Technologie: Die Stunde der Frauen: Das sind die 50 einflussreichsten Frauen der deutschen Tech-Branche
50 Frauen aus der Tech- und Gründerszene, die die nächsten Jahre prägen werden, hat das Handelsblatt nach ausgiebigen Recherchen in der Branche identifiziert.
Foto: Handelsblatt- Das Handelsblatt hat 50 Frauen recherchiert, die Gründertum und Technologie-Branche in Deutschland maßgeblich vorantreiben.
- Vom Business Angel bis zur strategischen Geldgeberin: Frauen investieren in allen Phasen und in allen Bereichen der Branche. Doch auf welche Trends setzen erfolgreiche Investorinnen heute?
- Die Tech-Headhunterin Constanze Buchheim spricht im Handelsblatt-Interview über die Suche nach weiblichen Talenten in der Start-up-Welt – und wo die Entwicklung zu mehr Diversität hakt.
Düsseldorf. Eva-Maria Meijnen und ihre Firma Plusdental waren bis vor Kurzem vor allem bei Menschen mit schiefen Zähnen bekannt. Denn das Berliner Start-up verkauft erfolgreich transparente Zahnschienen. Es wirbt damit, Fehlstellungen der Zähne zu korrigieren.
Doch dann erregte Co-Chefin Meijnen mit einer Pressemitteilung plötzlich auch die Aufmerksamkeit von Menschen mit tadellosem Gebiss. Denn Meijnen ließ verkünden, dass sie Plusdental 2022 zum ersten frauengeführten Einhorn in Deutschland machen wolle. So nennt die Technologiebranche Firmen, die noch vor Börsengang oder Verkauf mit mindestens einer Milliarde Dollar bewertet werden.
Tatsächlich führen ausschließlich Männer die aktuell knapp 20 deutschen Einhorn-Firmen: vom Unternehmenssoftware-Anbieter Celonis über das Bus- und Bahnunternehmen Flix Mobility bis zum Digitalversicherer Wefox. Dafür gibt es viele Gründe. Ein wichtiger: Die Wagniskapitalszene, die mit ihren Geldern maßgeblich über den Aufstieg von jungen Start-ups entscheidet, ist männerdominiert und vertraut eher den Fähigkeiten männlicher Gründer.
Die ohnehin schon wenigen Gründerinnen haben es so schwerer, Kapital aufzunehmen. Tatsächlich finanzieren Wagniskapitalgeber in Europa in diesem Jahr nach einer Analyse der Datenbank Pitchbook und der Silicon Valley Bank nur in gut 18 Prozent der Fälle in Start-ups, bei denen eine Frau im Gründungsteam ist. Das ist immerhin mehr als im Jahr 2015. Da waren es noch weniger als 15 Prozent.