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Morning Briefing Streit um Weihnachtsferien

25.11.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

alles ganz okay, sagt Angela Merkel vor dem heutigen Corona-Gipfel mit den Bundesländern – aber ein paar härtere Auflagen hätte die Bundeskanzlerin schon gerne. Da geht es etwa darum, die Weihnachtsferien schon am 16. Dezember beginnen zu lassen, also kurz nach dem Dritten Advent – und nicht, wie von den Ministerpräsidenten ersonnen, am 19. Dezember.

Offenbar kann sich die Regierungschefin da aber nicht durchsetzen. Und Merkel plädiert für Wechselunterricht an den Schulen sowie schärfere Regeln für den Einzelhandel, wo sich nicht mehr als ein Kunde auf 25 Quadratmetern aufhalten solle (bisher zehn Quadratmeter).

Einig sind sich offenbar alle in der Strategie, die fast im Wochenrhythmus mit neuen Ideen konfrontierten Deutschen unter dem Weihnachtsbaum mit laxeren Regeln beschenken zu können. Nudging-Lektion Nummer eins lautet: Brav-Bleiben muss sich lohnen.

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    Quelle: dpa
    Alles ganz okay, sagt Angela Merkel vor dem heutigen Corona-Gipfel mit den Bundesländern, aber ein paar härtere Auflagen hätte die Bundeskanzlerin schon gerne.

    Das „Ischgl-Syndrom“ wirkt, diese Angst vor neuen Ski-Hotspots in den Alpen mit Wodka Feigling und Whisky Liebling. Mit Parallelschwung fährt Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte vor und will die Skigebiete bis zum 10. Januar gesperrt halten: „Es ist nicht möglich, einen Winterurlaub zuzulassen, wir können uns das nicht leisten.“

    Bayerns Premier Markus Söder gibt da Schützenhilfe. Europaweit sollten die Skilifte nicht laufen, sagt er, eine europaweite Verständigung sei nötig. Diese Snow Connection wiederum alarmiert Österreichs schneidigen Kanzler Sebastian Kurz, der 800 Millionen Euro Umsatzausfall pro Woche beklagt. Sein Finanzminister errechnet insgesamt bei längerer Skigebiet-Schließung Kosten von zwei Milliarden: „Wenn die EU das wirklich will, muss sie dafür auch bezahlen.“

    In ausgeprägter Dealstimmung, ganz so wie in besseren Zeiten, ist Bertelsmann. Die Gütersloher unter CEO Thomas Rabe wollen ihr florierendes Buchgeschäft, das derzeit durch die schreibenden Obamas geadelt wird, mit einem spektakulären Zukauf stärken. Zwei Milliarden Dollar soll die Tochter Penguin Random House für den US-Verlag Simon & Schuster bieten – mehr als jeder andere bei der aktuellen Auktion.

    Respekt vor dem Powerplay zeigt selbst Medientycoon Rupert Murdoch. Er will lieber die Kartellprüfungen eines Bertelsmann-Deals abwarten, schließlich sind die Deutschen jetzt schon Weltmarktführer in diesem Feld. Murdochs Manager Robert Thompson spricht bereits von einem „Behemoth der Bücher“. Was Bertelsmann beim Thema Simon & Schuster empfindet, sagt der Titel der neuen Barack-Obama-Autobiographie: „Ein verheißenes Land.“

    Die Deutsche Börse kann es keinem recht machen, beschreibt unsere Titelstory. Ihre jetzt verkündete Reform mit der Aufstockung von 30 auf 40 Firmen im Deutschen Aktienindex (Dax) ruft etliche Kritiker auf den Plan. Dabei hat der Exitus des einst umjubelten Dax-Familienmitglieds Wirecard sowie der Einstieg des chronisch gewinnschwindsüchtigen Pizza-Bringdienstes Delivery Hero schon dem Laien gröbste Mängel aufgezeigt.

    Alle Börsenunternehmen müssen nun einen unabhängigen Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat aufweisen und zwei Jahre vor einer Aufnahme in den erlauchten Kreis der Public Companies operativ schwarze Zahlen geschrieben haben.

    Eigentlich alles nachvollziehbar – aber leider fehlt es zusehends an einer ausreichenden Menge öffentlich gehandelter Unternehmen. Mal gehen Blue Chips von morgen wie Biontech lieber in die USA, dann wieder verabschieden sich einstige Hoffnungsphänomene wie Rocket Internet oder Axel Springer aus Gründen der Jonglage vom Parkett.

    Quelle: dpa
    In Zeiten von Corona-Beschränkungen produzieren viele Haushalte deutlich mehr Müll.

