Geld: „Bargeld gibt uns eine Illusion der Kontrolle“
München. „Cash is king“: Das sagen Anleger gern, wenn sie den richtigen Zeitpunkt zum Kaufen abwarten wollen oder wenn sie verunsichert sind. Aktuell trifft vor allem Letzteres zu: Die erratische Zollpolitik der US-Regierung lässt die Börsenkurse immer wieder fallen und steigen, Anleger können sich nicht auf einen Trend verlassen und haben sich aus der Anlageform Aktien vielfach verabschiedet.
Während unsichere Zeiten schlecht für Wertpapiere sind, verlassen sich immer mehr Deutsche auf das Bargeld. „Es gibt uns die Illusion, unsere Finanzen im Griff zu haben“, erklärt Julia Pitters, Professorin für Wirtschaftspsychologie an der Internationalen Hochschule Wien, im Interview mit dem Handelsblatt. Auch wenn den Menschen bewusst sei, dass dieses Handeln irrational ist.
Das Streben nach dieser Illusion sei sowohl historisch als auch psychologisch bedingt, manche Bargeld-Liebhaber würden auch dem Schutz ihrer Daten durch Staat oder Banken misstrauen, so die Expertin. Doch gleichzeitig berge das Horten von Bargeld in Krisenzeiten reale Gefahren.