Immobilien: So wirkt sich der demografische Wandel auf den Wohnungsmarkt aus
Urbane Metropolen wachsen.
Foto: dpaMünchen. Ratgeber zum Älterwerden gibt es zur Genüge. Vermutlich werden es noch mehr, denn die Zahl potenzieller Leserinnen und Leser wächst. Schon jetzt ist jede zweite Person hierzulande älter als 45 Jahre, jede fünfte über 66 Jahre.
Wenn der Anteil älterer Mitbürger zunimmt, hat das für viele Bereiche Konsequenzen – insbesondere für die Wohnungsmärkte. Wie sehr die vom demografischen Wandel betroffen sind, zeigt eine aktuelle Studie des Immobilien- und Technologieunternehmens Prea.
Es hat verschiedene Daten aus Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland analysiert und prognostiziert, wie sich die Bevölkerung und das Durchschnittsalter in den kommenden zehn, 15 und 20 Jahren entwickeln.
„Daraus lassen sich der Wohnungsbedarf und das regionale Leerstandsrisiko ableiten”, schreibt das Unternehmen. Letzteres werde von Immobilieninvestoren regelmäßig unterschätzt.
Vor allem in ländlichen Gebieten schrumpfen die Einwohnerzahlen, insbesondere in Bundesländern wie Sachsen-Anhalt (minus 17,2 Prozent), Thüringen (minus 14,9 Prozent) und Sachsen (minus 9,5 Prozent).
Leipzig als Positivbeispiel für schnell wachsende Bevölkerung
Der demografische Wandel hat aber auch Gewinner. Urbane Zentren wachsen weiter. Hervorzuheben seien die Metropolregionen um München, Nürnberg, Berlin, Hamburg und Frankfurt am Main, heißt es.
Ansonsten sticht Leipzig besonders positiv hervor, und zwar mit einem Bevölkerungsanstieg von 32 Prozent in 20 Jahren. Aber auch in wachsenden Städten müssen sich Planer auf eine alternde Bevölkerung einstellen.
Barrierefreiheit werde nicht nur in den Wohnungen, sondern auch im öffentlichen Raum nachgefragt, sagt Martin Kern vom Data Science Team bei Prea.
Gemeinden im Umland von Städten könnten profitieren, wenn sie sich darauf frühzeitig einstellen. Dazu müssten sie zum Beispiel den öffentlichen Personennahverkehr ausbauen, Gehwege und Ampelanlagen anpassen oder einen barrierefreien Zugang zu öffentlichen Einrichtungen schaffen.
Einige Kommunen sind bereits aktiv geworden. Seit einigen Jahren arbeiten im „Netzwerk Demografiefeste Kommune” Akteure aus verschiedenen Städten und Gemeinden daran, wie sie den Wandel bewältigen können. Die Stadt Oldenburg in Niedersachen gehört seit 2016 zum Netzwerk und legte 2020 eine Strategie vor.
Demografischer Wandel: Bürger als Teil des Prozesses
Die Bürger sind an dem Prozess beteiligt. So treffen sich regelmäßig kleine Gruppen von etwa zehn Leuten, die in die Zukunft schauen, Ideen entwickeln und mit deren Umsetzung starten. Mitte August geht es zum Beispiel um die Frage, wie Menschen unterstützt werden können, die Angehörige pflegen.
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Erstpublikation: 05.09.2023, 11:03 Uhr.