Spionage: Neue Details in der Abhöraffäre deuten auf russische Hacker hin
Berlin. Zu der Abhöraffäre bei der Bundeswehr sind neue Details bekannt geworden. Alle Hinweise deuteten „auf eine russische Hack- und Leak-Operation hin“, erklärten die Bundestagsabgeordneten Konstantin von Notz (Grüne) und Alexander Hoffmann (CSU) nach einer Sondersitzung des Geheimdienste-Kontrollgremiums des Bundestags in einer gemeinsamen Erklärung.
An der Sitzung nahm für die Bundesregierung unter anderem Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) teil. Hintergrund der Zusammenkunft ist die russische Veröffentlichung eines Mitschnitts von Beratungen deutscher Luftwaffenoffiziere zum Ukrainekrieg.
Außerdem ging es um die aktuelle Berichterstattung zum früheren Wirecard-Manager Jan Marsalek, der nach Recherchen des Magazins „Spiegel“ und anderer Medien jahrelang für den russischen Geheimdienst gearbeitet haben soll. Über die Abhöraktion beriet auch der Verteidigungsausschuss in einer Sondersitzung.
In der abgehörten Videokonferenz der Offiziere wurden Einsatzszenarien für den Fall erörtert, dass der deutsche Marschflugkörper Taurus doch noch an die Ukraine geliefert würde. Pistorius hatte der russischen Führung nach der Veröffentlichung des Mitschnitts vorgeworfen, einen Informationskrieg mit dem Ziel einer Spaltung in Deutschland zu führen.