Regierung: Ein Ex-Banker soll Deutschland aus der Investitionskrise holen
Abu Dhabi, Berlin, Dubai. Von der schillernden Mischung aus traditioneller Kultur, spektakulärer Architektur und Luxus der Vereinigten Arabischen Emirate ist nicht viel zu erkennen, als Martin Blessing am Dienstag im Hyatt-Hotel in Abu Dhabi steht. Der Teppich im Konferenzraum im Keller ist blau und gelb gemustert, statt Tageslicht scheinen grell-helle Deckenleuchten.
Blessing ist umringt von deutschen und arabischen Unternehmern. Anlass ist das Energieforum zwischen Deutschland und den Emiraten. Bevor Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) die Eröffnungsrede hält, hat Blessing Zeit, seiner neuen Beschäftigung nachzugehen: Visitenkarten verteilen. Der Ex-Banker hofft, dass sich daraus möglichst viele Investitionen in Deutschland ergeben.
Blessing ist der erste Investitionsbeauftragte eines Bundeskanzlers: Vor wenigen Wochen hat Friedrich Merz (CDU) ihn vorgestellt. Die Auslandsreise mit Reiche in die Emirate ist Blessings erste offizielle Tour in neuer Position.
Gilt der Titel des „Beauftragten“ in Deutschland häufig als Synonym eines „Grüßonkels“ bei offiziellen Anlässen, soll Blessing nicht weniger als den Standort Deutschland international wieder in die erste Liga führen. Blessing werde mit seinen „ausgezeichneten Kontakten in die internationale Wirtschafts- und Finanzwelt“ Investoren nach Deutschland locken, kündigte Merz bei Blessings Vorstellung an.