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  5. Dax schließt erneut im Plus – Lufthansa gibt fast alle Gewinne wieder ab

Dax aktuellDax bestätigt positiven Trend – Anleger greifen nach Aktien der Autobauer

Das umfangreiche Milliardenpaket der EU-Kommission sorgt bei Anlegern für Optimismus. Autobauer und Zulieferer gehören zu den größten Gewinnern.Catiana Krapp und Carina Hegemann 27.05.2020 - 19:07 Uhr aktualisiert

Wird der Dax seine Gewinne fortsetzen?

Foto: dpa

Frankfurt, Düsseldorf. Der deutsche Leitindex setzt seinen Aufwärtstrend der vergangenen Tage fort: Der Index schloss am Mittwoch 1,3 Prozent höher bei 11.658 Zählern. Das Tageshoch lag bei 11.747 Punkten. Am Montag hatte der Dax fast drei Prozent zugelegt, am Dienstag erreichte er ein Plus von ein Prozent. Auch in der vergangenen Woche war eine klare Tendenz nach oben zu erkennen.

Anleger setzten ihre Hoffnungen in einen Rettungsplan zur Ankurbelung der europäischen Konjunktur nach der Coronakrise. Am Mittwochnachmittag legte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen dann den konkreten Plan vor.

Für das Wiederaufbauprogramm, das den Titel „Reparieren und Vorbereiten für die nächste Generation“ trägt, will die EU-Kommission 750 Milliarden Euro mobilisieren. Davon sollen 500 Milliarden Euro als nicht rückzahlbare Zuwendungen und 250 Milliarden Euro als Kredite fließen.

Italien und Spanien – als besonders von der Coronakrise getroffene Länder – profitieren besonders stark vom Wiederaufbaufonds. Das wirkte sich auch auf die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen aus: Die Nachfrage stieg, die Renditen sanken. Für zehnjährige italienische Anleihen ging die Verzinsung von 1,55 auf 1,48 Prozent herunter – dem tiefsten Stand seit acht Wochen. Die spanischen Bonds rentierten mit 0,64 Prozent ebenfalls so niedrig wie seit Ende März nicht mehr.

Das Geld ist nötig: Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet infolge der Corona-Pandemie mit einem drastischen Konjunktureinbruch, wie EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Mittwoch deutlich machte. Lagarde sagte während einer Online-Diskussion mit Jugendlichen, die Wirtschaft der Eurozone dürfte in diesem Jahr um acht bis zwölf Prozent schrumpfen. Prognoseszenarien, die von einer geringeren Schrumpfung ausgingen, seien mittlerweile überholt.

Im Aufwind waren am Mittwoch besonders Aktien von Autobauern und -zulieferern. So notierte die Daimler-Aktie zuletzt 8,9 Prozent im Plus, BMW legte 4,9 Prozent zu und Volkswagen 2,4 Prozent. Auch für den Zulieferer Continental ging es 4,5 Prozent nach oben. Renault gewann sogar 17,5 Prozent. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Dienstag einen Staatskredit von fünf Milliarden Euro für Renault angekündigt.

Den will die Regierung aber erst absegnen, wenn sich Management und Gewerkschaften über die Zukunft der Arbeitsplätze in Frankreich geeinigt haben. In den nächsten Tagen wollen Renault und Nissan jeweils Sparpläne vorlegen. Nissan erwägt einem Agenturbericht zufolge, rund 20.000 der etwa 140.000 Arbeitsplätze zu streichen. Um Kosten zu senken, wollen Renault und Nissan außerdem enger zusammenarbeiten.

Am Mittwoch stand auch die Lufthansa erneut im Fokus. Die Aktie legte zunächst kräftig zu. Aktionäre hofften auf Zustimmung der EU-Kommission zum staatlichen Rettungspaket. Am Montag hatten Bundesregierung und Lufthansa bekanntgegeben, dass das Hilfspaket für die deutsche Fluggesellschaft steht. Seit Mittwochnachmittag steht aber fest: Die Rettung der Lufthansa wird verschoben.

Der Aufsichtsrat befürchtet durch die EU-Auflagen eine Schwächung an den Drehkreuzen und stimmte dem Stabilisierungspaket nicht zu. Nun sollen andere staatliche Hilfsmaßnahmen geprüft werden. Die Aktie rutschte zwischenzeitlich in die Verlustzone, beendete den Handelstag aber mit 0,4 Prozent knapp im Plus.

Daneben richten Börsianer ihre Aufmerksamkeit auf die Veröffentlichung des „Beige Book“ am Abend (MESZ). Vom Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed erhoffen sie sich Hinweise auf weitere Konjunkturhilfen.

Blick auf andere Assetklassen

Der Blick ins Ausland bringt indes auch anhaltende Sorgen mit sich. So wachsen die Spannungen zwischen den USA und China wegen des Streits über ein geplantes sogenanntes Sicherheitsgesetz für Hongkong.

Das setzt auch der chinesischen Währung zu. Im Gegenzug steigt der Dollar mit 7,1595 Yuan auf den höchsten Stand seit knapp neun Monaten. US-Präsident Donald Trump kündigte noch für diese Woche Maßnahmen gegen China wegen der nationalen Sicherheitsgesetze gegen Hongkong an, nannte aber keine konkreten Details.

Die wachsende Risikofreude der Investoren macht Gold-Investments weniger attraktiv. Der Preis für das Edelmetall fiel 0,6 Prozent auf etwa 1701 Dollar je Feinunze. Zwischenzeitlich fiel der Preis unter die wichtige Marke von 1700 Dollar, bei der spekulative Investoren die Flucht ergreifen und der Druck auf den Preis zunehmen könnte, wie Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg erklärte.

Das Edelmetall wird von Investoren als sicherer Hafen in Krisenzeiten angesehen. Um schnell an Liquidität zu gelangen, hatten aber wegen den Auswirkungen der Corona-Pandemie viele Anleger im Februar und März von der Krisenwährung Abstand genommen.

Pekings Pläne für ein Sicherheitsgesetz haben auch Auswirkungen auf die Rohölpreise. Die Nordseesorte Brent gab um 4,5 Prozent auf 34,51 Dollar je Fass nach. Das US-Leichtöl WTI notierte zuletzt bei 32,75 Dollar 4,7 Prozent niedriger. „Die schwelenden Spannungen zwischen den USA und China haben den Druck auf das Rohöl wieder erhöht“, sagte Rohstoff-Experte Avtar Sandu vom Broker Phillip Futures.

Einzelwerte im Fokus

MLP: Nach gut zwei Jahren Abstinenz steigt der Finanzvertrieb Ende Mai wieder in den SDax auf. Das Unternehmen profitiert davon, dass die Autoleasingfirma Sixt-Leasing den Index der kleinen deutschen Werte am 29. Mai verlässt. Die Anleger kaufen das MLP-Papier wieder vermehrt, es gewann 4,2 Prozent.

Aroundtown: Aktien der Gewerbeimmobilienfirma sind nach einem Gewinnsprung gefragt. Sie legten zuletzt 3,8 Prozent zu. Operative Verbesserungen und der Zukauf von TLG ließen das Ergebnis zum Jahresauftakt um ein Viertel steigen.

Infineon: Infineon-Aktien rutschten nach einer Kapitalerhöhung ans Dax-Ende. Die Papiere notierten 4,5 Prozent schwächer. Der Münchner Halbleiterkonzern hat bei Investoren rund 1,06 Milliarden Euro eingesammelt. Die neuen Aktien wurden zu 19,30 Euro verkauft, wie das Unternehmen in der Nacht zum Mittwoch mitteilte.

Mit Agenturmaterial.

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