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Mobiles TradingFlatex will Onlinebroker massentauglich machen

Der deutsche Onlinebroker hat die eigenen Ziele erneut erhöht. Nun will Flatex der Konkurrenz mit einem neuen Produkt Druck machen.Mareike Müller 09.09.2020 - 09:18 Uhr Artikel anhören

Mit einer vereinfachten Plattform für Onlinehandel von Wertpapieren und ETFs will das Finanztechnologieunternehmen Flatex weitere Kunden gewinnen.

Foto: Joason Briscoe on Unsplash

Frankfurt. Der Onlinebroker Flatex will ab Oktober mit einer vereinfachten Plattform zum Onlinehandel von Wertpapieren und börsengehandelten Indexfonds, kurz ETFs, weitere Kunden gewinnen. Das Angebot mit dem Namen „Flatex Next“ soll im vierten Quartal dieses Jahres, also ab Oktober, sowohl für bestehende Kunden als auch für Neukunden zur Verfügung stehen, wie das Handelsblatt erfuhr.

Zudem rechnet das Unternehmen mit einer Verdreifachung des Kundenstamms im Vergleich zu bisherigen Schätzungen, wie aus einer aktuellen Mitteilung von Flatex hervorgeht. Bis spätestens 2025 wolle man mindestens drei Millionen Kunden verzeichnen. Zuletzt ging das Unternehmen von einer Million Kunden bis Ende 2020 aus.

Frank Niehage, Vorstandschef des börsennotierten Unternehmens mit Sitz in Frankfurt am Main, erklärte dem Handelsblatt über Flatex Next: „Als Marktführer im mobilen Trading machen wir damit ein einfaches Angebot an ausgewählten Produkten geringer Risikoklassen. Das ist besonders interessant für die wachsende Zahl der Kunden, die im Niedrigzinsumfeld nicht länger nur Bargeld horten wollen.“ Bei Flatex Next entscheide jeder Kunde selbst, ob er beispielsweise auf einen ETF-Sparplan oder individuelle Aktien setzen wolle, so Niehage.

Flatex Next soll laut Angaben des Unternehmens einfacher, intuitiver und verständlicher aufgebaut sein, indem es die Auswahlmöglichkeiten der Kunden stark begrenzt. Anstelle einer großen Bandbreite an komplexen Finanzprodukten, darunter beispielsweise Devisen, Zins- und Hebelprodukte, sollen Kunden bei Flatex Next hauptsächlich Aktien und ETFs handeln können. Zudem müssen Anleger nicht mehr, wie zurzeit üblich, zwischen verschiedenen Typen von Wertpapierorders wie Market- oder Limitorders unterscheiden.

Die Kontoeröffnung soll papierlos und innerhalb eines Tages ablaufen, verspricht das Unternehmen. Neben Flatex Next, das auch als App nutzbar sein soll, wird die bisherige Plattform bestehen bleiben. Kunden mit einem bestehenden Konto bei Flatex werden aber auch zusätzlich Flatex Next nutzen können.

Flatex-Chef geht in die Offensive

Zudem bestätigt der deutsche Onlinebroker die eigenen Halbjahresziele: Für den Zeitraum von Januar bis Juni 2020 ergibt sich aus dem aktuellen Bericht ein Umsatz von 100 Millionen Euro. Da Flatex zum 1. August den niederländischen Onlinebroker Degiro übernommen hat, ergibt sich ein gemeinsamer Umsatz von 169 Millionen Euro. Mit Bekanntgabe der Fusion verkündete Flatex zuletzt, mal wolle gemeinsam mit Degiro bis Ende 2020 auf eine Million Kunden kommen.

Nun gibt sich Niehage noch offensiver: Gemeinsam mit Degiro werde man in den kommenden Jahren „mit dem klaren Ziel weiter angreifen, unsere Poleposition im europäischen Brokerage-Markt signifikant auszubauen und noch breitere Kundenschichten zu gewinnen“. Am stärksten wächst der Markt laut Unternehmen derzeit in Frankreich, Spanien, den Niederlanden und in Deutschland.

Aktuell zählen zu den Marktführern unter den Onlinebrokern die Onlinebank Comdirect mit rund 2,7 Millionen Kunden sowie die Consorsbank, die zur französischen Bank BNP Paribas gehört, mit etwa 1,4 Millionen Kunden. Plattformen wie Flatex oder IG,

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Letztere hat rund 240.000 Kunden, sind hingegen besonders beliebt bei sogenannten Heavy Tradern, also Anlegern, die viel, schnell und mit komplexen Finanzprodukten handeln. Als Turbulenzen an den Börsen während der Coronakrise zu neuen Rekorden bei den Transaktionen mit Wertpapieren führten, profitierten davon besonders Onlinebroker.

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