünf derzeit laut justetf.com meistgekauften, größten ETFs auf Weltindizes zeigt die folgende Liste (Stand: November 2024). Es handelt sich jeweils um die thesaurierende Variante. Auf alle lässt sich über die ISIN-Nummer ein Sparplan bei einem Broker oder einer Bank einrichten.

  • iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc), TER 0,20%, ISIN: IE00B4L5Y983
  • iShares MSCI ACWI UCITS ETF USD (Acc), TER 0,20%, ISIN: IE00B6R52259
  • Vanguard FTSE All-World UCITS ETF USD (Acc), TER 0,22%, ISIN: IE00BK5BQT80
  • Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1C, TER 0,19%, ISIN: IE00BJ0KDQ92
  • SPDR MSCI World UCITS ETF, TER 0,12%, ISIN: IE00BFY0GT14

Beim konkreten ETF-Vergleich auf Portalen wie justetf.com oder extraetf.com können folgende Punkte hilfreich sein. Filtern Sie zunächst die dortige Vergleichsdatenbank auf weltweite Aktienindizes und thesaurierende oder ausschüttende ETFs. Dann lassen Sie nur ETFs ab einem Fondsvolumen von 100 Millionen Euro anzeigen. Sortieren Sie die Tabelle zuletzt absteigend nach Kosten (TER).

Mehr zu ETF-Vergleich, MSCI-World-ETF und ETF-Fonds:

Wie viel sollte man pro Monat in ETFs sparen?

Dafür gibt es keine feste Regel. Sicherlich macht nur ein Betrag Sinn, den Sie ohne Problem jeden Monat von ihrem Nettogehalt entbehren können. Zur Orientierung: Die durchschnittliche ETF-Sparrate in Europa liegt 2024 laut einer Blackrock-Studie bei 136 Euro pro Monat.

Sparraten sind bei Banken und Brokern in Deutschland oft schon ab einem, zehn, 25 oder 50 Euro möglich. Die Obergrenze pro Sparplan unterscheidet sich je nach Anbieter und liegt meist bei tausend bis mehreren Tausend Euro. Auch ist es oft möglich, auf den gleichen ETF mehrere Sparpläne gleichzeitig einzurichten und laufen zu lassen. Sparpläne können Sie zudem je nach Anbieter nicht nur monatlich, sondern auch mehrfach im Monat oder nur quartalsweise ausführen.

Wie viel sollte man auf einmal in ETFs investieren?

Manche Anleger haben bereits eine höhere Summe angespart oder geerbt, bevor sie überlegen, ETFs zu kaufen. Dann stellt sich die Frage, was sich mehr lohnt: einen hohen Einmalbetrag investieren oder die Summe lieber monatlich in kleinen Beträgen über einen ETF-Sparplan einzahlen?

Dies hat ETF-Experte Gerd Kommer in einem Handelsblatt-Podcast klar beantwortet: Aus wissenschaftlicher Sicht ist es rentabler, größere Beträge möglichst zeitnah und komplett auf einmal zu investieren. „Wenn ich historische Daten aus den vergangenen 100 Jahren zugrunde lege, dann hat der Einmalinvestor in rund drei Viertel der Fälle einen höheren durchschnittlichen Vermögensendwert am Ende der jeweiligen Betrachtungsphase erzielt als der Phaseninvestor“, sagte Kommer. Die meisten Menschen können aber ihm zufolge aber nur einen kleinen Betrag von ihrem monatlichen Gehalt entbehren. Für sie gebe es gar keine Alternative zum ETF-Sparplan.

Wie lange sollte man einen ETF besparen?

Beim ETF-Sparen empfiehlt es sich, nur Geld anlegen, das Sie in den nächsten 10 bis 15 Jahren nicht benötigen. Denn ETFs unterliegen Kursschwankungen, die Sie so, statistisch gesehen, sehr wahrscheinlich aussitzen.

Wichtig ist, den ETF-Sparplan über Jahre unverändert in guten wie in schlechten Börsenphasen laufen zu lassen. Dann greift der sogenannte Cost-Average-Effekt. In schlechten Phasen werden für den monatlichen Sparbetrag mehr ETF-Anteile erworben als in guten Phasen.

Wie startet man einen ETF-Sparplan?

Ein ETF-Sparplan können Sie in wenigen Schritten einrichten, die nicht viel Zeit kosten:

  1. Eröffnen Sie ein Depot für den ETF-Sparplan: Neben Banken wie zum Beispiel der ING bieten auch viele Onlinebroker wie etwa Trade Republic oder Scalable Capital kostenlose Wertpapierdepots an. Dank des Videoident-Verfahrens können Sie das meist sogar vom Sofa aus erledigen. Nach wenigen Tagen haben Sie in der Regel Zugang.
  2. Richten Sie einen Freistellungsauftrag ein: Die Funktion finden Sie meist in den Kontoeinstellungen. Dies ist sinnvoll, da die erwirtschafteten Gewinne aus dem ETF bis zum festgelegten Freibetrag nicht versteuert werden. Maximal sind das 1000 Euro für eine Einzelperson oder 2000 Euro für Ehepaare.
  3. Wählen Sie einen ETF aus: Entscheiden Sie sich nun für einen ETF, den Sie besparen wollen. Sie finden ihn in der Regel über die Suche der Banking-Website oder -App über die internationale Identifikationsnummer (ISIN) oder Wertpapierkennnummer (WKN).
  4. Aktivieren Sie den ETF-Sparplan: Suchen Sie nun die Sparplan-Ansicht des ETFs. Dort legen Sie die Sparrate und das Ausführungsintervall fest – also wie viel Geld Sie wie oft investieren wollen. Entscheiden Sie zudem, ob die Sparrate vom Verrechnungskonto oder direkt von Ihrem Girokonto per Lastschrift eingezogen werden soll. Zudem können Sie meist den Ausführungstag festlegen, zum Beispiel am Monatsanfang oder in der Monatsmitte. Zum Schluss wählen Sie noch, ab wann der ETF-Sparplan starten soll.
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Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere dar. Er soll einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Dieser Artikel erschien bereits im Dezember 2022. Der Artikel wurde zuletzt am 19.11.2024 umfassend überarbeitet und aktualisiert.

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