SPD: Kein Spitzenjob mehr für Saskia Esken – das sind die Gründe
Berlin. Bei der Unterzeichnung des Koalitionsvertrags steht Saskia Esken am Montag ganz links außen. Wieder spricht die SPD-Co-Chefin als letzter der vier Parteichefs von Union und SPD.
Es ist ein gewohntes Bild und ähnelt dem bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags Anfang April. Damals gaben sich Friedrich Merz, Lars Klingbeil und Markus Söder nach dem Ende der Veranstaltung die Hände und gingen rechts von der Bühne. Esken stand verloren am linken Rand, ihre Hand schüttelte niemand.
An diesem Montag nun steht Esken wieder mit leeren Händen da. Nun ist klar: Die 63-Jährige wird der neuen Bundesregierung nicht angehören, obwohl sie gerne Entwicklungshilfeministerin geworden wäre. Doch SPD-Frontmann Klingbeil zog die 35-jährige Reem Alabali-Radovan seiner Co-Chefin vor.
Für Esken ist dies nach schmachvollen Wochen die nächste Demütigung – und wohl das Ende in einem politischen Spitzenamt. Auch den Parteivorsitz dürfte Esken mit hoher Wahrscheinlichkeit verlieren. Klingbeil hielt sich am Montag bei der Frage der künftigen SPD-Führung bedeckt. Aktuell gehe es um die Ministerien und am Mittwoch um die Fraktionsführung, sagte er vor einer Sitzung seiner Fraktion. Auf dem Weg zum Parteitag werde dann geklärt, wie die SPD sich an der Spitze aufstelle.