Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

CDU Ökonom Otte neuer Chef der Werte-Union – Kritik wegen AfD-Nähe

SPD, FDP und die Grünen kritisieren die Wahl von Max Otte zum Vorsitzenden der Werte-Union deutlich. AfD-Parteichef Chrupalla gratuliert zur Wahl.
30.05.2021 Update: 30.05.2021 - 15:54 Uhr 3 Kommentare
Die Werte-Union sieht sich als Vertretung der konservativen Strömung in der Union, ist aber keine offizielle Parteigliederung. Quelle: dpa
Ökonom Max Otte

Die Werte-Union sieht sich als Vertretung der konservativen Strömung in der Union, ist aber keine offizielle Parteigliederung.

(Foto: dpa)

Berlin Der Ökonom Max Otte ist zum neuen Vorsitzenden der konservativen Werte-Union gewählt worden. Die Wahl löste Wirbel aus, Politiker etwa der Grünen, der FDP und der SPD kritisierten den 56-Jährigen für eine Nähe zur AfD. Glückwünsche hingegen kamen vom AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla.

„Schade, dass wir Prof. Otte im Kuratorium der Erasmus-Stiftung verloren haben“, twitterte Chrupalla. Otte war laut Medienberichten noch bis Januar 2021 Kuratoriumsvorsitzender der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung. Otte selbst schrieb auf Twitter zu seiner Wahl: „Ich danke für das mir entgegengebrachte Vertrauen und hoffe, dem gerecht zu werden.“

Die CDU wollte die Wahl nicht kommentieren. „Die Werte-Union ist keine Gruppierung der CDU. Deshalb äußern wir uns dazu nicht“, sagte ein Parteisprecher auf Anfrage. Die Werte-Union sieht sich als Vertretung der konservativen Strömung in der Union, ist aber keine offizielle Parteigliederung.

Der bisherige Vorsitzende Alexander Mitsch, der im März seinen Rückzug angekündigt hatte, bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag die Wahl Ottes zum neuen Vorsitzenden. Mitsch sagte der dpa: „Ich bin sicher, dass die große Mehrheit der Mitglieder weiterhin zwar eine Politikwende, aber keine Zusammenarbeit mit der AfD oder Linken will.“

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Erste Rücktrittsforderungen und Kritik von der Jungen Union

    Innerhalb der Werte-Union löste die knappe Wahl Ottes zum neuen Vorsitzenden Streit aus. In einer Erklärung des Landesverbandes Bayern etwa, die der dpa vorliegt, hieß es: „Mit Max Otte, der von 2018 bis 2021 im Kuratorium der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung tätig war, ist leider eine völlige politische Neuausrichtung der Werte-Union verbunden, die mit unserem wirtschaftsliberalen und wertkonservativen Gründungsmanifest nichts mehr zu tun haben wird.“

    Wegen der Wahl von Otte hätten die bisherigen bayerischen Amtsinhaber und Kandidaten beschlossen, sich für kein Amt im Bundesvorstand mehr zur Verfügung zu stellen. Die Mitglieder der Landesverbände Baden-Württemberg, Sachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen Anhalt seien Bayern gefolgt, hätten ihre Kandidaten ebenfalls zurückgezogen und größtenteils eine Tagung in Fulda vorzeitig verlassen.

    Weiter hieß es: „Die Frage einer Spaltung oder Auflösung der Werte-Union liegt jetzt allein in der Hand von Max Otte und dem unter mehr als ungewöhnlichen Umständen neu gewählten Bundesvorstand der Werte-Union.“ Otte wurde zum Rücktritt aufgefordert.

    Der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, schrieb am Sonntag auf Twitter, die Union müsse die konservative Wurzel stärken, aber brauche dazu keine zusätzliche Gruppierung und schon gar nicht diese. „Jetzt schafft sich die Truppe selbst ab! Die Auflösung wäre der richtige Schritt.“ Das habe mit Union nichts mehr zu tun.

    FDP-Generalsekretär warnt vor rechten Populisten

    Der Bundesvize der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, forderte Konsequenzen. Die Werte-Union habe mit der Wahl von Otte gezeigt, dass sie nicht in der Lage sei, Distanz zur AfD zu halten. „Die CDU muss mit einem Unvereinbarkeitsbeschluss klarstellen, dass ein Engagement in der Werte-Union mit der Mitgliedschaft in der CDU unvereinbar ist“, sagte Bäumler dem Handelsblatt. „Diese Hilfstruppe der AfD hat mit dem Wertefundament der Union nichts zu tun.“

    Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner schrieb auf Twitter, er erwarte von CDU-Chef Armin Laschet, dass er seinen Worten Taten folgen lasse und eine „klare Brandmauer gegen Rechtsaußen“ ziehe.

