Devisen: Was der schwache Dollar für die Märkte bedeutet
Frankfurt. Die Zinswende ist da. Nachdem andere Notenbanken, etwa die Europäische Zentralbank (EZB), schon vorgelegt haben, steht jetzt die geldpolitische Lockerung der Fed in den USA so gut wie fest – mit einer ersten Zinssenkung im September. Fed-Chef Jerome Powell hat sie am vergangenen Freitag quasi angekündigt. Wie geht es nun weiter mit dem Dollar?
Die US-Währung hat schon im Vorfeld von Powells Rede Schwäche gegenüber den wichtigsten anderen Währungen wie Euro und Yen gezeigt. Die Aussicht auf niedrigere Zinsen hat das noch verstärkt, weil am Devisenmarkt die Differenzen zwischen den Renditen für kurzfristige Zinspapiere häufig den Ausschlag geben.
Am Montag zog der Dollar allerdings zeitweise wieder etwas an, weil die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zunahmen. Da die größten Investoren weltweit in den USA sitzen und bei steigenden Risiken ihr Geld tendenziell nach Hause holen, ist der Dollar bei Krisen eine gefragte Währung und bietet daher auch einen gewissen Schutz.
Möglicher Kapitalabfluss
Auf mittlere Sicht aber ist die geldpolitische Lockerung in den USA entscheidend für den Devisenmarkt. Denn wenn die Fed die Leitzinsen senkt, werden US-Anleihen und andere festverzinsliche Anlagen weniger attraktiv für Investoren, da sie geringere Renditen bieten. Dies dürfte zu einem Kapitalabfluss aus dem US-Dollar in andere Währungen führen.