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Klimaschutz Unternehmer und Politiker wollen nachhaltige Wirtschaft nach Corona

Die Wirtschaft soll nach der Coronakrise nachhaltiger werden, fordern Politiker und Unternehmen. Allerdings formiert sich auch eine Gegenbewegung.
14.04.2020 - 17:15 Uhr 1 Kommentar
Der Anfang nach der Coronakrise sollte nach Überzeugung vieler Politiker, Klimaschützer und Unternehmer zugleich ein Neustart sein, der die Wirtschaft nachhaltiger macht. Quelle: dpa
Windräder

Der Anfang nach der Coronakrise sollte nach Überzeugung vieler Politiker, Klimaschützer und Unternehmer zugleich ein Neustart sein, der die Wirtschaft nachhaltiger macht.

(Foto: dpa)

Berlin Dass jedem Anfang ein Zauber innewohnt, wissen wir seit Hermann Hesse. Der Anfang nach der Coronakrise sollte nach Überzeugung vieler Politiker, Klimaschützer und Unternehmer zugleich ein Neustart sein, der die Wirtschaft nachhaltiger, grüner und damit klimafreundlicher macht. Ein Weiter-so wie bisher verbiete sich, so argumentieren sie. Man müsse vielmehr die Krise als Chance für einen grundlegenden Neubeginn nutzen.

„Green Investments“, die das Klima schonten und die Artenvielfalt förderten, würden die Volkswirtschaften stärker machen als sie vor der Krise waren, erläuterte eine Gruppe europäischer Politiker, Firmenchefs und Aktivisten am Dienstag. „Nach der Krise wird die Zeit zum Wiederaufbau kommen“, heißt es in einer von 180 Ministern, EU-Abgeordneten, Managern, Gewerkschaftern, Nicht-Regierungsorganisationen und Experten unterzeichneten Erklärung.

„Der Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft, der Schutz der Artenvielfalt und die Umgestaltung der Agrar- und Lebensmittelindustrie bieten die Möglichkeit zum schnellen Aufbau von Jobs und Wachstum – und können dazu beitragen, Gesellschaften widerstandsfähiger zu machen“, heißt es darin.

Die Erklärung entstand auf Initiative von Pascal Canfin, dem Vorsitzenden des Umweltausschusses des Europa-Parlaments. Unterzeichnet ist sie unter anderem von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sowie Ministern aus zehn weiteren EU-Ländern, darunter aus Frankreich, Italien, Spanien, Österreich, Portugal und Schweden.

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    Dazu kommen 79 EU-Abgeordnete und Chefs oder ranghohe Manager unter anderem des deutschen Energieversorgers Eon und des Kunststoffherstellers Covestro sowie L‘Oreal, Ikea, Danone, Coca Cola, H&M, Volvo, Microsoft, Renault und dem österreichischen Versorger Verbund.

    Neues Wohlstandsmodell soll entwickelt werden

    Der Wiederaufbau der Wirtschaft biete die Möglichkeit, ein neues Wohlstandsmodell zu entwickeln, heißt es in der Erklärung. Dazu müsse es massive Investitionen in ein neues europäisches Wirtschaftsmodell geben. Dieses müsse produktiver, umfassender und widerstandsfähiger sein als das bisherige. Die Werkzeuge und viele der neuen Technologien dazu gebe es bereits.

    Schließlich habe es in vielen Bereichen in den vergangenen zehn Jahren schon enorme Veränderungen gegeben. So seien Elektroautos damals allenfalls als Prototypen verfügbar gewesen, Windenergie sei dreimal und Solarenergie siebenmal so teuer gewesen wie heute.

    Der politische Wille zu solchen Veränderungen sei vorhanden und es gebe auch Pläne und Strategien. Das zeige etwa das Vorhaben der EU („Green Deal“), bis 2050 klimaneutral zu werden. Nun müsse Europa für die Zukunft aufgestellt werden. Dazu benötige es Anstrengungen auf lokaler, nationaler und EU-Ebene.