    Mit der Wahl Ottes habe es in der CDU-nahen Werte-Union „den Putsch der AfD-Treuen gegeben“, kommentierte SPD-Generalsekretär Klingbeil. CDU-Chef Armin Laschet sei zu schwach, um die „Rechtsverschiebung der CDU“ aufzuhalten. „Nach der Bundestagskandidatur von Maaßen jetzt die Personalie Otte. Das sind keine guten Signale vor der Wahl in Sachsen-Anhalt, vor der immer mehr Kräfte in der Landes-CDU für eine Zusammenarbeit mit der AfD werben.“

    SPD-Vizefraktionschefin Katja Mast twitterte: „Zuerst Maaßen in Thüringen, jetzt Otte als Vorsitzender der WerteUnion. Laschet und die CDU sprechen gern von einer Brandmauer gegen rechts - dazu braucht es aber klare Haltung und Taten statt leerer Worte!“ Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen tritt in Südthüringen für die CDU zur Bundestagswahl an. Maaßen ist wegen seiner Haltung unter anderem zur Flüchtlingspolitik der Bundesregierung umstritten.

    FDP-Generalsekretär Volker Wissing schrieb auf Twitter, erst stelle die CDU Maaßen als Kandidaten für den Bundestag auf, nun wähle die Werte-Union Otte zum Vorsitzenden. Die Union müsse aufpassen, dass das inhaltliche Vakuum, welches Bundeskanzlerin Angela Merkel hinterlasse, nicht von rechten Populisten gefüllt werde.

    Mehr: Union in Umfrage wieder vor den Grünen – SPD auf historischem Tief

    • dpa
    Startseite
    Mehr zu: CDU - Ökonom Otte neuer Chef der Werte-Union – Kritik wegen AfD-Nähe
    3 Kommentare zu "CDU: Ökonom Otte neuer Chef der Werte-Union – Kritik wegen AfD-Nähe"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das Baerbökchen muß nur so weiter dumme Sätze herauslassen, wie inder letzten Zeit.

      Dann dürfte das Grüne Wahldesaster von der Mehrheit von Arbeitnehmer und Steuerzahlern besiegelt werden.

    • Hier noch so ein linkes Ding für Deutschlands Autofahrer, die sich an den Gedanken mit 130 auf Autobahnen gewöhnen sollten.

      16 Cent fürs Klima
      Baerbock plant Preissteigerung bei Benzin
      Das Rennen ist noch offen: Doch sollten die Grünen die stärkste Kraft bei der Bundestagswahl und Annalena Baerbock Kanzlerin werden, müssen sich Autofahrer auf höhere Kraftstoffpreise einstellen. Auch in Sachen Tempolimit, Koalition mit der Linken und Nord Stream 2 spricht die Politikerin nun Klartext.

      Insgesamt landen dann davon wieder beim Benzin ca. 64 Prozent der Tankrechnung als Steuern beim Staat.

      Nur mal so am Rande mit dieser Selbstbeweihräucherung "Grüner und LinkerPolitik" in Deutschland.

    • Und wo wäre das Problem?

      Nur weil es viele Menschen gibt, die die illegale und unbegrenzte Einwanderung von Mittellosen aus der dritten Welt nicht möchten?

      Wie gestört muß man eigentlich sein, dies und die weitreichenden Folgen für die nächsten Generation zu verharmloseh.

      Schon heute lassen sich solche Seiten wie von Politikversagen.de täglich mit über 800 Straftaten und Übergriffe der übelsten Sorte bequem füllen.

      Wie sagte einst Peter Scholl-Latour: „Wer halb Kalkutta aufnimmt, hilft nicht etwa Kalkutta, sondern wird selbst zu Kalkutta!"

      Jeder sollte selbst mal darüber nachdenken, ob dieser Satz falsch oder richtig ist.

      Ansonsten sollte man sich in seiner nächsten Stadt mal die Ecken genauer anschauen, die Kinder mal dorthin schicken und seine Frau alleine in den Abendstunden dort spazieren gehen lassen. Und das wird schon verleugnet und negiert. Jeder der das liest, weiß genügend was ich meine.
      Und dabei muß man noch nicht einmal dort wohnen oder seine Kinder dort in die Schule gehen lassen.

      Es ist und bleibt eine verlogene Politik und linke Gesellschaft, die solche fatalen Fehlentwicklungen nicht sehen will.

      Besser noch: Einfach mal die nächste Polizeidienststelle besuchen und sich das Polizeigewahrsamsbuch zeigen und erklären lassen.

      Das wäre auch eine Bereicherung und vielleicht sogar eine Ernüchterung für unsere Politiker/- innen und den Journalisten in unserer Gesellschaft in Deutschland.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%