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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500Corona-Neuinfektionen schicken Wall Street auf Talfahrt – Dow Jones verliert knapp drei Prozent

Die Rekord-Infektionszahlen in einigen US-Bundesstaaten lassen Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 im Minus schließen. Experten fürchten einen erneuten Lockdown. 24.06.2020 - 22:43 Uhr

In der berühmten Straße befindet sich der Sitz der New York Stock Exchange.

Foto: dpa

New York. Der sprunghafte Anstieg der Coronavirus-Neuinfektionen in Teilen der USA hat der Wall Street-Rally ein vorläufiges Ende gesetzt. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss am Mittwoch 2,7 Prozent tiefer auf 25.445 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 2,2 Prozent auf 9909 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 2,6 Prozent auf 3050 Punkte ein.

Damit lagen sie aber immer noch deutlich über ihren Tiefs vom März. Der Nasdaq hatte am Dienstag sogar ein Rekordhoch markiert und der S&P 500 steuert auf seinen größten Quartalsgewinn seit 1975 zu.

„Es gibt starken Widerstand gegen die Wiedereinführung der Pandemie-Restriktionen“, sagte Craig Erlam, Marktanalyst des Brokerhauses Oanda. „Aber letztendlich wird der Regierung wohl keine andere Wahl bleiben. Einige US-Bundesstaaten hatten in den vergangenen Tagen Rekord-Neuinfektionen verzeichnet.

Gleichzeitig denkt die US-Regierung über neue Strafzölle auf europäische Waren nach. „Offenbar sucht US-Präsident Donald Trump Streit mit Europa, um die US-Bürger von der Gesundheitslage im eigenen Land abzulenken“, sagte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets.

Die gesenkten Konjunkturprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) drückten zusätzlich auf die Stimmung. Für 2020 prognostizieren die Experten nun einen Wirtschaftseinbruch in den USA von acht Prozent. Vor diesem Hintergrund denkt die US-Regierung über ein weiteres Konjunkturpaket nach.

Öl gibt nach, Gold steigt auf Acht-Jahres-Hoch

Die schwindende Hoffnung auf eine rasche und kraftvolle Erholung der Konjunktur von den Pandemie-Folgen spiegelte sich im Ölpreis wider. Die US-Sorte WTI verbilligte sich um knapp sechs Prozent auf 38,14 Dollar je Barrel (159 Liter). In ihrem Sog büßten die Papiere der Ölkonzerne Exxon und Chevron jeweils mehr als vier Prozent ein.

Einige Investoren flüchteten in „sichere Häfen“. So gewann die „Antikrisen-Währung“ Gold bis zu 0,7 Prozent und war mit 1779,06 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) so teuer wie zuletzt vor knapp acht Jahren. „Es ist ausgemachte Sache, dass die Leitzinsen für lange Zeit auf niedrigem Niveau bleiben werden“, erläuterte Händler Alexander Zumpfe vom Edelmetall-Spezialisten Heraeus. „Davon profitiert Gold, welches ja selbst keine Zinsen zahlt und als Inflationsschutz gilt.“

Freizeitwerte unter Druck

Aus Furcht vor einer erneuten Verschärfung der Corona-Restriktionen stiegen Investoren bei Touristik- und Freizeitwerten aus. So verloren die Aktien der Fluggesellschaften American, Delta und United Airlines, der Casino-Betreiber Wynn und Las Vegas Sands sowie der Kreuzfahrt-Veranstalter Royal Caribbean und Norwegian bis zu zwölf Prozent.

Die Papiere der „Aida"-Mutter Carnival büßten elf Prozent ein, nachdem die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) die Bonitätsnote des Unternehmens auf „BB+“ von „BBB-“ gesenkt hatte. Damit verloren die Anleihen des weltgrößten Kreuzfahrt-Anbieters das Gütesiegel „Investment Grade“.

Die Aktien von Ibio verbuchten dagegen mit einem Plus von mehr als sieben Prozent. IBM stellt der Biotech-Firma seine auf künstlicher Intelligenz basierende Datenanalyse-Software Watson Health zur Verfügung, um die Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs zu beschleunigen.

Bei den Einzeltiteln richtete sich zudem das Interesse auf Dell Technologies. Der für PCs und Server bekannte Konzern könnte die Zukunft seiner Software-Tochter VMWare auf den Prüfstand stellen – und erwägt dabei laut dem „Wall Street Journal“ neben einem Verkauf auch eine Komplettübernahme. Die Dell-Aktien sprangen um 8,4 Prozent nach oben und jene von VMWare stiegen um 2,4 Prozent.

Während die jüngste Rekordrally bei den Nasdaq-Größen Microsoft und Apple vorerst pausierte, überboten die Aktien von Amazon im frühen Handel nochmals ihre jüngste Bestmarke mit einer Annäherung an die 2800-Dollar-Marke. Die Experten von Wedbush Securities riefen ein Kursziel von 3050 Dollar aus. Am Ende notierten die Titel des Online-Handelsgiganten aber auch mit rund einem Prozent im Minus.

Die Kurse von US-Staatsanleihen sind dagegen nach anfangs leichten Verlusten überwiegend ins Plus gedreht. Die Schwäche bei risikobehafteten Anlagen wie zum Beispiel Aktien, die sich vor allem aus der Sorge vor einer zweiten Coronavirus-Welle ergab, stützte die Rentenpapiere ein Stück weit wegen ihrer Rolle als sicherer Hafen. Die Kursausschläge hielten sich aber in engen Grenzen.

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Die Gefahr eines wiederaufflammenden Handelsstreits zwischen den USA und Europa kam als Bremse für die Risikobereitschaft der Anleger hinzu. Die USA erwägen neue Strafzölle auf Produkte aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien. Wie aus einer Mitteilung des US-Handelsbeauftragten vom späten Dienstagabend hervorgeht, könnten unter anderem Bier, Schokolade, Oliven und Gin betroffen sein. Die ausgewählten Waren hätten im Jahr 2018 einen Importwert von 3,1 Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro) gehabt, heißt es in der Mitteilung.

Zweijährige Anleihen verharrten bei 99 28/32 Punkten. Sie rentierten mit 0,186 Prozent. Fünfjährige Anleihen legten um 2/32 auf 99 22/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 0,314 Prozent. Richtungsweisende zehnjährige Anleihen stiegen um 9/32 auf 99 15/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,681 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von dreißig Jahren gewannen 1 4/32 auf 95 10/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,442 Prozent.

rtr
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