    Rückhalt für solche Überlegungen gibt es auch im Gewerkschaftslager. „Ich denke, dass ein Konjunkturprogramm dazu beitragen kann, qualitatives Wachstum zu fördern und mit Vehemenz das Thema Transformation nach vorne zu treiben, also etwa den Ausbau der digitalen Infrastruktur oder die Energie- und Mobilitätswende“, sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann dem Handelsblatt.

    Wie die Anstrengungen konkret ausgestaltet werde könnten, beschäftigt derzeit Fachleute weltweit. Kurz vor Ostern war ein Konzept des Thinktanks „Agora Energiewende“ bekannt geworden, das für Deutschland konkrete Maßnahmen für einen klimafreundlichen Modernisierungsschub nach der Coronakrise mit einem Finanzvolumen von 100 Milliarden Euro benennt.

    Dazu zählen Entlastungen bei den Strompreisen, eine umweltfreundliche Modernisierung der Industrie und eine höhere Abwrackprämie für alte Ölheizungen. Allerdings räumen die Experten von Agora ein, es sei zu befürchten, dass es nach der Coronakrise durchaus zu einer „Zurückhaltung bei klimaschutzrelevanten Investitionen“ kommen könnte.

    Automobilindustrie warnt vor strengeren CO2-Grenzwerten nach 2030

    Längst gibt es in der deutschen Politik Vorschläge, etwa die Erhöhung der Flugticket-Steuer oder die Einführung des CO2-Preises zu verschieben. Im Dezember vergangenen Jahres hatte die Bundesregierung in ihrem Klimaschutzgesetz beschlossen, ab 2021 einen nationalen CO2-Preis von 25 Euro pro Tonne einzuführen.

    Die Fokussierung auf mehr Nachhaltigkeit und mehr Klimaschutz hat ohnehin nicht nur Freunde. So warnt etwa die Automobilindustrie vor strengeren CO2-Grenzwerten nach 2030. „Wir müssen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise daher erst seriös bewerten, bevor wir über mögliche zusätzliche Belastungen sprechen“, hatte Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie kürzlich gesagt.

    Während Europa den Ehrgeiz in Sachen Nachhaltigkeit sicher nicht komplett aufgeben wird, gehen Fachleute davon aus, dass die schwierige Situation der Weltwirtschaft wahrscheinlich viele Infrastrukturprojekte zum Erliegen bringen könnte, einschließlich milliardenschwerer Investitionen in saubere Energie. Schon jetzt werden grüne Projekte verschoben oder gar ganz ausgesetzt.

    Mehr: Die Coronakrise sorgt für Millionen Tonnen an eingespartem Kohlendioxid. Langfristig dürfte die Pandemie allerdings die Energiewende verlangsamen.

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    1 Kommentar zu "Klimaschutz: Unternehmer und Politiker wollen nachhaltige Wirtschaft nach Corona"

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    • "Wer jetzt einen Rückzug aus dem Klimaschutz fordert, ist auf dem Holzweg. Denn hier liegt eine große Chance für Deutschland, mit seiner digitalen Industriekompetenz wettbewerbsfähige Produkte auf den Markt zu bringen." Das kommentierte heute offiziell Herr Holger Schmidt im Handelsblatt und traf es auf den Punkt. Die Berliner Neutrino Deutschland GmbH und Neutrino Energy Group arbeiten auf Hochdruck, um die Neutrinovoltaik auf den Markt zu bringen. Es wird daraufhin eine ganz neue Ära der Energienutzung starten. Haushaltsgeräte wie Kühlschränke, Waschmaschinen, Fernseher oder die gesamte Telefonie, alle könnten mit selbstladenden Neutrinovoltaic Chips oder Power Cubes ausgestattet unendlich Energie nutzen. Und in der Elektromobilität stehen mit Konzepten für das Kleinfahrzeuge PI unendliche Reichweiten an. Das alles MADE IN GERMANY würde unsere Wirtschaft schnell nach vorne katapultieren. Es geht jetzt um Investitionen um die patentiertem Technologien aus den Kinderschuhen in den industriellen Standard zu führen. JETZT STARTEN können alle Unternehmen, die bereit sind diese Innovationen zu nutzen - die Patente und Lizenzen dazu stehen bereit: Neutrinovoltaic.com

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