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Quartalszahlen Deutsche Telekom hebt nach Fusion in den USA Jahresprognose an

Durch die Übernahme von Sprint stößt die Deutsche Telekom in neue finanzielle Dimensionen vor. Allerdings steigen auch die Belastungen.
13.08.2020 Update: 13.08.2020 - 11:45 Uhr Kommentieren
Nach rund zwei Jahren ist der Manager am Ziel: Die amerikanische Telekom-Tochter T-Mobile hat den Konkurrenten Sprint übernommen. Quelle: Reuters
Telekom-Chef Tim Höttges

Nach rund zwei Jahren ist der Manager am Ziel: Die amerikanische Telekom-Tochter T-Mobile hat den Konkurrenten Sprint übernommen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Am 1. April begann für die Deutsche Telekom eine neue Zeitrechnung. Die Tochterfirma T-Mobile schloss sich mit dem Konkurrenten Sprint zusammen – mit dem Ziel, die Nummer eins in den USA zu werden. Ob das gelingt, ist zwar offen, klar ist nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen am Donnerstag jedoch: Der Dax-Konzern stößt durch den Deal in bislang ungekannte finanzielle Dimensionen vor.

„Die Fusion in den USA ist für den Konzern eine historische Weichenstellung“, erklärte Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, am Donnerstag bei der Veröffentlichung des Zwischenberichts fürs zweite Quartal. Der Konzern erwirtschafte nun mehr als 100 Milliarden Euro Umsatz im Jahr, erreiche eine Bilanzsumme von 270 Milliarden Euro und habe weltweit fast 230.000 Mitarbeiter.

Ohne die Übernahme entwickelte sich das Geschäft zumindest stabil. Die Corona-Pandemie beeinträchtigte den Telekommunikationskonzern vergleichsweise wenig, sieht man von der Großkundentochter T-Systems und den Roaming-Gebühren im Mobilfunk ab. „Wir zeigen uns sehr krisenresistent in dieser schwierigen Phase“, betonte Höttges.

Die Investoren überzeugte das: Der Kurs der Telekom-Aktie stieg Donnerstagvormittag um rund zwei Prozent auf 15,57 Euro und war damit zwischenzeitlich stärkster Wert im Dax. Damit lag das Papier nicht weit von dem Niveau von gut 16 Euro entfernt, das es vor dem Corona-Ausbruch erreicht hatte. Die meisten Analysten empfehlen die Telekom-Aktie zum Kauf, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 18 Euro. Zum Dax-Schluss notierte das Papier immerhin noch knapp ein Prozent im Plus.

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    Im zweiten Quartal stieg der Umsatz nach Einbeziehung von Sprint um 37,5 Prozent auf 27 Milliarden Euro, das bereinigte Ergebnis nach Leasingkosten (Ebitda AL), eine wichtige Kennzahl in der Branche, um 56,4 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro. Diese Werte übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich. Um die Übernahme und Wechselkurseffekte bereinigt sank der Umsatz minimal um 0,6 Prozent, das bereinigte Ergebnis stieg um 8,4 Prozent.

    Allerdings belasteten die Fusionskosten die Telekom. Der bereinigte Konzernüberschuss lag um 3,8 Prozent unter dem Vorjahreswert bei 1,3 Milliarden Euro, der Nettogewinn sank um 20,1 Prozent auf 754 Millionen Euro – bei beiden Kennzahlen hatten Analysten deutlich mehr erwartet. Der Konzern rechnet vor allem in den ersten drei Jahren nach dem Zusammenschluss mit Belastungen durch die Integration der beiden Gesellschaften.

    Mit der Konsolidierung von Sprint ist zudem der Schuldenstand deutlich gestiegen. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten betragen 120,9 Milliarden Euro. Damit liegt der Dax-Konzern außerhalb einer selbst definierten Komfortzone, die zwischen dem 2,25- bis 2,75-Fachen des bereinigten Gewinns liegt. „Wir haben immer darauf hingewiesen, dass die Integration von Sprint zunächst mit Integrationskosten verbunden ist“, betonte Höttges. Es sei aber mit Synergieeffekten in Höhe von 43 Milliarden Dollar zu rechnen.

    Telekom hebt die Prognose an

    Das Geschäft in den USA hat mit der Fusion noch einmal an Bedeutung gewonnen. Der Umsatz der fusionierten Landesgesellschaft erreichte von Anfang April bis Ende Juni 19 Milliarden Dollar (plus 72,5 Prozent). Was die Aktionäre erfreut: Trotz der Ablenkung durch den Zusammenschluss gewann das Unternehmen 1,2 Millionen Kunden hinzu und überholte den Konkurrenten AT&T. Wir sind auf einem vielversprechenden Weg, um auch Verizon einzuholen“, sagte Höttges. Der Marktführer hat knapp 120 Millionen Kunden.

    In Deutschland entwickelte sich das Geschäft trotz der Corona-Pandemie stabil. Der Umsatz des operativen Segments stieg um 1,1 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Leasingausgaben stieg um drei Prozent auf 2,2 Milliarden – der Konzern hat also die Kosten gesenkt.

    Grafik

    Ein Effekt der Ausgangsbeschränkungen: Das Breitbandgeschäft wuchs kräftig. Im zweiten Quartal gewann die Deutsche Telekom netto 87.000 Kunden hinzu, nach Unternehmensangaben ein stärkeres Wachstum als bei allen Wettbewerbern. 386.000 Kunden wechselten auf einen Glasfaseranschluss. Anders im Mobilfunkgeschäft: Dort nahm die Telekom weniger durch Roaming ein. Die Serviceumsätze sanken daher im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,1 Prozent.

    Hart traf es dagegen das Großkundengeschäft in der Tochterfirma T-Systems: Der Umsatz sank um 3,4 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro, der Auftragseingang sogar um 24 Prozent. Die Telekom verwies darauf, dass sich neue Verträge mit Großkunden verzögert hätten, weil diese IT-Projekte ausgesetzt oder gestoppt hätten: „Kunden konzentrieren sich darauf, die Kontinuität ihres Geschäfts zu sichern und sich auf die Zeit nach der Pandemie vorzubereiten“, hieß es.

    Wegen der neuen Konzernstruktur aktualisierte die Deutsche Telekom ihre Prognose. Das bereinigte Ebitda nach Leasingkosten soll statt 25,5 nun 34 Milliarden Euro erreichen, der Free Cashflow nach Leasingausgaben statt acht mindestens 5,5 Milliarden Euro – hier machen sich die Integrationskosten bemerkbar.

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