Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Pandemiebekämpfung SPD-Länder fordern Aufrüstung der Corona-Warn-App für bessere Kontaktnachverfolgung

Experten hatten es schon lange gefordert, jetzt soll die digitale Pandemiebekämpfung künftig stärker auf Zusammenkünfte mehrerer Personen konzentriert werden.
23.11.2020 Update: 23.11.2020 - 10:37 Uhr 2 Kommentare
Weitere Verbesserungen für die digitale Pandemiebekämpfung sind im Gespräch. Quelle: dpa
Corona-Warn-App

Weitere Verbesserungen für die digitale Pandemiebekämpfung sind im Gespräch.

(Foto: dpa)

Berlin Die Ministerpräsidenten der SPD-geführten Länder fordern angesichts der Überlastung von Gesundheitsämtern wegen der hoher Corona-Infektionszahlen vom Bund eine weitere Überarbeitung der Corona-Warn-App. Im Fokus steht dabei insbesondere, die App bei der Kontaktnachverfolgung zu verbessern.

Das geht aus einem Beschlussentwurf des Vorsitzlandes der Ministerpräsidentenkonferenz hervor, der dem Handelsblatt vorliegt. Den Vorsitz hat derzeit Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) inne. Die Vorschläge Müllers sind wohl nur unter den SPD-Ländern abgestimmt.

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, die Corona-Warn-App (CWA) um ein Kontakttagebuch und kurzfristig um eine automatische Clustererkennung zu erweitern“, heißt es in dem Papier, das das Datum 22. November trägt. Damit würde die Pandemiebekämpfung mithilfe der App künftig auf Cluster konzentriert, in denen besonders viele Menschen zusammenkommen.

In dem Beschlussentwurf für die Beratungen mit Merkel dringen die Länder zudem darauf, die im Beschluss der Bundeskanzlerin und der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vom 16. November 2020 angekündigten Updates der Corona-App bis zum 21. Dezember 2020 umzusetzen. Die Forderungen aus dem Beschlusspapier sind mit eckigen Klammern markiert. Das heißt: Diese Punkte stehen offenbar noch zur Diskussion.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    In einem gesonderten Papier der sogenannten B-Länder, zu denen die unionsgeführten Länder sowie Baden-Württemberg mit einem grünen Regierungschef gehören, ist von einer „Erweiterung des Leistungsspektrums“ der App die Rede. Der Bund solle hierzu mit den Ländern Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen unter Einbezug des Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber prüfen, „ob Lockerungen im Datenschutz möglich sind“.

    An diesem Mittwoch beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Derzeit gilt ein Teil-Lockdown, der aber Ende November ausläuft.

    Mit QR-Codes Clustern auf der Spur

    Zu den in dem Papier angesprochenen Updates zählt etwa, dass die App künftig automatische Erinnerungen an einen App-Nutzer nach dessen Positivtestung schicken können soll, sofern dieser die eigenen Kontaktpersonen noch nicht gewarnt hat. Auch die Einbindung eines „Kontakttagebuchs“ soll demnach geprüft werden.

    Experten fordern überdies schon länger eine automatische Erkennung, ob Nutzerinnen und Nutzer sich innerhalb einer größeren Menschenmenge oder einer Cluster-Situation befinden. Zuletzt hatte sich der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz für eine Erweiterung der App um eine manuelle Funktion zum Erfassen von Zusammenkünften mehrerer Personen stark gemacht.

    Bei der Corona-Bekämpfung spiele die Erkennung von Clustern eine immer wichtigere Rolle, hatte von Notz kürzlich dem Handelsblatt gesagt. „Diese können aber allein auf der Basis der Abstandsmessung zwischen einzelnen Geräten bisher von der App nicht erfasst werden.“ Für die Etablierung einer Clusterfunktion in der App regt von Notz daher an, einen QR-Code zu verwenden, der von einem Teilnehmenden erzeugt werde oder auch statisch beispielsweise für ein Restaurant gelte.

    „Mit diesem Code bekomme ich einen Schlüssel, der für die Dauer der angesetzten Zusammenkunft oder für einen vorher festgelegten Zeitraum gilt“, erläuterte der Grünenpolitiker. Melde sich ein Beteiligter des Treffens mit einem positiven Testergebnis, würden über diesen Schlüssel alle anderen informiert. Die Bundesregierung solle daher diese Möglichkeit einer zusätzlichen Funktion für die App prüfen und diese „schnellstmöglich“ umsetzen

    Datenschutzkonforme Verbesserungen möglich

    Auch SPD-Chefin Saskia Esken hatte zuletzt Verbesserungen bei der Kontaktnachverfolgung gefordert. Ein „Check-In-Verfahren“ in Gaststätten, mit dem App-Nutzer automatisch registriert werden, sei jederzeit im Rahmen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verwirklichbar, sagte Esken dem Handelsblatt. Das sieht auch Baden-Württembergs Datenschutzbeauftragter Stefan Brink so. Eine „Check-in-Funktion“ für die Gastronomie sei ebenfalls datenschutzkonform umsetzbar, sagte er.

    Eine Verbesserung der Warn-App ist laut dem Beschlusspapier für die Ministerpräsidentenkonferenz offenbar auch eine von mehreren Voraussetzungen für eine Lockerung der Corona-Beschränkungen. Maßstab für mögliche Öffnungsschritte sei „die Sicherstellung einer digital gestützten Kontakt-Nachverfolgbarkeit“, heißt es in dem Dokument.

    Gelingen soll dies demnach „durch verbindliche Reservierung (online oder telefonisch) mit Erfassung der für die Nachverfolgung erforderlichen Kontaktdaten, wo möglich feste Zeitfenster und Einlasskontrolle mit personalisierten Zugangsbestätigungen bei Veranstaltungen, aber auch im gastronomischen Bereich“.

    Mehr: Corona-Warn-App – Wirtschaftsweise ziehen ernüchternde Bilanz

    Startseite
    Mehr zu: Pandemiebekämpfung - SPD-Länder fordern Aufrüstung der Corona-Warn-App für bessere Kontaktnachverfolgung
    2 Kommentare zu "Pandemiebekämpfung: SPD-Länder fordern Aufrüstung der Corona-Warn-App für bessere Kontaktnachverfolgung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Sorry - habe ich noch vergessen - Datenschutz steht höher als die Volksgesundheit und dann, logischerweise, auch höher als das Ausschalten von grundgesetzlichen Grundrechten.
      Hier sollte man mal - auch im Angesicht von Google, Facebook und Co - die Prioritäten überdenken.

      Nun - habe fertig.

    • Erstaunlich - wir wissen um die Schwächen der Corona-Warn-App und machen monatelang nichts - in der Schule hieß es - 6 und setzen.
      Das ist doch wirklich der Skandal, dass in unserem Land, mit so vielen Experten und klugen Köpfen es Monate braucht nur um mal zu überlegen, wie es denn wohl die Systeme leistungsfähiger laufen könnten.
      Man stelle sich mal vor, die Pandemie wäre wirklich gefährlich - wir wären ja längst ausgestorben.
      Diese Erkenntnisse sollten Angst machen und wir sollten daraus lernen - positiv gestimmt und neugierig auch andersdenkende mit in den Ideenwettbewerb und der Diskussion einbinden.

      Da müssen wir wohl bis zur nächsten Wahl warten, denn Frau Merkel und ihre Lakaien stehen für alternativlose Regierungspolitik, ein Relikt aus dem Mittelalter und Diktaturen.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%