    Alles schön und gut mit Homeoffice und Lockdown-E-Commerce – aber wir sollten auch über die gigantische Müll-Lawine sprechen, die mit all den DHL- und Hermes-Autos über uns hereingebrochen ist. Der Elektroschrott auf den Bauhöfen hat sich verdoppelt, die Menge von Altglas stieg aufgrund des vermehrten Alkoholkonsums um 20 Prozent, die Menge der Faltschachteln um 5,3 Prozent. Der Corona-Mülleffekt gefährdet auch die deutsche Recyclingwirtschaft.

    Man kommt kaum nach. Schon hat Peter Kurth, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungswirtschaft, eine Lösung: „Wer Kreislaufführung bei Kunststoffen will, kommt künftig an Instrumenten wie Mindesteinsatzquote nicht vorbei“, sagt er im Handelsblatt.

    Wir sehen: Der Gesetzgeber muss nicht nur das Virus, sondern auch den ausgelösten Kehricht verbannen.

    Ohne Erfolge in der Halbleitertechnologie und ohne das aus Spezialfasern gewonnene „Extrem Ultraviolettes Licht“ (EUV) wäre Karl Lamprecht nicht an die Spitze des Carl-Zeiss-Konzerns gekommen. Heute Abend ist Zeiss mit seinen Partnern Trumpf und Fraunhofer-Institut Finalist beim Deutschen Zukunftspreis – und Lamprecht gibt in seinem Amt das erste Interview. Der neue CEO über...

    • ... die neue EUV-Technik: „Nur mit ihr kann das Mooresche Gesetz eingehalten werden, demzufolge sich die Leistung von Prozessoren in zwei Jahren verdoppelt bei sinkenden Stückpreisen. Das ist die Triebfeder der modernen vernetzten Weltwirtschaft.“
    • ... das Scheitern: „Wenn es schiefgegangen wäre, hätte es uns nicht umgebracht. Das ist die Messlatte. Man darf ein Unternehmen ja nicht auf ein Thema verwetten.“
    • ... seinen Managementstil: „Ich setze auf Umsetzungsorientierung, also: Weniger planen, mehr machen. Ich will da lieber iterativer und damit pragmatischer herangehen. Klare Ziele, in kürzeren Abständen, um gegebenenfalls die Pläne schneller zu ändern.“

    Immerhin hat der Stiftungskonzern dank der Sonderkonjunktur bei den Halbleitern zuletzt erneut mehr als sechs Milliarden Euro umgesetzt. Ein bisschen Starthilfe für den ehrgeizigen Neu-Chef.

    Viele arbeiten im Homeoffice – und das erhöht die Gefahr für Cyber-Attacken. Inzwischen sind sogar Netzwerke von Firmen bedroht. Auf unserer Jahrestagung „Cybersecurity“ diskutieren wir Anfang kommender Woche mit Fachleuten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über solche Problemszenarien.

    Mit dabei sind unter anderem Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Siemens-Energy-Vorständin Judith Wunschik und Lanxess-Vorstand Florian Jörges. Wenn Sie am 30. November und 1. Dezember mit dabei sein wollen, habe ich unter dem Code „76D2001839MOBR“ einige Karten für Sie reserviert – hier geht‘s zur Anmeldung.

    Musk verdankt sein wachsendes Vermögen der Kursrally der Tesla-Aktie. Quelle: Reuters
    Tesla-Chef Elon Musk: Er verdankt sein wachsendes Vermögen der Kursrally der Tesla-Aktie.

    Musk verdankt sein wachsendes Vermögen der Kursrally der Tesla-Aktie.

    (Foto: Reuters)

    Und dann ist da noch Tesla-Chef Elon Musk, Hansdampf in allen Autogassen. Da der Aktienkurs seines Elektrofahrzeugunternehmens steigt und steigt, kommt er nun auf 127,9 Milliarden Dollar Vermögen – das sind 0,2 Milliarden mehr als die Besitztümer von Microsoft-Mitgründer Bill Gates.

    Musk gilt nun als Zweitreichster der Welt, nur Amazon-Gründer Jeff Bezos schwebt mit 182 Milliarden irgendwo in der Nähe des Mars, den Rivale Musk ja bald für Fernreisende erschließen möchte. In Brandenburg will der statusbewusste Superreiche neben der Autoproduktion die größte Batteriefabrik der Welt bauen, wie er jetzt erklärte. Und für die Europäer will er eigens ein neues Auto der Kompaktklasse entwickeln. Ein solcher Ehrgeiz ist nach Ambrose Bierce „ein übermächtiges Verlangen, von seinen Feinden zu Lebzeiten geschmäht und von seinen Freunden nach dem Tode verlacht zu werden.“

    Ich wünsche Ihnen einen auch monetär erfolgreichen Tag. Es grüßt Sie herzlich
    Ihr

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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