Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Start-ups sind für Unternehmen der Schlüssel zum Erfolg

Newcomer sind wichtige Zulieferer, gefährliche Konkurrenten oder rettende Investments: Jeder Unternehmer muss sich jetzt mit Start-ups befassen.
19.01.2021 - 18:43 Uhr Kommentieren
Start-ups bereiten mit guten Ideen den Boden für neue Geschäftsmodelle bei alteingesessenen Unternehmen. Quelle: Kostas Koufogiorgos
Wettrennen im digitalen Zeitalter

Start-ups bereiten mit guten Ideen den Boden für neue Geschäftsmodelle bei alteingesessenen Unternehmen.

(Foto: Kostas Koufogiorgos)

Die aktuellsten Nachrichten aus der deutschen Start-up-Szene sind für die ganze Wirtschaft wichtig. Ein Online-Autohändler wird an die Frankfurter Wertpapierbörse gehen und dabei voraussichtlich mit mehr als sechs Milliarden Euro bewertet werden.

Ein Personalsoftware-Anbieter für kleine Unternehmen wird mit Wachstumskapital überhäuft. Eine digitale Spedition drängt in den Markt für Straßentransporte und gilt nach fünf Jahren schon als Milliardenunternehmen, das zum Marktführer aufsteigen will. Diese Neuigkeiten müssen endgültig alle tradierten Firmen aufrütteln.

Denn all diese neuen technologiegetriebenen Unternehmen haben eines gemeinsam: Sie verändern das Geschäft traditioneller Unternehmen grundlegend. Was sie anbieten und wie sie sich entwickeln, hat Auswirkungen auf Firmen in ganz unterschiedlichen Segmenten, vom Kleinbetrieb hin zum Dax-Konzern. Das zeigen die Beispiele dieser Woche.

Die Auto1 Group ist vor knapp einer Dekade als Gebrauchtwagen-Großhändler gestartet. Sie hat Privatleuten Fahrzeuge abgekauft und an Händler weitervertrieben. Inzwischen verkauft sie jüngere Gebrauchte auch an Privatnutzer und erobert einen weiteren Teil des Marktes.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Aber nicht nur das: Längst beeinflusst das Berliner Start-up die Art und Weise, wie Menschen Autos kaufen. Wer sich informieren will, geht heute nicht mehr zuerst zu Volkswagen oder Audi, sondern zu Auto1 – und kann vom Sofa aus direkt sein Auto bestellen. Die Autokonzerne sind schon im Hintertreffen.

    Personio vereinfacht die Arbeit der Personalabteilungen bei kleinen Unternehmen. Die Software automatisiert Routineaufgaben und gibt Mitarbeitern mehr Zeit für die Talentsuche. Unternehmen, die Personio nutzen, haben somit Vorteile gegenüber Wettbewerbern, die ihre Personalarbeit noch ganz traditionell selbst organisieren.

    Digitalspediteur Sennder mischt das Geschäft von DB Schenker, Kühne + Nagel und Lkw Walter auf. Es umwirbt Frachtführer mit Zusatzleistungen wie günstigen Versicherungen, buhlt mit digitalen Services um Verlader, die mit Sennder immer wissen, wann ein Lkw ankommt. Das erhöht den Druck auf Etablierte.

    Der Wettbewerb wird durch Newcomer belebt

    Ohne Zweifel lässt sich damit heute sagen, dass Start-ups großen Einfluss auf den Wettbewerb haben. Sie zwingen die Etablierten zu Innovationen, schwingen sich zu unverzichtbaren Partnern auf oder stellen gar die Existenzgrundlage der Konkurrenz infrage.

    Die Auto-, die Logistik- und HR-Branche sind bei Weitem keine Einzelfälle. Unternehmer der traditionellen Wirtschaft müssen die Entwicklungen jetzt mit größter Aufmerksamkeit verfolgen: Alles, was entlang der Lieferkette digitalisiert werden kann, wird in den kommenden Jahren digitalisiert – von der Beschaffung, über Logistik und Produktion bis zum Management von dauerhaften Kundenbeziehungen. Und für die Newcomer steht so viel Risikokapital zur Verfügung wie nie. Im Niedrigzinsumfeld haben sie durch große Finanzierungsrunden von europäischen und internationalen Geldgebern eine enorme Finanzkraft für Entwicklung und Marketing.

    Was können Kleinstbetriebe, Mittelständler und Konzerne tun?

    Zuerst sollten sich Selbstständige, Familienunternehmer und Manager nach digitalen Innovationen in ihrem Segment umsehen, Impulse aufgreifen und das Thema Digitalisierung auf die Tagesordnung setzen. Auch Mitarbeiter sollten ermutigt werden, ihr Wissen einzubringen – vielleicht bringt ausgerechnet die Neueinstellung beste Kontakte zu einer erfolgreichen Gründerin mit.

    Nach der Marktanalyse sollten sie die Lösungen von Start-ups nutzen, um sich selbst konkurrenzfähiger aufzustellen. Oft ist zu beobachten, dass es zuerst die Unternehmen aus der Digitalbranche sind, die neue Software für die Talentsuche, die Logistik und die Finanzabteilung einsetzen. Etablierte Firmen verpassen die neuen Angebote oder warten zu lange.

    Ein weiterer Schritt insbesondere für mittlere Unternehmen und Familienunternehmer sollte drittens sein, in Start-up-Funds zu investieren, die im Gegenzug Einblicke in Technologieentwicklungen und Zugang zu den Gründern bieten. Einige Wagniskapitalgeber haben sich auf die Zusammenarbeit mit Mittelständlern spezialisiert oder viel Erfahrung damit. Dazu zählen etwa der Visionaries Club, e.Ventures und Project A, die allesamt in Berlin sitzen.

    Wagniskapital fehlt kaum noch

    Vor allem bei finanzstarken Firmen folgt im vierten Schritt, Firmen zu kaufen oder direkt in Start-ups zu investieren – das lohnt sich insbesondere, wenn der Innovator die eigene Existenz stark gefährdet –, denn dann kann es nicht zum Schlimmsten kommen. Der Investor hat auch am Erfolg seines Wettbewerbers teil. Bei Akquisitionen ist im fünften Schritt wichtig, das Potenzial der zugekauften Firma gemeinsam weiterzuentwickeln.

    Angst und Abgrenzung ist jedenfalls keine Option. Und sie ist auch nicht vonnöten. Zahlreiche Familienunternehmen gehen schon beispielhaft voran, wie Dr. Oetker, das für rund eine Milliarde den Getränkeversender Flaschenpost übernommen hat.

    Der deutsche Mittelstand kann seine Erfolgsgeschichte weiterschreiben. Aber nur mit den hiesigen Start-ups.

    Mehr: Start-ups aus Europa bringen Investoren höhere Renditen als die Konkurrenz aus dem Silicon Valley

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Start-ups sind für Unternehmen der Schlüssel zum Erfolg
    0 Kommentare zu "Kommentar: Start-ups sind für Unternehmen der Schlüssel zum Erfolg"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%