Halbleitermangel: „Zulieferer kippen reihenweise um“: Chipkrise und Rohstoffpreise bringen Firmen in Existenznot
In den vergangenen Monaten hat es bereits eine Reihe von Pleiten in der Branche gegeben.
Foto: dpaMünchen, Düsseldorf. Seit 70 Jahren ist der amerikanische Zulieferer Henniges Automotive in Deutschland aktiv. In der niedersächsischen Kleinstadt Rehburg-Loccum produziert das Unternehmen verschiedene Dichtungen für Türen, Fenster, Kofferräume, Heckklappen, Schiebedächer oder Motorhauben. Zu den Kunden zählt die Crème de la Crème der Branche: BMW, Daimler, Volkswagen, Ford und Volvo. Doch mit der jahrzehntelangen Fertigung in Deutschland könnte es bei Henniges bald vorbei sein.
Ende Oktober meldete die Firma für ihre Produktionsstätten und technischen Büros im Großraum Rehburg Insolvenz an. Der Grund: massiver Umsatzschwund infolge der Coronapandemie und der Chipkrise. Schlimmer noch: Die steigenden Kosten für Rohmaterialen würden der Fertigung hierzulande endgültig die Perspektive rauben, argumentiert der Mutterkonzern aus den USA.
Insolvenzverwalter Rainer Eckert hofft zwar auf den Erhalt des Betriebs. Die Löhne und Gehälter von Hunderten betroffenen Mitarbeitern sind aber zunächst nur noch bis Ende Dezember gesichert. Wie es danach weitergeht, ist offen. So wie Henniges kämpfen derzeit viele Zulieferer in Teilen oder zur Gänze um ihre Existenz.