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Energie

Elektromobilität Garantien für Northvolt – Bundesregierung hilft beim Bau von Europas erster Gigafabrik

BMW und Volkswagen wollen Batterien von Northvolt beziehen. Damit der Bau der Gigafactory in Schweden gelingt, gibt die Bundesregierung nun Millionengarantien.
17.08.2020 - 14:20 Uhr Kommentieren
Das schwedische Start-up bekommt Rückendeckung aus Berlin.  Quelle: via REUTERS
Northvolt

Das schwedische Start-up bekommt Rückendeckung aus Berlin. 

(Foto: via REUTERS)

Düsseldorf Der schwedische Batteriezellenhersteller Northvolt konnte sich schon die Unterstützung von Autokonzernen wie BMW und Volkswagen sichern. Jetzt hilft auch die deutsche Bundesregierung bei dem Bau der ersten Gigafabrik Europas. 

Mit einer staatlichen Garantie in Höhe von 443 Millionen Euro will das Bundeswirtschaftsministerium dafür sorgen, dass die geplante Zellfertigung in Schweden realisiert wird. Das gab das von CDU-Politiker Peter Altmaier geführte Ministerium am Montag bekannt. 

Die sogenannte UFK-Garantie wird im Rahmen der Außenwirtschaftsförderung des Bundes übernommen, mit der Vorhaben in anderen Ländern unterstützt werden können, an denen ein besonderes staatliches Interesse besteht. 

Damit werden Kredite bis zu einer Höhe von 80 Prozent gegenüber dem Ausfall von politischen und wirtschaftlichen Risiken abgesichert. Das heißt, die Bundesregierung würde nur einspringen, wenn der prophezeite E-Auto-Boom ausbleibt beziehungsweise Northvolt keine Abnehmer findet. 

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    Darum braucht sich das schwedische Start-up aber wohl erst einmal keine Gedanken zu machen. 

    Mit BMW und Volkswagen hat Northvolt schon eine strategische Kooperation zur Forschung und Entwicklung geschlossen. Mit VW soll außerdem eine gemeinsame Produktionsanlage in Salzgitter gebaut werden, die schon 2024 in Betrieb gehen soll. BMW hatte im Juli bereits einen Liefervertrag mit Northvolt geschlossen. Ab 2024 sollen die Schweden Zellen im Wert von zwei Milliarden Euro an den Autobauer liefern. 

    Die Finanzierung für den Bau der ersten Gigafactory hat Northvolt jetzt zusammen. 1,6 Milliarden US-Dollar hat das von zwei ehemaligen Tesla-Managern gegründete Unternehmen dafür in den vergangenen drei Jahren eingesammelt. Auch die Europäische Investitionsbank (EIB) ist mit einem Anteil von umgerechnet 300 Millionen Euro (350 Mio. US-Dollar) an der Finanzierung beteiligt. Das Geld kommt aus dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI).

    Europas Gigafactory als Antwort auf CATL und BYD

    Der Bau der Gigafabrik ist der erste Versuch eines europäischen Unternehmens, die Marktmacht der bislang vorwiegend asiatischen Zellhersteller aus Asien zu brechen. Firmen wie CATL und BYD aus China, LG Chem aus Südkorea oder Panasonic aus Japan produzieren bislang die große Mehrheit der weltweit verkauften Batteriezellen für Elektroautos. 

    Mit dem bevorstehenden Boom der alternativen Antriebstechnologie steigt ihr Einfluss auf die Automobilkonzerne und dementsprechend Europas Abhängigkeit von Asien in einem der wirtschaftlich wichtigsten Sektoren.

    Batterieforscher und andere Experten mahnen seit Jahren, dass Deutschland eigene Zellfertigungen brauche, um die Abhängigkeit von asiatischen Zulieferern zu verringern. Eine Zellfertigung in Deutschland oder Europa galt jedoch lange als zu teuer und der Vorsprung der asiatischen Hersteller als schwer aufholbar. 

    Aber die Produktionskosten für Batteriezellen sind in den vergangenen Jahren radikal gesunken, und die Bereitschaft der Europäer, auch in eine eigene Fertigung zu investieren, steigt mit der Anzahl der verkauften Elektroautos spürbar. Immer mehr Unternehmen tun sich mit Hoffnung auf Milliardenförderungen aus Brüssel und Berlin für den Aufbau einer Zellfertigung in Europa zusammen. Northvolt sitzt bislang allerdings an der Spitze dieser Aufholjagd.

    Mit einer Kapazität von bis zu 40 Gigawattstunden pro Jahr soll Northvolt Ett (Eins) die größte Zellfabrik in Europa werden. Damit würde sie, nach den Plänen ab 2021, ungefähr so viele Zellen produzieren wie Teslas Megawerk in Nevada. In Salzgitter sollen dann noch einmal bis zu 20 Gigawattstunden jährlich dazukommen. 

    Gleichzeitig investiert Northvolt außerdem in die Batteriezelltechnologie selbst, die Prozessentwicklung und das Recycling. Aus Sicht von Northvolt-CEO Peter Carlsson ist das Momentum der Elektrifizierung so stark wie nie. „Unsere Kunden benötigen enorme Mengen hochwertiger Batterien mit geringem CO2-Fußabdruck, und Europa muss eine vollständig regionalisierte Wertschöpfungskette aufbauen, um sie zu unterstützen.“

    Mehr: Elektroautos boomen – doch deutsche Hersteller stehen nur in der zweiten Reihe

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